2. Februar 2007
Schlechte Nachricht vom Glashändler. Glas wird teurer, weil die Gaspreise drastisch gestiegen sind. Bekanntlich wird es bei rund 600 °C in Form gebracht und zwar mit Gas. Wir beziehen Gläser der Firma Weck, Bonn. (Die haben das Einweck-Glas erfunden!) Konkret verteuern sich die Honiggläser um 7 %. Das sind rund 1,5 Cent pro Glas. Das klingt erst mal nicht wild. Aber pro Palette sind das schon mehr als 25 €.Für Imker, die wie ihre Bienen meistens sehr sparsam sind, ist das herb.
Kategorie Lieferanten | 0 Kommentare »
1. Februar 2007
Nichts motiviert mehr als zufriedene Kunden. Hier ist eine Reaktion von heute, die uns alle besonders gefreut hat:
Lieber Herr Dr. Kohfink,
mein Frühstück hat mit Ihrem Lindenhonig eine ganz andere Dimension bekommen! Wie kann es sein, dass dieser Honig so frisch nach Zitronen schmeckt? Das hat ja richtig südländisches Flair, diese Berliner Spezialität.
Herzlichen Dank und beste Grüße
Vivian Sophie Kreft
Kategorie Kunden | 0 Kommentare »
31. Januar 2007
Kunden, die unseren Prospekt oder unsere Rechnung genau lesen, fällt eine Besonderheit auf. Wir weisen darauf 10,7% Umsatzsteuer aus.“ Was ist denn das für ein komischer USt-Satz? Ich kenne nur 7% und 19%!„, heißt es. Doch es stimmt wirklich. Als Imkerei verkaufen wir zwar Honig, aber wir sind kein Laden. Wir sind ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb! Nach § 24 Abs. 1 Satz 3 des Umsatzsteuergesetzes ist die Steuer für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft seit dem 1. Januar 2007 auf 10,7 % festgesetzt.
Das heißt für Sie als Verbraucher nichts. Die Preise, die wir z. B. in unserem Internet-Shop nennen, sind Bruttopreise, enthalten also bereits die Umsatzsteuer.
Das heißt für Sie als gewerblicher Kunde: Sie bezahlen die USt. und bekommen Sie nachher wieder vom Finanzamt zurück. Die meisten gewerblichen Kunden haben einen Steuerberater. Den verwirren die 10,7 % nicht. Wen Sie aber Ihre Vorsteuer selbst machen, haben Sie 3 Möglichkeiten:
1. Möglichkeit: Sie eröffnen zusätzlich zu den Umsatzsteuerkonten für 7% und für 19% ein weiteres mit 10,7 % und buchen hier die USt.
2. Möglichkeit: Sie buchen zunächst alles in das 7% Konto und machen am Jahresende mit unseren Rechnungen eine Korrekturbuchung mit folgendem Buchungssatz:“Vorsteuer an Wareneinkauf 3,7%“.
3. Möglichkeit: Sie buchen auch auf das 7% Konto und schenken dem Finanzamt die 3,7%. Das macht aber keiner, denn wer schenkt schon was freiwillig dem Finanzamt?
Kategorie Vermarktung | 0 Kommentare »
29. Januar 2007
Hurra, wir haben ein neues Produkt: Lindenhonig aus Berlin. Neu ist die 50g-Verpackung. Wie sind wir darauf gekommen?
1. Schritt: 2003 besuchten wir die Nahrungsmittelmesse ANUGA in Köln. Auf dieser Messe bekommt man auch einen guten Eindruck, was sich weltweit in der Honigbranche so tut. Ein Imkereibetrieb aus der Wachau (eine Landschaft westlich von Wien) präsentierte hübsche Kleinverpackungen, die ursprünglich für den Feinkosthandel entwickelt wurden. Zielkunden waren Singles, die nur einmal in der Woche richtig frühstücken. Tatsächlich verkauft wurden sie aber an Touristen. Meine Idee: Honig an Touristen zu verkaufen? Das können wir auch. In Berlin gibt’s schließlich genug davon.
2. Schritt: 2004 gab ich 2 Produktdesignern den Auftrag, ein Honigsouvenir und einen alternativen Entwurf speziell zur Fußball-WM herzustellen. Als die Muster fertig waren, machten wir eine kleine Marktforschung bei Souvenirhändlern. Das Ergebnis war enttäuschend: Beim normalen Andenkenhandel (die mit den kitschigen Biergläsern) völliges Desinteresse. Beim gehobenen Souvenirhandel (die mit den Bildbänden) großes Interesse aber nur zu einem Preis, den wir nicht bieten konnten. So 200% bis 250% Gewinnspanne hätten es schon sein sollen. Damit war das Projekt gestorben.

