23. April 2007
Dem Imkerkollegen vom Freitag schwärmt nun schon das 2. Volk ab. Ob ich den Schwarm einfangen und habe wolle. Er hat im letzten Jahr mit 2 Völkern angefangen. Weil sich Bienen rasch vermehren, stehen bei ihm nun schon 9 Kästen im Garten. Mehr will er nicht.
Es ist ein großer Schwarm, der da im Kirschbaum hängt. Mit einem Drucksprüher mache ich ihn nass. Dann fege ich ihn mit einem Bienenbesen in die Schwarmfangkiste. Geht ruckzuck. Dann kommt der spannende Moment: Bleiben die Bienen drin oder kommen sie wieder raus?
Dieses Mal ist es wie im Bilderbuch. Erst gibt es ein fleißiges Hin- und Hergefliege zwischen Kasten und Ast. Dann sammeln sich immer mehr Bienen am Ast. Nach einiger Zeit fliegen sie alle auf. Wildes Gebrause ertönt. Einen Augenblick später ist die Schwarmfangkiste schwarz vor Bienen und sie drängen alle hinein. Ein echtes Schauspiel!

4 kg Bienen: Wer mich pflückt, dem gehöre ich.

Wir wollen auch noch mit!
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21. April 2007
Nachdem nun fast alle Völker auf Wanderschaft sind, wird es Zeit, sie zu besuchen. Die Obstplantage in Frankfurt/Oder steht in voller Blüte. Die Bienen haben sich eingeflogen und sind fleißig. Heimweh haben sie wohl keines, dafür aber mächtig Durst. 25 Völker schlucken ganz schon was weg. In dem 20 Liter-Fässchen sind vielleicht gerade noch 5 Liter!
Ganz anders in der Plantage in Werneuchen. Da hat der Obstbauer vor einigen Jahren eine Beregnungsanlage installiert. An jedem Bäumchen quillt das Nass Tropfen für Tropfen aus einem Schlauch. Da hängen die Bienen ab. Das kann ich gut nachempfinden. Kühl und frisch schmeckt mir auch besser als lauwarm und abgestanden.

Oh, wie tut’s im Herz so weh, wenn ich vom Fass den Boden seh!
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20. April 2007
Ein Imkerkollege ruft an und erzählt, dass er schon seinen ersten Schwarm vom Obstbaum des Nachbarn gepflückt hat.
Das veranlasst mich zu einer Nachschau bei meinen stärksten Völkern. Ich schaue mir dazu immer zuerst den Baurahmen an. Tatsächlich: die Bienen haben eine „Girlande“ gebaut und in einigen Spielnäpfchen sind schon Eier. Die stehen zwar noch stramm und kerzengerade wie Gardesoldaten, doch die Schwarmstimmung ist unverkennbar. Ich hänge alle Brut übers Absperrgitter. Das ist ein prima Pflegevolk für die werdenden Königinnen vom Dienstag.
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19. April 2007
Die Zertifizierungsstelle teilt heute mit, dass wir bei der Kontrollbehörde angemeldet sind. Produkte, die wir mit Hinweis auf den ökologischen Landbau vermarkten, sind mit der Nummer der Kontrollstelle zu versehen. Das liegt einstweilen noch in der Zukunft.
Der sind wir heute ein gutes Stück näher gekommen, denn ich unterzeichnete heute mit Heike Kruspe, der Bioland-Beauftragten für die neuen Bundesländer, den Erzeugervertrag. Ab wann wir „Bioland“ auf unsere Ware schreiben dürfen/müssen, ist noch offen. Das entscheidet sich erst nach der 1. Kontrolle. Angepeilt ist der 1.4.2008.

