8. März 2007
Etwas kalt, doch die Krokusse blühen ganz herrlich. In den Blütenkelchen steckt leider hin und wieder eine verklammte Biene. Viele Wasserholerinnen sind unterwegs.

Zwischen den alten Eichenblättern des Vorjahrs haben sich Krokusse den Weg ans Sonnenlicht freigekämpft.
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7. März 2007
Die Berliner Morgenpost hat 3 Lieblingsthemen: junge Frauen, neue Architektur und – Bienen. Und so findet sich heute zwischen Britney Spears und Hochhausplänen an der Gedächtniskirche ein Bericht mit der o. g. Überschrift. Der Untertitel lautet „Französische Imker fürchten um Bestände“. Nach dem Bericht sollen die Großwespen mit einer Ladung chinesischer Keramik nach Frankreich gekommen sein und dort bereits ganze Landstriche bevölkern.
Angesichts solcher Meldungen stelle ich folgende Thesen auf:
- Dr. Elke Genersch vom Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf betont grundsätzlich, die Biene ist so anpassungsfähig, dass sie auch noch da sein wird, wenn die Menschen weg sind. Damit hat sie sicher recht.
- Das Leben für die Honigbiene ist außerhalb ihres Bienenstockes ständig gefährdet: Krabbenspinnen, Bienenwolf und hiesige Hornissen stellen ihr nach. Die Biene kommt bisher damit ganz gut zurecht. Warum sollten sie es nicht auch angesichts dieser neozooten Bedrohung?
- Eine Königin legt 2.000 Eier am Tag. Imker, die ihre Völker so führen, dass sie stark sind, werden sich auch vor asiatischen Riesenwespen nicht ängstigen müssen.
- Französische Bauern und damit auch Imker ticken anders als ihre deutschen Kollegen. Während hiesige Imker eher ruhige, innerlich ausgeglichene Menschen sind, ereifern sich unsere französichen Kollegen schnell. Sie sind damit auch erfolgreich, z. B. beim Kampf gegen das Beizen von Saatgut. Das muss anerkannt werden. Trotzdem: Hysterie ist nie ein guter Ratgeber.
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5. März 2007
Jetzt wird es ernst. Was taugt unser Bienenwachs? Das Wachslabor der Universität Hohenheim (bei Stuttgart) wird diese Frage beantworten. Heute geht eine Wachsprobe von 100 g an das Institut. In ca. 3 Wochen ist das Ergebnis da.
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2. März 2007
Freitags liefern wir meist unseren Honig aus. So einen Empfang wie heute bei einem Händler in Wilmersdorf hatten weder Mitarbeiter Huhmann noch ich selbst jemals.
Mit einer schweren Transportkiste voller Gläser stoße ich die Eingangstüre auf. Eine Kundin des Händlers steht im Laden und jubelt: „Da kommt neuer Honig.“ Dann fängt sie zu schwärmen an: „Sie sind der Imker? Ihr Akazienhonig ist ja fantastisch. Mmmmh. So was Feines.“ Ich bin ganz verlegen. Wir tun ja doch nur unsere Arbeit.
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1. März 2007
Bioland schickt Unterlagen. Danach telefoniere ich mit der „Haus“-Zertifizierungstelle des Verbandes. Demnach unterscheidet sich die von mir praktizierte Art der Imkerei nur minimal von denen des Verbandes. Hauptknackpunkt ist die Qualität des Wachses. Das ist sozusagen die Eintrittskarte. Finden sich im Wachs Rückstände aus der Milben- und/oder Wachsmottenbekämpfung, dann muss es ersetzt werden. Falls nicht, kann es weiter genutzt werden.
Herkömmliches Wachs ist belastet. Nun praktizieren wir seit 7 Jahren einen eigenen Wachskreislauf, d. h. das Wachs aus der Anfangszeit müsste hinreichend verdünnt sein.