„The Berlin Bear loves Honey“: Unser Siegerentwurf floppte bei der Zielgruppe Souvenirhändler.

Auch der alternative Entwurf kam nicht zum Zug.
3. Schritt: Obwohl das Honigsouvenir gefloppt war, nehmen wir es mit zu möglichen Neukunden, um zu zeigen, „was wir auch können.“ Dabei zeigte sich, dass einige Teehändler sehr positiv reagierten. Das passe sehr gut in Geschenkpackungen. Auch ein 5-Sternehotel auf der Suche nach Besonderem fürs Frühstücksbuffett, sprang darauf an. Das Souvenir wurde erst abgespeckt und dann etwas umgestaltet. Ab heute gehen wir damit regulär in den Verkauf. Jetzt wird sich zeigen, ob sich die Mühe gelohnt hat.

Der Lindenhonig aus dem Alternativentwurf erhält jetzt eine neue Chance
Kategorie Vermarktung | 1 Kommentar »
25. Januar 2007
Das Berliner Abendblatt, Ausgabe Köpenick, hat einen freundlichen Artikel über uns geschrieben. Einziger Wehmutstropfen: Die Internetadresse stimmt nicht ganz. Hier kann der Artikel als pdf heruntergeladen werden: abendblatt-1200.pdf
Kategorie Allgemein | 0 Kommentare »
24. Januar 2007
Arktische Kaltluft hat uns doch noch den Winter gebracht. Ein Kunde hat bereits gefragt, was das jetzt für die Bienen bedeutet. Nun, sie fliegen nicht mehr spazieren. Einige Völker waren bereits in Brut gegangen. Diese Brut wärmen die Bienen jetzt durch Muskelwärme. Ihr Treibstoff dafür sind ihre Wintervorräte, der Honig. Davon haben sie genug. Anders mag es aussehen, wenn es jetzt sehr kalt wird. Die Bienen ziehen sich dann zu einer ganz kompakten Kugel zusammen. Dann kann die Brut Schaden nehmen, weil sie nicht mehr ausreichend gewärmt wird.
Aber: Trotz aller Zuchtauslese – Bienen sind Wildtiere und kommen mit einer solchen Situation zurecht. Sorgen muss sich deshalb keiner machen.
Kategorie Wetter | 2 Kommentare »
21. Januar 2007
Wer Honig und Bienen liebt, für den ist die Grüne Woche ein Muss. Am schönsten ist der Stand des Deutschen Imkerbundes. Er steht gleich am Eingang zum Erlebnisbauernhof inmitten eines blühenden Obstgartens. Wer dem Weg folgt, kommt an geernteten Äpfeln und an einer Süßmosterei vorbei. Dort wird frisch gepresster Apfelsaft von freundlichen Landfrauen an die Besucher verteilt.
Der Imkerverband Berlin verkauft Honig für einen guten Zweck. Mit dem Erlös vom letzten Jahr wurde die Obdachlosenärztin Jenny de La Torre unterstützt. Sie wurde vor wenigen Tagen zur Berlinerin des Jahres 2006 von den Lesern der Berliner Morgenpost gekürt.
An beiden Ständen sind auch lebende Bienen in Schaukästen zu sehen, ebenso wie am Stand der FU Berlin.
Interessant ist die Art, wie verschiedene Länder ihre Imkereiprodukte präsentieren. Slowenien hat am Stand die Replik eines großen Bienenhauses mit den bunten Flugbrettchen aufgebaut (Foto). Die volkskünstlerischen Abbildungen erinnern an Votivbilder in süddeutschen Wallfahrtskirchen.
Die Ukraine hat große Holzbottiche mit verschiedenen Honigen aufgestellt (Foto). Da darf sich jeder mit einem Holzspatel durch alle Kübel schlabbern. Den Spatel gibts am Eingang.
In Kanada dicken fleißige Waldbauern ihren Ahornsirup so lange ein bis er kristallisiert und dann gerührt werden kann. Es entsteht ein Brotaufstrich, der Honig gleicht. Mir hat er aber nicht geschmeckt.
