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Raumfahrer-Treffen? Nein, Imkerkurs!

31. März 2007

Durch diesen Blog sind einige Jungimker auf uns aufmerksam geworden. Sie haben gefragt, ob sie bei unserer Imkerei über die Schulter schauen dürfen. Klar! 6 wollen mitmachen, doch zum 1. Treffen gestern sind erst mal nur 3 gekommen. Auf dem Programm standen die 1. Erweiterung und die Futterkranzprobe.

Ich erinnere mich nicht, jemals so früh im Jahr so starke Völker gehabt zu haben. Teilweise haben wir schon verdeckelte Drohnenwaben gesehen. Für die Jungimker war das natürlich prima, weil sie gleich einen guten Eindruck von der Vitalität der Bienen bekamen.

Und noch etwas erlebten sie: 3 Nachbarn kamen und guckten mit. Und alle baten darum, doch bitte nicht alle Völker auf die Wanderschaft zu schicken, damit auch gewiss ihre Obstbäume bestäubt würden.

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So geht eine Futterkranzprobe: 6x mit einem frisch gewaschenen Löffel großzügig am Rande des Brutnestes Honig abkratzen und ab damit in den Beutel.

Jetzt wird’s bürokratisch

30. März 2007

Die Imkerei ist im Vergleich mit anderen landwirtschaftlichen Branchen weitgehend bürokratiefrei. InVeCoS? Cross Compliance? EurepGAP? Wer danach einen Imker fragt, schaut in fragend aufgerissene Augen. Alles Fremdworte!

Im Zusammenhang mit der Öko-Zertifizierung musste ich heute ein Formular ausfüllen und habe genauso dumm aus der Wäsche geguckt. Wieviele Hektar bewirtschaftet werden? Welche Marktfrucht wir herstellen? Welche Dienstleistungen wir von Dritten erbringen lassen?

Zum Glück gabs eine freundliche Dame bei der Zertifizierungsstelle, die geholfen hat. Also: Bienengärten sind keine landwirtschaftliche Nutzfläche, Honig ist eine Marktfrucht und Labore für Wachs-, Honig-, Nosema- und Faulbrutuntersuchungen sind keine Dienstleister!

Thüringer Bazillen entlastet

29. März 2007

Das Deutsche Bienenjournal bringt in seiner neuesten Ausgabe einen Forschungsbericht über die Wirkung von BT-Maispollen auf die Bienengesundheit. Dazu wurden Bienen bis zur Oberkante Unterlippe mit den BT-Maispollen abgefüllt. Nur wenn sie an Nosema (= Bienendurchfall) erkrankt waren, hat die Giftpollen-Diät die Sterblichkeit erhöht. Bienen mit normalem Stuhlgang blieben aber quietschfidel.

Betrieb zur Bio-Zertifizierung angemeldet

28. März 2007

Heute habe ich unseren Betrieb zur Zertifizierung nach EG-Öko-Verordnung 2092/91 angemeldet. Die Übergangsfrist läuft nun ein Jahr, so dass wir zu unserem im April beginnenen Geschäftsjahr 2008 ein zertifizierter Bio-Betrieb sein könnten. Nun können wir uns auch ein Jahr Gedanken über die künftige Vermarktung unserer Produktion machen. Entweder alles Bio oder eine klassische 2-Markenstrategie, d.h. einmal mit Künasts „Bio“-Aufkleber und einmal ohne.

Der erste Eindruck täuscht nicht

27. März 2007

Die Wintermonate nutzen wir dazu, um neue Händler von unserem Angebot zu überzeugen. Das geht so: Wir rufen an, schicken unseren Prospekt und vereinbaren einen Besuchstermin.

Dann stehen wir zu ersten Mal vor dem Laden, erhalten den ersten Eindruck und der täuscht meisten nie. In der Regel werden die Geschäfte mit viel Liebe zu Detail geführt: die Waren sind ansprechend präsentiert, das Auge des Kunden findet sich gut zurecht, es ist sauber, die Etikette sind alle nach vorne gedreht und der Ladenbesitzer lächelt freundlich. Da wissen wir sofort: Hier ist unser Honig gut aufgehoben.

Dann gibt es aber auch noch die andere Sorte Läden. Davon hatten wir heute wieder mal einen. Typisch sind folgende Anzeichen: Vor dem Laden steht eine Sitzgarnitur aus Holz oder Plastik. Darauf ein riesiger Aschenbecher und weil der nicht reicht, gleich noch einer auf der Fensterbank. Rauchig riecht’s auch im Laden. Die Regale sind unordentlich und lückenhaft bestückt. Das Schaufenster ist dreckig.