Ein wichtiger Augenblick für unsere Imkerei: Die Unterzeichnung des Bioland-Vertrages.
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18. April 2007
Als hätten wir nichts zu tun. Gegen Mittag kommen gleich 2 Schwarmmeldungen und zwar aus Kaulsdorf und aus Mahlsdorf (beide Bezirk Marzahn-Hellerdorf). Ein Schwarm soll Bewohner eines Mehrfamilienhauses daran hindern, vor die Haustüre zu treten, weil er sich an Eingang eingenistet habe. Ich finde Wildbienen, die im sandigen Boden neben einer Haustreppe ihren Bau haben. Ich halte den Anwohnern ein kurzer Vorträg über stachellose Bienen, dass diese völlig harmlos und zudem geschützt seien.
Das selbe wiederholt sich am 2. Ort. Hier haben es sich Wildbienen in den hohlen Stängeln einer Schilfmatte gemütlich gemacht.
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18. April 2007
Wer als Partner des Obst- und Gartenbaus seine Völker zum Bestäubungseinsatz schickt, muss schon mal eine Nachtschicht einlegen und das bei widrigsten Verhältnissen. Die Bauern wollen Äpfel, die Kunden Honig aufs Brötchen – also keine Müdigkeit!
Bei strömendem Regen verschnürten mein treuer Helfer Lars und ich 25 Bienenkästen und hoben sie auf einen 2 x 5 m – Anhänger. Dann ging’s 80 Kilometer nach Osten bis zur polnischen Grenze. Um 22 Uhr irrten wir durch eingeschlafene Dörfer und rumpelten über sandige Feldwege. Erst mal fanden wir die Plantage nicht. Drehten noch mal um und versuchten uns zu erinnern, wie wir im letzten Jahr gefahren waren.
Schließlich kamen wir doch an. Das Abladen ging schneller als das Aufladen. Zum Glück hatte der Regen aufgehört. Nach 45 min standen alle Beuten ordentlich auf ihren Paletten. Um 1.00 Uhr waren wir wieder zurück.

Das Ende einer Nachtwanderung: Müde, aber wenigstens wieder in trockenen Kleidern.
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17. April 2007
Unsere Berliner Bienen gelten als besonders friedlich. Auch in locker bebauten Stadtbezirken mit 600-1.000 qm-Grundstücken sind stechlustige Biester (die z. B. den Nachbarn beim Rasenmähen angreifen) nicht zu dulden. Dass unsere Bienen so brav und fleißig sind, verdanken wir zu einem guten Teil der Berliner Königinnenhebamme Gutrun Timm.
Bei Ihr gibt es inselbegatteten Zuchtstoff, d. h. ganz kleine Bienenbabies, aus denen einmal Königinnen werden sollen. Heute war’s mal wieder soweit: Umlarvtermin bei Fr. Timm. Einen Teil der so gezogenen Königinnen verkaufen wir weiter oder benutzen sie für unsere eigene Zucht.

Gutrun Timm, Zuchtverantwortliche des Berliner Imkerverbandes, ist die Hebamme der Berliner Königinnen.
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16. April 2007
Am Samstag und Sonnntag schreckten uns gleich zwei Alarme wegen angeblicher Bienenschwärme aus unserer sonnenbeschienenen Wochenendruhe.
- Ein Schwarm sollte sich neu in eine Mauer eingenistet haben. Jedenfalls fliege es fleißig rein und raus. Unsere Antwort am Telefon: „Es gibt noch keine Schwärme. Dazu ist es zu früh.“ Ein Imkerkollege nimmt sich der Sache an. Tatsächlich entdeckt er Bienen. Offensichtlich handelt es sich um verwílderte Honigbienen. Ran kommt er nicht, weil man sonst einen Teil der Mauer einreißen müsste und das will der Besitzer des Schuppens, zu dem die Mauer gehört, nicht.
- Der nächste „Schwarm“ kann am Telefon geklärt werden. Kinder hatten mit Zuckerwasser geplempert und dabei Besuch von Bienen bekommen. Unsere Empfehlung: Verläppertes Zuckerwasser einfach mit Wasser abwaschen.
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13. April 2007
„Der Befallsgrad ist unglaublich“, meint unser Rapsanbauer in Hinblick auf den Rapsglanzkäfer. Vor einigen Wochen klang das noch anders. „Hier im Norden wirken Pyrethroide noch“, hieß es. Die neuen Mittel seien viel zu teuer.
Doch nun zeigt sich, dass es trotz einer Spritzung in dieser Woche in den gelben Blüten immer noch schwarz krabbelt. Also will er kommende Woche noch mal mit dem bienenungefährlichen Biscaya behandeln. Anwandern oder nicht? Darüber gehen die Ansichten bei den hiesigen Imkern auseinander.
Ich warte lieber ab. Den ersten Rapsnektar nutzen die Bienen ohnehin für sich. Da können sie auch an ungespritzen Blüten nippen. Wenn dann ein Überschuss eingetragen und in Honig verwandelt wird, kann ich immer noch anwandern. Das freut zwar die Bauern nicht, die wollen Bestäubung ab der ersten Blüte. Aber ohne Bestäubungsprämie setzen wir unsere Bienen keiner Gesundheitsgefahr aus.
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12. April 2007
Jetzt geht’s los. Um 7.00 Uhr Fluglöcher abdichten. Die Ableger vom vergangenen Jahr noch mal erweitern. Völker mit Gurten verschnüren. Dann Anhänger ausleihen. Mitarbeiter Lars kommt pünktlich. Dann wird aufgeladen und ab geht die Fahrt nach Werneuchen, nordöstlich von Berlin. Da erwartet uns auch schon Seniorchef Helmut Mehlich auf seiner Obstplantage: Apfel-, Birnen- und Kirschblüten brauchen fleißige Blütenbesucher. Dann gibt’s noch allerlei Beerenobst. Bis jetzt sind die Blüten noch Knospen, aber am Samstag sollen sie aufplatzen.
Es ist eine kleine Wanderung mit nur 10 Völkern. Dieses Mal ist etwas Wehmut dabei, weil zum letzten Mal die leichten Styroporbeuten zum Einsatz kommen. Ab nächstem Jahr ist ja „BIO“ angesagt und dann wohnen und arbeiten die Bienen in Holzkästen.