Honig wird an vielen Stellen verkauft und zur Verkostung angeboten. Und wer Glück hat (so wie ich) der trifft nicht nur die Oberimker Manfred Hederer (Berufsimker-Präsident) und Anton Reck (Imkerpräsident) sondern auch das imkerliche Fußvolk aus dem Berliner Umland.
.
Wer hat die schönsten Bienenhäuser Europas? Das sind die slowenischen Imker.

Das ist kein Aufguss-Verkauf für die Sauna, sondern eine ukrainische Honigverkostung.
Kategorie Allgemein | 0 Kommentare »
19. Januar 2007
Die Grüne Woche ist der Treffpunkt der Gesamtbranche. So traf ich mich mit Farmblogger Kai Schleyerbach zu Fachsimpeln. Wir sprachen über Technik, Zugriffe, Inhalte und wie viele neue Einträge pro Woche in einem Weblog wohl sinnvoll sind. Außerdem war das grüne Internet ein Thema. Gespannt wie Flitzebogen waren wir auf das neue Portal www.agrarheute.com, das am Nachmittag freigeschaltet wurde. Jetzt, nachdem ich es gesehen habe: Wirklich beachtlich. Leider fehlen Honig und Imkerei dort bisher noch als Stichwort.
Landwirtschaftliche Blogger unter sich: Farmblogger Kai (roter Schlips) und Imkerblogger Marc-Wilhelm (blauer Schlips).
Kategorie Allgemein | 0 Kommentare »
18. Januar 2007
In den nächsten Stunden soll über Berlin ein Orkan hereinbrechen. Wir haben uns so gut es ging, darauf vorbereitet. Die Deckel der Bienenkästen sind mit Ziegelsteinen beschwert. Der Bretterstapel, der das Material für neue Bienenkästen liefert, wurde fest zusammengezurrt. Der Lieferwagen steht außerhalb der Reichweite umfallender Bäume. Hoffentlich wird es nicht so schlimm.
Nachtrag: Unsere Bienenkästen sind stabiler als der Berliner Hauptbahnhof. Da kracht nichts ab, wenn der Wind mal ein wenig stärker bläst.
Kategorie Wetter | 0 Kommentare »
16. Januar 2007
Wenn draußen die Frostkristalle klirren: Was gibt es dann Schöneres als sich an einer heißen Teetasse erst die Hände zu wärmen und dann den köstlichen Inhalt auszuschlürfen? Wenn es aber wärmer ist als in Spanien und Florida, suchen weniger Kunden als sonst im Januar ein Teegeschäft auf. Also schleppt sich auch der Verkauf von Honig über diesen Absatzkanal hin. Das jedenfalls berichten uns heute mehrere Händler. Die Nachbestellungen nach dem Weihnachtsgeschäft fallen dürftig aus. Vor allem Robinien- und Heidehonig sind jetzt gefragt.
Kategorie Vermarktung | 0 Kommentare »
14. Januar 2007
Imker wandern nur mit ihren Bienen gern. Daher lädt der Deutsche Berufs- und Erwerbsimker Bund (DBIB) gleich zu 2 Verbandstagen und zu 2 Imkermessen ein. Eine immer im Januar im Norden Deutschlands und eine im Oktober im Süden. Heute war der Norden dran und zwar in Soltau. Während andere Verbände gerne zu einem positiven Motto greifen (etwa so: „Vorwärts mit einem starken Klempnerhandwerk“), stimmt der BDIB Moll an: „Sterben unsere Bienen an Pflanzenschutzmitteln und Viren?“ Nein!, so das lapidare Ergebnis der Vorträge von Wissenschaftlern und Beamten.
Leider fehlten handfeste Tipps wie im vergangenen Jahr. Damals nahmen wir mit, dass Bienenkästen ganz einfach imprägniert und desinfiziert werden können, indem man sie kurz in stark erhitztem Bienenwachs fritiert. Echt Bio!
Sehenswert war die angeschlossene Messe. Das Interessanteste: Die Firma Swienty hatte eine nur 30 cm hohe Radialschleuder für den Kleinimker im Angebot. Nach Gebrauch kann Sie unters Bett geschoben werden. Das Überflüssigste: Ein Prosecco aus Traubenwein mit Honigaroma. – Ja, richtig gelesen, nur mit AROMA! – also Honiggeschmack aus dem Chemiebaukasten!