Die Kosten sind abhängig von der Anzahl der Bienenvölker. Bis 25 Völker: 220 €, bis 50 V. 245 € , bis 100 V. 295 €, ab 200 V. 415 €.
Als Bienenfutter für den Winter kommt nur Bio-Zucker infrage, der über Sammelbestellungen wohl nur wenig teurer als herkömmlicher Zucker ist.
Wir werden als nächstes unser Wachs mal prüfen lassen.
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28. Februar 2007
Schon seit Jahren tragen wir uns mit dem Gedanken, unsere Imkerei als Bio-Betrieb zertifizieren zu lassen. Darauf haben wir seit 7 Jahren unsere Betriebsführung abgestellt. Am 14. November habe ich darum auf der EuroTier, der großen Landwirtschaftsmesse in Hannover, den ersten Kontakt zum Bioland-Verband aufgenommen. Heute ein Rückruf der zuständigen Bearbeiterin: Eine Zertifizierung wäre in unserem Fall wohl kein großer Aufwand. Die Nutzung des Bioland-Zeichens ist auch nicht teuer (ca. 1 Euro/ pro Volk).
Trotzdem: Hinzu kommen mir noch unbekannte Kosten für das Erstaudit, d. h. die eigentliche Prüfung. Hält sich diese in einem vertretbaren Rahmen, dann o.k. Doch bei ca. 50-60 Völkern habe ich da noch meine Zweifel. Bei 200 Völkern und 8 to Honig-Jahresproduktion mag das schon anders sein. Und: Bisher hat sich unser Honig auch ohne Zertifikat verkauft.
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27. Februar 2007
„Der Standort Europa kann sich die herkömmliche, minimal effiziente Glühbirne nicht mehr leisten“, stellte Umweltminister Sigmar Gabriel jetzt fest. Nur 5% Licht aber dafür 95 % Wärme seien eine zu magere Ausbeute an Helligkeit. Gabriel droht mit einem Verbot.
Ich möchte an dieser Stelle gleich mal eine Ausnahmeregelung für Imker in Gespräch bringen. Tausende Imker machen ihren Honig mittels Glühlampen streichfähig und abfüllbar. Das klingt exotisch, ist aber ganz einfach: Man nehme einen ausrangierten Kühlschrank, schraube eine Fassung mit 40W- oder 60W-Glühbirne und einen kleinen Ventilator hinein, schalte einen Termostat dazwischen (der schaltet bei mir bei 35° C ab) und fertig!
So wird jeder Honig ganz schonend und langsam auf die Temperatur erwärmt, die auch im Bienenvolk herrscht. Außerdem ist es immer schön hell im dunklen Schrank.
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25. Februar 2007
„Imker und Landwirte müssen sich bei der Rapswanderung absprechen.“ Diesen Appell richtete heute Vormittag Michael Morgenstern vom Amt für Pflanzenschutz, Frankfurt/O., an rund 150 Imker vor allem allem aus dem Süden Brandenburgs. Eingeladen hatte der Imkerverband Brandenburg zu einer Informationsveranstaltung nach Königs Wusterhausen. Hintergrund ist die erwartete Invasion von Rapsglanzkäfern.
Das Wichtigste in Kürze: Folgende Bekämpfungsmittel sind dieses Jahr in Brandenburg zugelassen:
- Bienengefährlich (B1): Reldan 22 EC, Ultracid 40
- Bienenungefährlich (B4): Biscaya, Talstar 8 SC (in Mischung mit Fungiziden aber B2!) Trelon 30 EC (mit Fungizid B1!)
Folgende Empfehlungen werden vom Amt an Landwirte für den Fall ausgegeben, dass jeweils die Bekämpfungsrichtwerte überschritten sind, d.h. der Befall mit Käfern überhand nimmt.
