Werbebanner zum Buch: Marc-Wilhelm Kohfink, Bienen halten in der Stadt

Was macht der Spargelhonig?

25. Juli 2007

Vor über 5 Wochen wanderten wir mit 10 Völker versuchsweise an ein großes Spargelfeld im Spreewald. Nun wurde es einmal Zeit, nach den Bienenvölkern zu schauen.
Das Ergebnis: Der Spargel blüht immer noch. Die Honigräume sind 1/3 bis 1/2 voll. Das ist für die lange Standzeit wenig. Der Honig ist ganz dunkel und schmeckt leicht säuerlich, etwas wie Sonnenblume.

Wenn man bedenkt, dass die Bienen in dieser Zeit eine ungleich größere Menge Linden- und Sonnenblumenhonig eingetragen hätten, lohnt sich eine Spargelwanderung ganz klar nicht. Das ist nur als ausgefallener Sortenhonig interessant.

Weil Spargel kontinuierlich blüht, scheint diese Tracht ideal zu sein, um Ableger aufzupäppeln.  Es ist fast wie in der Heide. Da bringen die früh gebildeten Ableger mindestens so viel Honig wie ihre Muttervölker.

… und jetzt auch noch Geflügelzüchter

23. Juli 2007

Der Jahresabschluss 2006 ist fertig. Bevor ich ihn unterschreibe, spricht der Steuerberater ihn mit uns durch. Er hat viele Landwirte unter seinen Mandanten, doch wir sind die einzige Imkerei. Das wird bei der Durchsicht des Jahresabschlusses deutlich. Die Einkünfte aus dem Verkauf von Königinnen, Ablegern und Völkern stehen unter der Position „Geflügel“.

Von Menschen, Mäusen und Hummeln

22. Juli 2007

Viele Menschen sehen im Imker auch eine Art Schädlingsbekämpfer, weil er Bienenschwärme einfängt und Wespennester beseitigt. Heute Abend wurde ich zu einem Hummelnest in einer Garage gerufen. Die Hummeln fliegen unter dem unten etwas abgefaulten Garagentor hindurch und verschwinden dann zwischen lauter Unrat wie gelben Säcken, alten Möbeln und Baumaterialien. Der Hausbesitzer räumt etwas frei und dann sehen wir, dass die Hummeln sich unter einem alten Schrank eingenistet haben.

Ich erkläre dem Herrn, dass die Hummeln sich im Herbst verziehen und sich im neuen Jahr woanders niederlassen. Für viel bedenklicher halte ich die Mäuse, die neben den Hummeln wohnen.  Hummeln sind harmlos, aber Mäuse sind Krankheitsüberträger und Vorratsschädlinge.

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Mäusespuren: Wenn’s sein muss, kann der Imker auch hierzu Rat geben.

Letzte Ableger gebildet

21. Juli 2007

Das Bienenjahr geht nun dem schon wieder dem Ende zu. Heute haben wir die letzten Ableger gebildet aus 6-8 Brutwaben und einer jungen Königin. Wenn man ihnen alle 2 Wochen 3 kg Futter gibt, werden das gute Wirtschaftsvölker im nächsten Jahr.

In einem Begattungskästchen fallen mit einige verkrüppelte Bienen auf. Es scheint wirklich zu stimmen, dass dieses Jahr der Druck durch die Varroamilbe höher ist als im vergangenen.

Unsere Imkerei im Film

18. Juli 2007

Von unserer Imkerei gibt es jetzt einen Film! Heute kam die DVD mit der Post.

Vor einigen Wochen hatte uns zwischen alle den Kindergartengruppen eine Mutter mit zwei 10jährigen Jungs besucht. Die gehen in eine private Grundschule (was in Berlin im Trend liegt). Am Ende des 4. Schuljahrs hatten sie eine Projektwoche. Die Jungs entschieden sich für das Portrait einer Imkerei.