Wir nahmen die Messe zum Anlass, unseren Bedarf an Rähmchen zu decken. Dafür gibt es Rabatt. Die Rähmchen werden nun bis Ende April geleimt, geschraubt, genagelt, gedrahtet und mit einer Mittelwand versehen.
Kategorie Allgemein | 0 Kommentare »
10. Januar 2007
Hinter der Gasheizung tropft es. Der eilends angerufene Installateur schickt einen polnischen Monteur, um den Schaden zu beheben. Nach getaner Arbeit blickt er versonnen auf einen uralten, erdbraunen und sehr häßlichen Küchenherd, der neben dem Brenner an die Gasleitung angeschlossen ist. „Oh ein Sket-Herd! So einen hatten wir in Polen.“ Wer hätte gedacht, dass dieses Kernstück unserer Wachsküche einmal für Heimweh-Gefühle sorgen könnte! Weder der Miele-Waschmaschine noch dem Siemens-Staubsauger wurde jemals solche Ehre zuteil!
Das Gerät aus dem Schwermaschinenkombinat Ernst Thälmann (sket) stand schon hier, als wir das Haus bezogen. Wir schmelzen darauf unser rückstandsfreies Wachs, um daraus neue Mittelwände für das nächste Frühjahr zu gießen. „Eigener Wachskreislauf“ nennt sich dieses Verfahren, das in der biologischen Imkerei empfohlen wird.
Kategorie Wachs | 0 Kommentare »
9. Januar 2007
Aus einem kleinen bayerischen Dorf hat uns zwischen den Jahren eine Anfrage erreicht. Ob wir Jumbo-Teelichte aus echtem Bienenwachs fertigen könnten: 6 cm im Durchmesser und 2 cm hoch. Gefragt hat ein Töpfer. Er möchte mit den Teelichten eine Art Römertopf, also eine geschlossene Bratkachel aus Ton, auf einem Stövchen erhitzen. Wir haben diese Muster in verschiedenen Dochtstärken gefertigt und sind nun natürlich blitzgespannt, ob die Jumbo-Teelichte funktionieren.

Zum Verschicken bereit, sind diese riesigen Teelichte. Noch sind es erst Muster. Doch bald schon könnten sie einen Römertopf befeuern.
Kategorie Allgemein, Kunden | 0 Kommentare »
5. Januar 2007
Imkerkollege Erwin Apitz aus Hennickendorf wiederholt in der aktuellen Ausgabe des Bienenjournals („Stellenwert der Biene“) die häufig zu hörende Klage, dass Imker – obwohl Landwirte – keine Direktzahlungen bekommen und keine Garantiepreise. Da der Hauptnutzen der Imkerei in der Bestäubung liegt, „sollte man“, so meint er, „den in Geld bemessenen Wert der Bestäubungsleistung unserer Bienen einfordern.“ Ansonsten werde die Bienenhaltung weiter zurückgehen.
Wir sind ganz anderer Auffassung. Aus folgenden Gründen:
1. Durch die Agrarreform gibt es seit 2005 die „Garantiepreise“, also an Produktionsmengen gekoppelte Zahlungen, nicht mehr. Außerdem sinken die Direktzahlungen an die Landwirte immer mehr ab (so genannte „Modulation“) und zwar ab diesem Jahr um jährlich 5%. Kurz: Die Landwirtschaft wird auf Marktwirtschaft umgestellt. Die Imkerei hat das alles nie bekommen und existiert trotzdem. Wir sind also schon einen Schritt weiter als die übrige Landwirtschaft .
2. Die Umorientierung vieler Landwirte in Richtung „Energiewirt“ muss kein Nachteil für unsere Branche sein. Robinien auf Stilllegungsflächen für Holzhackschnitzel, Buchweizen für die Fermenter in Biogasanlagen oder Topinambur (eine Kartoffelverwandte) und Sida (ein Riesengras) beides u.a. für die Bioethanol-Herstellung bieten auch für uns interessante Perspektiven.
Nicht jammern! Nach vorne schauen!
Kategorie Allgemein | 0 Kommentare »
2. Januar 2007
Bange Sorge im Dezember: Lässt die Honignachfrage wieder so nach wie im vergangenen Januar? Der Auftakt heute war ganz gut. Es hat an der Tür mehrmals geklingelt. Gefragt war besonders der gute Heidehonig. Offensichtlich sind die Gläser über die Festtage geleert worden.
Kategorie Allgemein | 0 Kommentare »