Werbebanner zum Buch: Marc-Wilhelm Kohfink, Bienen halten in der Stadt

Kleine Ausreißerinnen

10. Juni 2007

Als flüchtiger Gast erwies sich heute ein Mitte Mai eingefangener Schwarm. Er hatte sich damals selbst in einen leeren Bienenkasten einquartiert. Brav baute er 1 Zarge Mittelwände voll und die 2. zur Hälfte aus. Heute flog er um die Mittagszeit weiter und sammelte sich kurz danach unter dem Gipfel eines 5 Meter hohen Lebensbaumes.

Rasch aufgestellte leere Bienenkästen, z. T. sogar mit Schwarmlockmittel beduftet, konnten ihn nicht zur Rückkehr bewegen. Um 20.00 Uhr hing er immer noch im Baum.

Unser Betrieb unter der Bio-Lupe

8. Juni 2007

Viele Fragen, viele Formulare, viel Zeit. So lässt sich die 1. Öko-Kontrolle unserer Imkerei zusammenfassen. Um 8.00 Uhr klingelte Henrik Staar, Kontrolleur der Fa. AbCert, an unserer Türe und legte los. Zuerst wurden der Schleuderraum und das Honiglager inspiziert. Dabei nahm er genau auf, wie viel konventionell erzeugter Honig bei uns lagert. Dann ging’s ans Ausfüllen der Formulare. Er stellte tausend Fragen zu unserer Betriebsweise, was wir z. B. im Räucherapparat (Smoker) verbrennen. Dann nahm er verschiedene Wachsproben, um zu überprüfen, ob darin irgendwelche Rückstände sind.

Zum Schluss inspizierten wir die Völker. Wohnen alle in Holzkästen? Mit was sind die imprägniert? usw.

Am Ende stand eine Liste, was noch zur Anerkennung als Öko-Betrieb fehlt. Wir müssen noch unsere Kästen nummerieren und für jedes Volk eine Art Protokollbuch (sogen. Stockkarte) führen.
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Ordner, Formulare und Bescheinigungen. Die Zertifizierung als Öko-Betrieb bedeutet vor allem viel EU-Bürokratie. Der freundliche Öko-Kontrolleur hilft aber gerne.

Öfter mal etwas Neues: Honig vom Spargel

6. Juni 2007

Noch wird fast überall der Spargel gestochen. Nicht jedoch auf neu angelegten Feldern. Weil der Appetit auf das edle Stangengemüse wächst, werden in Beelitz neue Flächen in die Spargelproduktion genommen. Das ist unsere Chance als Imkereibetrieb, für unsere Kunden wieder eine Honig-Rarität sammeln zu lassen. Später nämlich, wenn von den Feldern gestochen werden soll, wird mit Pflanzenschutzmitteln gespritzt.
Heute früh habe ich einen möglichen Standplatz in Augenschein genommen: 20 ha Öko-Spargelanbau, die bereits blühen. Fluglöcher lassen sich in Richtung Osten ausrichten (da kitzeln die ersten Sonnenstrahlen die Bienen wach), Wasser in Drainagegräben – gute Bedingungen also.

20 kleine Strolche zu Besuch

5. Juni 2007

Über diesen Besuch freuen wir uns immer besonders: Kindergartenkinder, die mit Ihren Erzieherinnen einmal schauen wollen, woher der gute Honig kommt. Heute war die erste Gruppe dieses Frühjahrs hier, nämlich 20 Vorschulkinder der Kita „Kleine Strolche“.

Zuerst schauten sie in den Schaukasten, dann ernteten wir 2 dicke Honigwaben. Diese durften die Kinder dann in den Schleuderraum tragen. Dann wurde entdeckelt, geschleudert und zugeschaut, wie viel Honig aus nur 2 Waben rauskommt. Nachdem der Honig durch 2 Siebe in einen Abfüllkübel gelaufen war, durften die Kinder etwas davon in ihren mitgebrachten Gläsern heim nehmen.

Als Vorbedingung bitten wir die Erzieherinnen nur, dass sie mit den Kindern eine Unterrichtseinheit über Bienen machen. Zur Vertiefung kommen sie dann zu uns.

