2. Juli 2007
Wohin mit den Bienen? Das fragte sich ein befreundeter Imkerkollege. Er hatte seine Bienen direkt neben einem Umspannwerk stehen. Irgendwie bekam diese Nachbarschaft seinen Bienen nicht. Sie wurden zu kleinen Biestern. Darum hat er seine 9 Völker an meinem Standplatz gebracht. Dort wurden sie ganz schnell zu den bravsten Bienen, die man sich vorstellen kann.
Der Aufenthalt war aber nur vorübergehend. Das Umweltamt seines Bezirkes hat ihm einen neuen Standort vermittelt. Das ist eine in allen Farben blühende Wiese. Eingefasst ist sie mit Linden, Akazien und Ahornbäumen. Einen Fluss gibt es auch. Perfekt! Und das alles in der Großstadt.
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28. Juni 2007
Heute schleusten wir die Kinder verschiedener Köpenicker Kindergärten im 20 min-Tackt durch unsere Imkerei. Das war ziemlich stressig, doch es ist schön, in die Gesichter so viel wirklich interessierter Kinder zu schauen. Weil es heute recht kühl war, durften Sie im Schaukasten die Hand erst auf die Scheibe vor dem Brutnest legen und dann auf die ganz kühle Scheibe vor die Honigwabe. Das leuchtete auf dem kleinsten 3-jährigen ein, dass Bienenbabys viel Wärme brauchen.
Weil keine großen Gruppen in unseren Schleuderraum passen (und auch wegen der Hygiene) haben wir eine Ecke in unserem Honiglager mit einer kleinen 4-Waben-Schleuder eingerichtet. Dort zeigen wir den Kindern, wie der Honig aus der Wabe ins Glas kommt.

Mit großem Interesse verfolgen diese Kindergartenkinder die Gewinnung von leckerem Honig. Davon bekommt jeder nachher etwas in sein mitgebrachtes Glas.
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27. Juni 2007
so sind die Kunden zu Ihrem Imker. Heute haben wir wieder ein Geschenk von einer lieben Kundin bekommen. Dafür, dass wir sie nicht ohne Honig am Frühstückstisch darben lassen. Wir danken, freuen uns und machen so weiter!

Eine Flasche Wein mit Bienendeko für den Imker.
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26. Juni 2007
Mit dem Phazelia-Feld ist nicht mehr viel los. Es ist fast abgeblüht. Das ist das Ergebnis unserer Erkundungsfahrt. Die Agrargenossenschaft baut Phazilia zur Gewinnung von Saatgut an. Dieses wird dann später im Jahr als Zwischenfrucht gedrillt, um Unkräuter zu unterdrücken. Die Phazelia blüht dann noch mal im September. Als Tracht ist das zu spät.
Je nachdem, wie gut oder schlecht der Samenertrag ist, wird der Betrieb im kommenden oder übernächsten Jahr noch mal Phazelia anbauen. Das ist die nächste Chance für unsere Wandergemeinschaft des Imkervereins Köpenick.

Eine Wanderung lohnt nicht mehr. Die Phazelia ist schon fast verblüht.
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25. Juni 2007
Bienenvölker als Organismus zu betrachten, ist die Aufgabe der Soziobiologie. Wie würde es klingen, wenn eine Unternehmensberatung ins Bienenvolk schaut? Eine Ahnung davon gibt eine der Juli-Ausgabe des Managermagazins beiliegende Leseprobe der Zeitschrift Outlook. Das ist das Kundenmagazin der Unternehmensberatung accenture. Der Beitrag ist mit Bienenfotos bebildert. Zitat:
„Das richtige Team garantiert die gewünschten Ergebnisse. Ein Team zu formen, das in der Lage ist, signifikante Umsatzziele aus neuen Aktivitäten zu erreichen, erfordert ein starkes Engagement fähiger Mitarbeiter, die kontinuierliche Aufmerksamkeit der Führungskraft sowie ein hohes Maß an Flexibilität, wenn es darum geht, das Team mit dem nötigen Fachwissen auszustatten.“
Wissensmanagement, Mitarbeitermotivation, Unternehmensvision, Zielerreichung … Es gibt viel, was High Performance Unternehmen von den Bienen lernen können.
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22. Juni 2007
Die ZMP () stellt in ihrem heutigen Newsletter fest, dass sowohl die Zahl der Biosupermärkte wächst wie auch die Zahl der Marktfruchtbetriebe, die auf Bio setzen.
Das haben auch wir mit unserem Betrieb gemerkt. Wer seinen Honig über Wiederverkäufer an den Kunden bringt, von dem wird bei unserer Größe „Bio“ vom Handel verlangt. Anders sieht es beim Direktvertrieb aus. Da entscheidet das Vertrauen in den Imker.
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22. Juni 2007
Spontan macht vieles am meisten Spaß. Das kennen wir noch aus Kindertagen. „Kann Marc zum Fußballspielen rauskommen?“ Bei erwachsenen Imkern funktioniert das genau so. „Haben Sie Lust, die Phazelia anzuwandern? Ich habe ein Feld entdeckt!“, ruft ein Imkerkollege an.
Die Adresse der Agrargenossenschaft ist schnell herausgefunden. Sie stellt Saatgut her und ist über jeden Imker froh, der kommt. Anfang nächster Woche wollen wir uns den Schlag (= Acker) mal zusammen mit dem Landwirt anschauen.
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21. Juni 2007
Einer der durch den Berliner Wachsskandal geschädigten Jungimker zeigt mir eine Wabe, wie sie von seinen Bienen aus einer Paraffin-Mittelwand ausgebaut wurde. Ich kann keinen Unterschied zu Waben aus normalen Mittelwänden erkennen. Sie riechen auch normal nach Bienenwachs.
Wäre mir das passiert, ich könnte nicht mehr feststellen, welche Mittelwand aus reinem Wachs und welche aus gepanschtem hergestellt wurde!
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20. Juni 2007
Und zum Schluss eine Besuch beim Imker! Heute haben uns etwas größere Kinder als sonst besucht. Die Klasse 1b der Uhlenhorst-Grundschule in Köpenick war hier. Wir waren der krönende Abschluss einer Unterrichtseinheit über Bienen. Die Kinder wussten auch recht gut Bescheid über Honig und Pollen, über Königin, Drohnen und Arbeiterinnen.
Als Dankeschön überreichten die Kinder mehrere Bilder. Wir haben hier schon eine richtige kleine Kunstsammlung von dankbaren Kindern und Kunden.