Ganz am Anfang haben wir einmal den Fehler gemacht, so jemanden zu beliefern. Bezahlt wurde nie. Seither wissen wir: Wir brauchen keine Auskunft bei Creditreform oder Bürgel, nur ein feines Näschen und zwei offene Augen!

Warum Imker bleiben?

26. März 2007

Eine wohlmeinende Nachbarin versucht uns zu überzeugen, dass wir Nahrungsergänzungsmittel mit Aloe vera neben unserem Honig verkaufen sollten. Ein „Karriere-Magazin“ hat sie uns in das Info-Paket gleich mit reingelegt. Darin wird beschrieben, wie z. B. ein gelernter Kfz-Schlosser jetzt diese Produkte verkauft und sich eine Villa mit einer großen Garage voller Porsches und Lamborghinis leisten kann. Er verdient 300.000 Euro, mit Prämien sogar 500.000 Euro – im Monat und darf den stolzen Titel „Senior-President“ tragen.
Wir haben das Angebot heute freundlich abgelehnt. Geschrieben haben wir, dass unsere Kernkompetenz Honig sei und bleiben solle. Gemeint haben wir aber, dass Lamborghinis auf Waldwegen immer so leicht aufsetzen, wenn Bienenkästen auf dem Anhänger zum Wanderplatz transportiert werden müssen.

Tierarzt schaut genau hin

21. März 2007

Wer mit seinen Bienen wandern will, bekommt Besuch vom Amtstierarzt. Was für andere Landwirte die Geflügel- oder Schweinepest, ist für uns Imker die bösartige oder amerikanische Faulbrut. Der Tierarzt schaut genau hin, ob er irgendwelche Symptome sehen kann. Verdächtig sind eingefallende Brutwabendeckel mit einem kleinen Loch drin. Die hat Dr. Raehse heute zum Glück nicht entdeckt. Daher wird unseren Bienen beste Gesundheit bescheinigt und wir bekommen ein Gesundheitszeugnis. Kopien müssen wir später dem Amtsveterinär des Kreises zuschicken, in den wir mit den Bienen einwandern möchten. Dann weiß dieser, dass die Faulbrut bei ihm nicht eingeschleppt wird.

Weil die Gesundheit unserer Bienen extrem wichtig ist, belassen wir es nicht bei der heutigen Inspektion. Sicherheitshalber lassen wir Honig aus den Völkern noch mikrobiologisch untersuchen. Wenn dann keine Faulbrutsporen gefunden werden, wissen wir, dass alle Bienen gesund sind.

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Amtstierarzt Dr. Raehse will’s genau wissen. Sind die Bienen gesund?

Thüringer Bazillen unter Verdacht

19. März 2007

Mehrere Medien berichteten in den letzten Tagen über ein geheimnisvolles Bienenverschwinden in Mecklenburg-Vorpommern und den USA. Was dies für unseren Betrieb bedeute, wurden wir gefragt und ob wir nähere Informationen haben. Nein, nur Vermutungen. Es könnte an BT-Mais liegen. BT steht für Thüringer Bazille (Bacillus thuringiensis). Beim BT-Mais ist das Gift-Gen in das Genom der Maispflanze eingebaut worden. So produziert die Maispflanze ihr eigenes Insektenvernichtungsmittel. Das wirkt gegen den Maiszünsler, eine Art Motte. Bei großem Pollenmangel sammeln die Bienen den Pollen von BT-Mais ein und verzehren ihn. Ob das so gesund sein kann?

Das Mottengift BT kommt auch in manchen Imkereien zum Einsatz, um Wabenvorräte vor Wachsmotten zu schützen.

Wir wünschen alles Gute zum Start

18. März 2007

Gestern noch Student – heute schon Unternehmer. Ricardo Proksch hat seine Liebe zu guten Lebensmitteln zum Beruf gemacht und führt seit heute den Kiezladen in der Wolfshagener Straße 72 in Berlin-Pankow. Wir wünschen dem jungen Unternehmer und seinem Feinkostladen zur heutigen Eröffnung alles Gute!

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Unser Wachs ist rückstandsfrei!

16. März 2007

„Keine Rückstände nachweisbar“. Das ist das Ergebnis der Wachsuntersuchung, die wir bei der Universtität Hohenheim in Auftrag gaben. Damit ist die größte Hürde für die Biozertifizierung unseres Betriebes genommen. Denn wir hätten wenig Lust (und Geld) gehabt, 60 Völker auf neue Bio-Mittelwände zu setzen. Das wären 1.680 Mittelwände oder 130 kg Wachs gewesen.

