Werbebanner zum Buch: Marc-Wilhelm Kohfink, Bienen halten in der Stadt

Viel zu warm – Kartoffeln treiben aus

1. Januar 2007

Mit dem Winter wird es bisher nichts. Auf dem Rasen schauen schon die Spitzen der Krokusse raus. Vor einigen Jahren hatten wir mehr als 500 in den Garten I gesteckt und zwar als erste Bienenweide im Februar!

Es kommt noch skuriler. Direkt neben dem Bienenstand geht eine Kartoffelpflanze auf. Das kam so: Bei uns im Garten öffnen sich plötzlich immer wieder Löcher. Man tritt auf den Rasen und sinkt bis zum Knöchel ein, weil es darunter hohl ist. Auf dieses seltsame Phänomen angesprochen, hat uns ein Hiesiger erklärt, dass es in DDR keine richtige Sperrmüllabfuhr gab. Daher hätten die Leute ihren Unrat im Garten vergraben. Tatsächlich hatten wir beim Pflanzen von Bäumen schon halbe Kachelöfen aus dem Boden herausbefördert. Der Unrat setzt sich natürlich mit den Jahren und so entstehen die Hohlräume unter dem Rasen. Ich fülle diese mit Kompost und sähe neues Gras ein. Offensichtlich war im Kompost eine Kartoffel verborgen, die nun am Bienenstand aufgeht.

Kartoffelblüten geben übrigens keinen Nektar. Wird Kartoffelhonig angeboten, stammt er von Blattläusen.

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Bekommen Bienen einen Hörschaden?

31. Dezember 2006

Die Katze der Nachbarn verkriecht sich im Keller. Der Hund zieht sich unters Bett zurück. „Wie reagieren denn Ihre Bienen auf die Knallerei?“, fragen Nachbarn beim Anstoßen zu mitternächtlichen Stunde. Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Können Bienen überhaupt hören? Ohren habe ich jedenfalls noch nicht gesehen. Aber Bienen haben feine Sinneshärchen am Fühler, mit denen sie Schwingungen wahrnehmen. Das ist auch nichts anderes als Hören, nur dass bei uns Menschen die Härchen im Ohr sind. Wenn’s dann allerdings in der Silvesternacht einmal zu kräftig knallt, sind die vordersten Härchen weg – wie Bäume beim Orkan.

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit …

24. Dezember 2006

Um die Mittagszeit fliegen die Bienen ca. eine Stunde recht fleißig. Das zeigt, dass sie die Oxalsäurebehandlung vorgestern gut überstanden haben. Um 15.00 Uhr klingelt es an der Türe. Ein Traditionskunde steht am Gartentor und möchte Bienenwachskerzen für den Christbaum „wie jedes Jahr“, sagt er. Ich kaufe immer für unseren Baum und für diesen einen Kunden einige Schächtelchen. Vor vielleicht 6-7 Jahren kam er zum ersten Mal und seither sehe ich den jungen Mann immer am Nachmittag des Heiligen Abends wegen dieser einen Schachtel Kerzen.

Bei Imkers zuhause brennen natürlich immer Bienenwachskerzen am Adventskranz und am Baum. Leider rieche ich den Duft fast nicht mehr. Aber wenn zu uns Besuch kommt und meint: „Bei Euch riecht es aber gut“, dann weiß ich, dass es nur an meiner Honig- und Wachsduft verwöhnten Nase liegt, dass ich nichts mehr rieche.

Höchste Zeit für Oxalsäure

22. Dezember 2006

Es wird wieder Sommer! Ab der Wintersonnenwende – war gestern – ist damit zu rechnen, dass die Völker wieder in Brut gehen. Also höchste Zeit, in Garten I die Oxalsäurebehandlung durchzuführen! Nach 30 Minuten bin ich damit fertig.

Im vorweihnachtlichen Stress

21. Dezember 2006

Letzte Honigauslieferung vor Weihnachten. Für die Bestellung von gestern Abend müssen noch 25 Honigtürmchen mit Raps-Akazie-Linde je 125 Gramm gepackt werden. Da ich keinen Rapshonig mehr in diesen kleinen Gläsern habe, fülle ich in der Frühe noch ganz schnell ab. Für 14.00 Uhr ist die Übergabe an der Weidendamm-Brücke geplant. Es ist zwar hektisch, doch schließlich sind alle Lieferungen doch noch rechtzeitig bei den Kunden und damit auch auf den Gabentischen.