Noch ein Abschiedsfoto von der letzten Wanderung mit diesen Bienenkästen.
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11. April 2007
Ein neuer Online-Schnupperkurs soll auf das Hobby Imkerei neugierig machen. Der Kurs findet sich auf der Seite www.die-honigmacher.de. Betreut wird sie von der in Sachen Imkerei sehr rührigen Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.
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7. April 2007
Als Imker freue ich mich immer besonders auf das Osterfest, denn in Osternacht erklingt in feierlicher Weise das Osterlob, das Exsultet. Es ist ein Lob auf die Biene. Der Diakon bittet, dass Gott das Lobopfer der Osterkerze entgegennehmen möge und preist:
„Aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet, wird sie Dir dargebracht von Deiner heiligen Kirche. … Denn die Flamme wird genährt vom schmelzenden Wachs, das der Fleiß der Bienen für diese Kerze bereitet hat. … Nimm sie an als lieblich duftendes Opfer.“
Das Exsultet stammt aus dem 4. Jahrhundert. Die brennende Bienenwachskerze steht für den auferstandenen Christus, dessen Leib (=Wachs), Seele (=Docht) und Gottheit (=Flamme) sie darstellt.
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5. April 2007
Die Wanderung in den Raps steht kurz bevor. Imkerkollege Zehbe und ich fahren verschiedene Rapsschläge ab und schauen nach einem geeigneten Standplatz. Er sollte gut erreichbar und vor neugierigen Blicken geschützt sein. Eine nahe Wasserquelle ist ideal. Sie erspart die Tränke.
Standplatz 1 hat Wasser, nämlich die Klärbecken einer Kläranlage. Igitt – kommt nicht in Frage.
Am Standplatz 2 wächst kein Raps wie noch vor einigen Jahren. Da weiden jetzt Pferde.
Standplatz 3 ist in Ordnung. Der Raps blüht schon auf. Doch ein scharfer Blick in die Blüten verrät: der Rapsglanzkäfer ist schon da. Wir rufen beim Bauern an und berichten ihm davon. Er teilt mit, dass er von Mittwoch bis Freitag mit Talstar (Bienenungefährlich B4) behandeln will. Wir werden also nicht vor Ende kommender Woche anwandern.

Ein Blick in die ersten offenen Rapsblüten zeigt …

… die Rapsglanzkäfer sind vor den Bienen da.
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4. April 2007
Es ist noch nicht mal 9 und schon sind 2 Bienenvölker verkauft und 25 für die Wanderung ins Obst versprochen.
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2. April 2007
Am Gartentor steht eine Dame mittleren Alters und fragt um Rat. „Wie kann ich einem Imker in Mosambik die Arbeit erleichtern?“ Im Gespräch ergibt sich, dass sie im südlichen Afrika eine christliche Missionsstation für Aidswaisen betreut. Dort arbeitet unter anderem auch ein Imker mit Trogbeuten. (Das sind Bienenkästen, die länglich sind und keine Etagen haben.)
Zur Arbeitserleichterung empfahl ich der Dame eine Entdeckelungsgabel und die Kleinschleuder von Swienty. Daraufhin hat sie mich gleich nach Mosambik im Mai eingeladen. Leider musste ich absagen, denn da brauchen mich die hiesigen Bienen. Also muss er erst einmal auf meinen Besuch verzichten. Dafür war kürzlich die Polizei bei ihm. Gegen ihn liege eine Anzeige vor. Er habe in diesen Kisten Kinder oberirdisch bestattet. Das sei verboten.
Dem Vernehmen nach konnte der Irrtum vor Ort aber schnell geklärt werden.
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