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Eine gute Nachricht: Unser Wachs ist sauber

Obstblüte 2 Wochen früher erwartet

15. März 2007

Die Bienen fliegen schon wie im Frühjahr. Nun wird auch der Imker unruhig. Schon seit Jahren wandern wir in die Obstplantagen im Kreis Märkisch-Oderland. Ein Anruf bei den Obstbauern ergibt, dass der Beginn der Obstblüte 2 Wochen früher als sonst, also bereits Mitte April erwartet wird.

Entdeckelungsgabel für Fische

14. März 2007

Am Gartentor klingelt es. Davor steht ein älterer Herr, der sich als Angler vorstellt. Ob wir auch Imkereibedarf verkaufen würden. „Nein, nur Imkereiprodukte“, antworte ich und frage: „Sind Sie denn Imker?“ Antwort: „Nein Angler“. Großes Fragezeichen (Warum braucht ein Angler Imkereibedarf?).

Er berichtet: „Im Fernsehen habe ich bei einem Koch gesehen, wie er Fischfilet in ganz dünne Scheiben schneidet, indem er das Filet mit einer Entdeckelungsgabel festhält.“
Aha! Ich verkaufe dem Mann eine meiner Endeckelungsgabeln. Er ist richtig glücklich und bedankt sich vielmals.

Autobeschriftung weckt Interesse

13. März 2007

Heißer Diskussionspunkt bei unserem Selbstständigen-Stammtisch: Was bringt eine Autobeschriftung? Die meisten meinen, nichts. Wer schreibe denn schon eine Telefonnummer vom Auto ab? Wenn überhaupt, werde der Zweck ja auch durch einen Zettel an der Heckscheibe erfüllt. Trotzdem habe ich den Firmenwagen beschriften lassen.

Immer wenn ich merke, dass jemand z. B. auf einem Parkplatz die Beschriftung liest („Guck Mal, ein Imker“), zücke ich sofort unseren kleinen Handprospekt und drücke ihn den Interessierten in die Hand.

Heute hat sogar ein Einzelhänder angerufen, der unseren Wagen auf der Frankfurter Allee fahren sah, sich die Nummer notierte und nun unsere Preisliste angefordert hat.

Völker viel stärker als in 2006

10. März 2007

Kurzkontrolle der Völker. Ein Blick unter den Deckel reicht, um zu sehen, dass die Völker viel stärker als 2006 sind. Teilweise besetzen Sie jetzt schon bis zu 7 Wabengassen.

Die Völker, die bereits im Dezember bei der Oxalsäurebehandlung tot waren, räume ich ab. Von 60 eingewinterten Völkern sind 3 abgängig. Das ist eine Quote von 5 %. Vergangenes Jahr hatten wir fast 20 %! Normal sind 10 bis 20 %.

Blick durch die Folie

Der Blick durch die Abdeckfolie zeigt, dass die Völker (bis jetzt) gut durch den Winter gekommen sind. 6 bis 7 Wabengassen werden besetzt.

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Schadensbild eines wegen Königinnenmangels buckelbrütig gewordenen Volkes. Es finden sich keine Kotspuren im Kasten. D. h. die kranken Bienen erledigten ihre Notdurft draußen.

Faulbrutfall in Tiergarten

9. März 2007

Ein noch bestehender Faulbrutsperrbezirk in Stadtbezirk Mitte (Tiergarten) lässt bei der Delegiertentagung des Imkerverbandes Berlin aufhorchen. Normalerweise gibt es im Winter keine Sperrbezirke, weil erkannte Faulbrut im Sommer saniert und damit aus der Welt geschafft wird.

Wenn stimmt, was hier zu hören war, dann ist das ein echter Skandal.

Demnach sollen bei der Sanierung eines mit Faulbrut befallenen Standes alle Völker abgetötet worden sein. Die Waben mit dem Faulbruthonig kamen in Plastiksäcke. Die standen dann rum und wurden von den Bienenvölkern der Umgebung leergeräubert.
Sollte das wirklich so passiert sein, haben 2 gewaltig geschlafen.

  1. Der Amtsveterinär, der von der Sanierung nichts verstanden hat. (Er soll wohl auch gar nicht mehr da sein.)
  2. Der Imker, dem alles Wurst war, nachdem er ja keine Bienen mehr hatte.

Es wäre auch anders gegangen. Der Imkerverband hat ein Seuchenmobil, mit dem alle Gerätschaften, einschließlich Bienenkästen und Rähmchen in kochender Natronlauge desinfiziert werden können. Die Bienen hätte man per Kunstschwarm retten, die Waben einschmelzen und das Wachs unter Druck sterilisieren können.