Ein Ausschnitt aus unserer kleinen imkerlichen Kunstsammlung. Die Fliese links hat uns eine Kundin bemalt. Neu ist der hübsche Bienenkorb der Klasse 1b der Uhlenhorst-Grundschule
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20. Juni 2007
Soeben erreicht uns der Erfahrungsbericht eines Imkers aus der von uns betreuten Jungimkergruppe mit näheren Informationen zum Berliner Wachsskandal. Vor solchen kriminellen Machenschaften schützt nur ein eigener Wachskreislauf. Das weiß man „was drin“ ist. Oder man kauft sich sein Wachs von vertrauenswürdigen Imkerkollegen aus dem eigenen Verein.
Hier der Bericht:
„Ein Berliner Händler hat über eBay Mittelwände im großen Stil verkauft. Mit 2 Zertifikaten! Diese Mittelwände enthalten nach dem was man hört bis 80% Paraffin und sind damit nach dem dt. Lebensmittelrecht völlig untauglich. Ich habe meine bei diesem Händler erworbenen Mittelwände (ca. 60 Stück) überprüft.
Bei dem Vergleich mit anderen Mittelwänden fällt auf:
- Sie glänzen.
- Sie haben eine andere Farbe.
- Sie sind dicker.
- Sie riechen eher nach Gummi als nach Bienenwachs.
- Sie verarbeiten sich anders (schlechter).
- Beim Einlöten ist der Geruchsunterschied des Rauches extrem.
Leider stellt man das als Anfänger erst fest, wenn man beide Mittelwände nebeneinander legt. Ich habe jetzt die Mittelwände alle wieder aus meinen Völkern genommen. Das nächste große Problem ist, das ich auf gar keinen Fall auch nur eine einzige Mittelwand übersehen darf, da sonst der Wachskreislauf hin ist. Was aber das Problem im bundesweiten Maßstab bedeutet, ist wohl noch nicht abzusehen. Immerhin hat jener Händler Mittelwände in Größenordnung von mehreren Tonnen vertrieben, auch noch, nachdem er auf das Problem hingewiesen wurde.
Da wir ja alle als Anfänger nicht nur hohe Investitionen tätigen müssen, sondern eben auch viele Mittelwände benötigen, ist die Gefahr recht hoch, hier hereinzufallen. Zwar werden die Mittelwände inzwischen bei eBay nicht mehr angeboten, jedoch immer noch auf der Website. Außerdem muss man nochmal festhalten, wer solche Mittelwände verarbeitet hat, solle sie so schnell wie möglich wieder aus den Völkern entfernen.“
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19. Juni 2007
„Einfach Imkern“ heißt ein Büchlein von Dr. Liebig aus Hohenheim. Einfach zu imkern, ist auch unser Anliegen.
Mit größtem Vergnügen zertrümmert Liebig jahrhundertealte Glaubenssätze, wie dieses Beispiel aus einem Erfahrungsbericht vom Jungimkerblog beweist: „Als Dr. Liebig aufschnappte, dass wir noch nicht geschleudert haben, da wir noch auf das Verdeckeln der Honigwaben warten, machte er uns klar, dass die Reife des Honigs entgegen dem Glauben der meisten Imker nichts mit der Verdeckelung zu tun hat!“
Ausgesprochen interessant ist Liebigs Verfahren, ungeschleuderten Honig zu trocknen. Man stelle die Waben in einen Raum mit 20 % Luftfeuchtigkeit. Wir fragen uns: Wie bekommt man das hin?
Wir hatten dieses Jahr einige Waben aus der Akazie mitgebracht, die waren schön verdeckelt. Beim Aufreißen der Deckel lief aber eine dünne Soße aus den Waben. Unser Imkernachwuchs stellte sofort fest: „Der schmeckt ja gar nicht.“ Der Refraktometer maß 24 % Wassergehalt. So was taugte bisher nur als Bienenfutter.
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19. Juni 2007
Und schon wieder besucht uns eine Kindergartengruppe. Das ist die dritte in den vergangenen 10 Tagen. Dieses Mal ist es die „Rasselbande“ aus der Kita in der Kaulsdorfer Straße. Morgen kommen die nächsten. Ich wurde gefragt, was solche Besuche uns „bringen“.
So darf die Frage nicht gestellt werden. Ich bin der Auffassung, dass es unsere Aufgabe als Imker ist,
- den Kindern die Angst vor Krabbel- und Flugtieren zu nehmen,
- deutlich zu machen, dass unsere Nahrungsmittel zwar aus dem Laden kommen, aber die Frucht menschlicher Arbeit sind,
- die Vielfalt und die großartigen Leistungen der Natur nahe zu bringen,
- mal sinnlich erfahren zu lassen, wie gut Honig vom Imker schmeckt.
Dass mal Eltern Honig gekauft haben, weil ihr Kind hier war, ist jedenfalls noch nie vorgekommen.
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18. Juni 2007
2 Imker unserer Jungimkergruppe sind auf einen Betrüger reingefallen. Für nur 5 Euro haben sie Mittelwände aus angeblich reinem Bienenwachs von einem Berliner Händler über Ebay erworben. Tatsächlich bestanden die Mittelwände aber nur zu 20 % aus Bienenwachs. 80 % sind Parafin. Die Bienen haben die Mittelwände problemlos ausgebaut. Gemerkt hat es ein Imker aber erst, als es aus dem Sonnenwachsschmelzer zu komisch nach Plastik roch.
Wie zu hören ist, ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits.
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17. Juni 2007
In den frühen Morgenstunden bei schönstem Wetter geht es heute Richtung Spreewald. Dort stellen wir unsere Völker in den Spargel. Laut Trachtpflanzenbuch und der Auskunft eines rheinischen Imkers mit Erfahrung soll das eine gute Tracht sein. Dieses Mal hilft die 5. Imkergeneration mit. Beuten auf dem Anhänger zum Abladen vorziehen oder Fluglöcher öffnen: Es gibt viel, wobei Nachwuchsimker mit anpacken können.
Alles verläuft wie am Schnürchen und nach 3 Stunden sind wir schon wieder in Berlin.