„Eilt natürlich etwas“

20. Dezember 2006

Am Abend kommt noch eine Nachbestellung von 25 Honigtürmchen mit individuellem Firmen-Zusatzetikett herein: Begründung: „Da unseren ersten Kunden dieses Geschenk sehr gefallen hat, möchte ich es allen zukommen lassen. Eilt jetzt natürlich etwas.“

Abwehr der Killer-Milben

18. Dezember 2006

Heute wurde mit natürlicher Oxalsäure im Garten II den heimtückischen Angriff von Varroa-Killermilben abgewehrt. Vorher überprüfte ich, ob trotz der milden Witterung keine Brut da ist. War keine, dann konnte es losgehen. Ursprünglich wollte ein Jungimker mit dabei sein, doch der musste zur Schicht und daher arbeite ich alleine. Für die 50 Völker brauche ich fast 3,5 Stunden, weil ich auch noch Futtergefäße und Ameisensäureverdunster vom Herbst abräumen muss. Bisher sieht es mit der Überwinterung gut aus. Alle Völker außer einem Ableger sind wohlauf.

Der Ableger wollte wohl noch umweiseln. Jedenfalls waren 1

geschlüpfte und eine ausgeräumte Weisel (=Königinnen-) zelle da. Es hat dann anscheinend nicht mehr mit der Begattung geklappt. Das war das Todesurteil für ein aufstrebendes Kleinvolk. Seine Nachbarn machten sich über seine süßen Schätze her. Es wurde ausgeräubert. Nur auf den Honig hatten es die gierigen Nachbarn abgesehen. Der Zuckersirup im Futterkasten interessierte sie nicht. Er war noch gut gefüllt.

Bienen im Winter

Ein erfreuliches Bild. Alle Bienen sind mitten im Winter noch da.

CMA gerettet – Imker vergessen?

15. Dezember 2006

Die EU-Kommission hat ein Einsehen und der Deutsche Bauernverband (DBV) freut sich, „dass die CMA weiterhin für Fleisch, Milch oder Getreide werben“ darf. Wo bleibt der Honig in dieser Aufzählung? Wozu zahle ich mit meinen Kollegen eigentlich eine CMA-Abgabe? Dass Bier nicht mehr von der CMA beworben werden darf, hätte sich eigentlich von selbst verstehen sollen. Es heißt schließlich „Gutes vom Bauern“ und nicht „Gutes vom Brauer.“

Eine Beschriftung für unseren Lieferwagen

14. Dezember 2006

Am Firmenwagen klebt nun endlich die neue Beschriftung. Sogar mit unserem neuen Claim „Wir versüßen ihr Leben“.

Seit Anfang des Jahres fahren wir mit dem Wagen schon über holprige Feldwege zu unseren Tierchen und über kaum weniger holprige Berliner Straßen zu unseren Kunden. Jetzt wurde es Zeit, dass dies nicht mehr anonym geschieht. Dann erkennen unsere Tierchen schon von weitem, dass ihr Bienenvater naht und ihnen gleich die Bude einräuchert.

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Gunther Schulz von unserer Hausdruckerei aus Berlin-Wilhelmshagen zeigt uns schon mal, wie die Beschriftung geworden ist. Das „e“ in Köpenick fehlt noch.

Darüber lachen Imkerei-Mitarbeiter

13. Dezember 2006

Kommt es in der Imkerbranche wie im Einzelhandel vor allem auf die Lage an? „Ja“, meint Kollege Huhmann und lacht sich schlapp, „2 Bienen hinterm Bahnhof bringen mehr als 60.000 Bienen im Vorgarten.“

Fachgeschäfte verkaufen weniger Honig

12. Dezember 2006

Mit mehreren Einzelhändlern telefoniert. Der Honigabsatz in den letzten Jahren war rückläufig. Einer aus dem Szenebezirk Prenzlauer Berg berichtet, dass bei Ihm der Absatz von 1000 Gläsern/Jahr in 1992 auf 50 im vergangenen Jahr gefallen sei. Die Kunden honorierten nicht mehr die gute Imkerqualität, sondern suchten nur noch billig, so sein Eindruck.

„Wir versüßen Ihr Leben!“

11. Dezember 2006

„Wir versüßen Ihr Leben“ wird mein neuer Claim. Der hat alles: kurz und knackig, für jeden verständlich, emotional und mit Nutzenversprechen.

Warum wir einen neuen Werbespruch brauchen

8. Dezember 2006

Jetzt wird mein Werbe-Claim geändert. Heute hörte ich im Rundfunk von einem Küchenstudio „Wir lieben Küchen“. Das klingt mir zu sehr wie mein „Wir lieben Honig – seit über 100 Jahren“. Zu diesem Spruch ließ ich mich durch McDonalds anregen. Die kamen 2004 mit „Wir lieben es“ raus. „Es“ gefiel mir nicht, da zu unbestimmt. Also präzisierte ich mit „Honig“.

Dann kam Edeka mit „Wir lieben Lebensmittel“. Demnächst steht das 100jähige bei Edeka an. Da heißt es dann sicher „Wir lieben Lebensmittel seit 100 Jahren“. Da geht mein Spruch gar nicht mehr.

Also muss etwas Neues her. Am besten etwas Emotionales mit Nutzenversprechen.