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„Hat die Königin eine Krone auf?“ Die Antwort auf diese Frage weiß der Imker.

Es summt und braust

4. Juni 2007

Am Samstag naschten die Bienen noch vom Götterbaum. Heute stürzen sie sich auf die Linde. 50 Völker erzeugen einen Krach, als mache sich ein Schwarm auf und davon.

Im Wald da sind die Räuber

3. Juni 2007

Heute holten wir die restliche Handvoll Völker aus der Robinie zurück und räumten den Wanderplatz.

Eine böse Überraschung gab es. Weil in dem Wald zu dieser Zeit nichts mehr blüht, schieben die Bienen nach der Akazienblüte Kohldampf und beginnen zu räubern. Obwohl die 4 am Wanderplatz verbliebenen Honigräume mit Plastikfolie (eigentlich) bienendicht verschlossen waren, haben sich die hungrigen Immen durch die Folie gebissen und über die Honigvorräte hergemacht.

Honig mit der Schöpfkelle ins Glas

2. Juni 2007

Wie bringt der Imker den Honig ins Glas? Mit dem Abfüllkübel und einer Waage oder mit einer Abfüllmaschine, so machen wir das in unserem Betrieb.

Heute habe ich bei einer privaten Geburtstagsfeier die Tochter einer Berufsimkerin aus Schleswig-Holstein kennengelernt. Die berichtet, wie Honig bei ihrer Mutter (geboren 1935) abgefüllt wurde: mit der Schöpfkelle. Irgendwie kann ich das gar nicht glauben.

Jungimker reparieren Völker

1. Juni 2007

Inzwischen geht der Jungimkerkurs in die 4. Runde. Dieses Mal erfahren die Besucher, wie Völker „repariert“ werden. Einige Patienten dafür habe ich gestern erst aus der Robinie mitgebracht. Völker ohne Königin, die nun neu beweiselt werden. Auch ein dohnenbrütiges ist darunter. Eine Weiselprobe verlief negativ. Alles in Ordnung? Leider nein, denn eine Königin ist da, befindet sich aber im Gebärstreik. Es gibt also viel zu lernen.

Enttäuschende Robinie

31. Mai 2007

Heute holen wir die Völker aus der Robinie zurück. Normalerweise blüht sie etwa 2 Wochen. Dieses Mal war nach einer Woche schon Schluss. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr ist das Ergebnis enttäuschend. Besonders bei den Völkern, die wir am Sonntag abstellten. Die Völker vom Freitag sehen etwas besser aus.

Robinie ist generell eine sehr unsichere Tracht. Wenn es im April noch einmal Frost gibt, dann fällt die Blüte schon mal ganz aus. Die Rückwanderung nach Berlin in die Linde verläuft routiniert. Leider müssen 5 Völker und 4 volle Honigräume erst noch am Wanderplatz bleiben, weil sie keinen Platz mehr im Wagen oder Anhänger finden.

Gewitter setzt Imkerei unter Wasser

29. Mai 2007

Ein kräftiges Sommergewitter setzte heute unsere Imkerei komplett unter Wasser. Schleuderraum, Honiglager und Büro befinden sich bei uns im Souterrain und der füllte sich mit Wasser. Zum Glück haben wir eine Pumpe, mit der normalerweise im Spätsommer Futtereimer zum Einfüttern unserer Bienenvölker mit Sirup gefüllt werden. Die musste jetzt ran, um den Keller leerzupumpen. Leider gab sie nach einer Stunde Dauerbetrieb ihren Geist auf. Imkerkollege Krüger half uns dann mit seiner Pumpe aus.

Es hätte noch alles viel schlimmer kommen können. Unser Schleuderraum liegt nämlich besonders tief in der Erde. Vollgelaufen, wären wir darin bis zu den Knien im Wasser gestanden. Eine Hinterlassenschaft des 2. Weltkriegs hat das verhindert. Der Raum ist ein alter Luftschutzkeller mit einer gasdichten Metalltüre. Die hat nun prima die Wassermassen draußen gehalten.