Wie gut honigt der Spargel? 2 Generationen Imker sind gespannt.

Klein und unscheinbar sind die Spargelblüten. Wie bei Zitronen hängen Blüten und Früchte gleichzeitig am Strauch.
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13. Juni 2007
Damit unsere Bienen im Winter nicht hungern müssen, wurden sie bisher mit einer Mischung aus Honig und Futtersirup eingefüttert. Als Biobetrieb kann man das so nicht mehr machen. Da muss es Bio-Zucker und Bio-Honig sein. Da aber unser Honig bisher Normal-Honig war, gibt’s diesen Herbst für alle Völker ausschließlich Bio-Zucker. Das ist leider knapp, denn alle wollen Bio-Zucker: Die Getränkeindustrie ebenso wie die Backwaren und die Süßwarenindustrie. Da bleibt für die Bio-Imkerei nicht mehr viel übrig.
Der Bioland-Verband organisiert einen gemeinsamen Einkauf direkt beim Hersteller. Doch weil der nicht mehr liefern kann, wird vom Weltmarkt zukauft. (Rohr-)Zucker kostet dort nur ein Drittel des Normalpreises, doch durch Zölle wird er so richtig teuer: Rund 1,40 €/kg (incl. Mwst.). Zum Vergleich: Im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) kostet das Kilo konventionell erzeugter Zucker 0,96 €. Zuckersirup auf Maisbasis gibt es ab ca. 0,60 €.
Hinzu kommt, dass der Imker aus dem Bio-Zucker erst noch zu Zuckerwasser kochen muss. Der (konventionelle) Sirup ist aber gebrauchsfertig.
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