- Auf im vergangenen Jahr schwächer befallenen Flächen: 1. Spritzung mit Wirkstoff aus der Gruppe der Pyrethroiden, 2. Spritzung mit Biscaya, 3. Spritzung mit Biscaya oder Talstar, 4. Spritzung: Biscaya
- Auf im vergangenen Jahr stärker befallenen Flächen: 1. Spritzung Pyrethroide, 2. Spritzung: Ultracid oder Reldan, 3. Spritzung: Reldan (falls vorher Ultracid) oder Ultracid (falls vorher Reldan).
Achtung: Es gibt keine für die Bio-Landwirtschaft zugelassenen Mittel, da sich diese als wirkungslos herausgestellt haben.
Das bedeutet für Imker:
- Fragt vorher den Anbaubetrieb, welche Spritzmittel zum Einsatz kommen.
- Wenn unter 20% der Blüten (leichter Gelbschimmer) aufgeblüht sind, kann noch mit B1-Mitteln gespritzt werden. Danach erst am 8. Tag anwandern!
- Sicherer geht, wer auf Flächen wandert, die mit Biscaya behandelt werden. Allerdings: Biscaya zeigt nur eine gute Anfangswirksamkeit und ist unwirksam bei einer starken Reinvasion der Käfer. Es muss also mehrfach behandelt werden.

Wollen, dass ihre Bienen gesund bleiben: Imkerversammlung in Königs Wusterhausen
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22. Februar 2007
Nichts los. In allen Bereichen unserer Imkerei ist zur Zeit Flaute angesagt. Die Bienen fliegen ziemlich müde einige Runden ums Flugloch. Der Honigverkauf schleppt sich dahin – das ist immer im Januar und Februar so. Es ist auch genug Honig abgefüllt, um in den nächsten Monaten bis zur neuen Ernte lieferfähig zu sein. Alle Gerätschaften sind gesäubert und repariert. Die im Spätherbst ausgeschmolzenen Rähmchen sind gedrahtet und mit einer neuen Mittelwand versehen. (Dazu haben wir unser eigenes Wachs aufgearbeitet.)
Bis es dann richtig los geht, möchte ich noch einige neue Bienenkästen schreinern und Rähmchen nageln. Die neuen Kästen sollen dann im Juni mit Ablegern besetzt werden. Das werden dann die Wirtschaftsvölker für 2008.
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20. Februar 2007
Inzwischen sind die Krokusse richtig aufgeblüht und in den wärmeren Mittagsstunden drängen sich Bienen in die engen Blütenkelche. Das Bienenjahr hat nun also begonnen. Wasserholerinnen sind auch schon an Nachbars Vogeltränke gesichtet worden. Als wir mit unserer Imkerei begannen, brachte man uns die eine oder andere verklammte und halbertrunkene Biene zum Aufpäppeln zurück. Das hat nachgelassen.
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16. Februar 2007
Gerade kommt der neue Holtermann-Katalog ins Haus. Von diesem Imkereifachhändler haben wir bisher einen Teil unserer Ausstattung bezogen. Die Preise haben gewaltig angezogen. Eine Mittelwandgussform, Za-Format von 625 Euro auf 719 Euro. Das sind satte 15%. Das Melitherm-Gerät zum Verflüssigen von Honig legte um 10 % zu von 499 Euro auf 548 Euro zu.
Billiger geworden ist der Fix Wandergurt blau von 3,40 Euro auf 2,00 Euro. Im neuen Katalog steht dazu drin „nicht auf Dauer UV-beständig“. Tatsächlich taugen diese Gute im Gegensatz zu früher überhaupt nichts. Gerade eine Wanderung hielten Sie vergangenes Jahr durch. Bei der nächsten sind uns von 27 Gurten 14 schon beim 2. Einsatz gerissen. Holtermann hat sie sofort gegen höherwertigere Ratschengurte ersetzt.