Offener Honig oder Waben zum Schleudern stand nicht mehr herum und die Honigeimer schließen alle luftdicht. So ist auch unserer wertvollen Ernte nichts passiert. Nur die Luftfeuchtigkeit ist sicher in den nächsten Wochen höher als sonst. Das ist nicht so gut.
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Wassereinbruch: Honigeimer bekommen nasse Füße

Erster neuer Honig kommt in den Verkauf

25. Mai 2007

Ganz weiß, fast wie Rapshonig ist die diesjährige Frühjahrsblüte geworden. Was drin ist, werde ich heute von den ersten Kunden gefragt. Meine Antwort: „So genau weiß ich das nicht. Die Bienen standen in einer Kirsch- und Apfelplantage.“

Sicherheit bringt uns erst die Honiganalyse des Länderinstituts für Bienenkunde in Hohen Neuendorf. Wenn wir sensorisch nicht mehr weiterwissen, d.h. weder schmecken, noch riechen oder sehen können, was die Bienen gesammelt haben, müssen die Experten ran. Die schieben sich etwas Honig unters Mikroskop und sehen an den Pollen im Honig, welche Blüten unsere Bienen besuchten.

Das große Schleudern beginnt

23. Mai 2007

Nach einer Probeschleuderung gestern hat nur das große Schleudern begonnen. Frühjahrsblüte und Rapshonig stehen auf dem Plan. Erstmals nutzen wir auch die Kapazität unserer großen 21-Waben-Radschleuder richtig aus. Dabei stellen wir fest, dass 3 Personen notwendig sind: 2 die entdeckeln und 1 Person, die die Schleuder beschickt, die Unterstelleimer tauscht und die Siebe reinigt.
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Beim Schleudern: Auf den Bienenfleiß folgt der Imkerfleiß.

Jungimker planen Bau einer Schleuder

22. Mai 2007

Vielleicht sind Imker nach den Schwaben die zweitgrößte soziale Großgruppe, die mit Begeisterung tüftelt und bastelt. Dem verdankt die Branche ca. 3 Dutzend unterschiedliche Rähmchenmaße und so praktische Erfindungen wie die Bienenkastenheizung und die elektronische Smokerzündung.

3 Jungimker aus meinem Imkerkurs planen nun, gemeinsam eine Radschleuder zu bauen. Sie haben ihren Besuch angekündigt, um meine Schleuder einmal gründlich zu vermessen. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein! Als Gegenleistung bieten sie an, beim Entdeckeln zu helfen.

So duftet der Frühling

19. Mai 2007

Autotüre auf und erst einmal tief Luft durch die Nase ziehen! So herrlich, wie mitten im Neuhardenberger Robinienwald riecht es das ganze Jahr nicht mehr. Es durftet wie im Blumenladen ohne so dämpfig zu sein.
Heute habe ich den letzten Schwung Bienen nach Neuhardenberg gebracht. Die Umstände sind gut für eine reiche Ernte: Es hat in den letzten Tagen viel geregnet und heute ist es schwül-warm und sonnig. Daneben habe ich auch die Zeit gefunden, mir einmal das Schloss anzuschauen.

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Arbeiten dürfen, wo andere Urlaub machen. Unsere Bienenvölker in der Märkischen Schweiz bei Neuhardenberg.

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Nach dem Naturerlebnis das Kulturerlebnis: Schloss Neuhardenberg.

Jungimker erfahren alles über Honigernte

17. Mai 2007

Zum 3. Treffen des Jungimkerkurses kamen heute 10 Interessierte. Es wurde es süß und stachelig. Süß, weil wir Honig ernteten. Stachelig, weil die Bienen ihre Honigvorräte verteidigten. Stiche gehören nun mal dazu. Über 2 Stunden ging es um ernten, entdeckeln, schleudern, abschäumen, rühren, abfüllen, etikettieren und verkaufen von Honig.

16 % Wassergehalt haben wir gemessen. Das ist sehr trocken und zeigt einen reifen Honig an.

3 Teilnehmer blieben noch länger und schauten zu, wie Koniginnen eingefangen und gezeichnet werden.

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Interessant ist alles, z. B. wie der Imker Rauch macht.