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14. Februar 2007
Arno Gesche, der Wanderobmann des Brandenburgischen Imkerverbandes warnt davor, so unbekümmert wie bisher in den Raps zu wandern. Der Bienentod lauert im Rapsfeld. Schuld daran ist der Rapsglanzkäfer, der im vergangenen Jahr zu schweren Ausfällen beim Raps geführt hat. Dieses Jahr könnte es noch viel schlimmer kommen. Der milde Winter und die stetig wachsende Anbaufläche von Raps (für Bio-Kraftstoffe) begünstigt die Ausbreitung dieses Schädlings. 2 Insektenschutzmittel sind in Brandenburg zugelassen:
Biscaya: als B4-Mittel bienenungefährlich und
Reldan 22 EC: B1 bienengefährlich und damit sicher tödlich!
Gesche empfiehlt, unbedingt Rücksprache mit den Landwirten zu halten, welche Spritzmittel zum Einsatz kommen. Mit Reldan 22 behandelte Rapsfelder können erst nach einer Sperrzeit von 8 Tagen angewandert werden.

Biscaya, die Bienenfreundin aus dem Hause Bayer
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14. Februar 2007
Wie romantisch: Tagelang schauten die Krokusse aus dem Schnee. Weit und breit ist keine Biene zu sehen. Einige der schlanken Blümchen sind darüber verblüht. Heute nun endlich nehmen die Bienen von ihnen Notiz und befliegen sie. Viel schöner stehen die Krokusse nun im Garten. Das kann nur Liebe sein.
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13. Februar 2007
Warum wir unsere Pakete schon seit Jahren mit dem Paketdienst schicken? Heute gab’s mal wieder die Bestätigung, dass diese Entscheidung richtig ist. 2 Kilo Wabendraht sollten verschickt werden. Mit Verpackung waren das 2400 g. Die Post wollte dafür von mir 6,90 Euro (USt. befreit). Außerdem sollte ich ein Formular mit Absender und Adresse ausfüllen.
Der Paketdienst verlangt für die gleiche Leistung 5,10 Euro (incl. USt.) und erspart einem das Ausfüllen von weiteren Formularen, weil Adresse und Absender ja schon auf dem Paket stehen. Ganz einfach!
Am Nachbarschalter bei der Post spielte sich derweilen eine Posse ab. Eine Frau wollte ihr Postsparbuch auflösen. Ihr wurde dann erklärt wie das geht: Erst muss ein neues Postsparbuch angelegt werden. Der Betrag vom alten Sparbuch wird dann dort eingetragen. Dann wird das alte aufgelöst und entwertet. Anschließend wird das neue auch aufgelöst und ebenfalls entwertet. Noch Fragen? Ja, die Dame wollte wissen, warum das alles so kompliziert sei. Die Antwort: „So sind die Vorschriften!“
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6. Februar 2007
Voll naiven Vertrauens übergab ich vergangene Woche ein Honigpaket dem Paketdienst. Am Freitag kam dann die Meldung des Bestellers aus dem westfälischen Ibbenbühren:
„Die Warensendung hat uns heute erreicht. Leider sind sämtliche Honiggläser beschädigt, d. h. bei vier Gläsern ist der Deckel geplatzt, sodass Teile des Inhalts in die Luftpolsterverpackung auslaufen konnten. Das Glas mit dem Heidehonig ist zerstört. Äusserlich war an dem Paket kein Schaden zu erkennen.“
Die Gläser waren in Luftpolsterfolie eingepackt. Und gerade an den Deckeln war sie besonders dick. Ich frage beim Paketdienst nach, wie das passieren konnte und ob das rote Klebeband „Achtung nicht werfen – Bruchgefahr“ überhaupt zur Kenntnis genommen wird?
Die Antwort: Die Pakete werden automatisch sortiert und alle gleich behandelt. Nur wo Menschen involviert sind, kann das Klebeband beachtet werden. Glas ist außerdem nicht versichert. Das heißt, dass die Pakete künftig mit noch mehr Füllmaterial gepackt werden müssen.
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