Auf unseren Betrieb kamen sie, weil sie unseren Honig bei einem Händler in Pankow kaufen. Unsere Adresse steht ja auf dem Etikett.

Die Jungs fragten und Mutti drehte. Dann fassten sie alles zu einem 15min Film zusammen und führten das den Mitschülern vor.

Goldrute-Wanderung verschoben

16. Juli 2007

Nach den langen Regenwochen steht die Goldrute überall sehr stark. Sie steht so gut, dass wir sie anwandern sollten. Trotzdem lassen wir diese Wanderung dieses Jahr ausfallen, da wir noch etwas Goldrutenhonig im Lager haben.

Der Grund für diese Enthaltsamkeit: Erst der kommendes Jahr geerntete Honig darf als Bioland-Honig verkauft werden und da ist es unsinnig, sich noch Vorräte von konventionell erzeugtem Honig anzulegen.

Wieder gute Ernte beim Lindenhonig

14. Juli 2007

Linde ist immer eine sichere Tracht. Zu zweit sind wir im Ernteeinsatz, was sich bei den späten trachten bewährt hat. Einer holt die Waben aus den Honigräumen und fegt sie ab. Zweite nimmt sie entgegen, verstaut sie unter einem leeren Deckel in einer leeren Zarge. Er holt leere Zargen und bringt die vollen in den Wagen. Das sollte alles rasch gehen, sonst fangen die Bienen gleich zu räubern an.

Insgesamt ist die Ernte beim Lindenhonig sehr reichlich. Die Qualität ist gut. Ich messe unter 17 % Wassergehalt. 3zargige Völker sitzen auf bis zu 2 Zargen Honig, so dass nach dem Ernten nur noch 1 Brutzarge übrigbleibt.

Futter für die Bienen

12. Juli 2007

Nun ist das Winterfutter da! Heute um 11.30 Uhr liefert eine Spedition die über den gemeinsamen Einkauf der Bio-Imker bestellten 600 kg Biorohrzucker. Diesen werden wir unseren Wirtschaftsvölkern als Winterfutter geben. Einer der 25kg-Säcke ist beschädigt. Das ist ärgerlich.

Durch das Verfüttern von Biozucker haben wir die letzte Bedingung erfüllt, die der Gesetzgeber an die Erteilung des Bio-Zertifikats geknüpft hat.

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Zucker als Futter

Faulbrut in Marzahn-Hellersdorf

11. Juli 2007

Im Nachbarbezirk ist ein Fall von Faulbrut amtlich festgestellt worden. Ein Sperrbezirk wurde eingerichtet (Für Details hier klicken: amtsblatt-2007.doc). Unsere Bienen sind nachweislich gesund. Dazu lassen wir jedes Jahr Proben mikrobiologisch untersuchen. Das ist nicht vorgeschrieben, doch es ist uns einfach wichtig, über den Gesundheitszustand unserer Bienen Klarheit zu haben.

Trotzdem lässt uns der Fall nicht kalt, weil diese mit Schweinepest oder Hühnergrippe vergleichbare Erkrankung uns näher als bisher gerückt ist. Frühere Fälle in Spandau oder Mitte waren weit weg, doch Kaulsdorf/Biesdorf – das ist hier fast um’s Eck.

Die Honigernte stockt

10. Juli 2007

Die allgemeine Landwirtschaft kann nicht ernten, weil es zu nass ist. Auch bei uns tut sich zur Zeit nichts. Gerade mal die Völker, die in die Sonnenblumentracht gebracht wurden, sind abgeerntet. Ansonsten ist überall noch der Lindenhonig drauf.

Während das Getreide Pilze kriegt, haben wir Zeit, um auf gutes Wetter zu warten. Nirgendwo ist Honig besser aufgehoben als bei den Bienen im Kasten.

Neuer Bienenschädling im Anflug?

7. Juli 2007

Die FAZ meldet heute auf S. 13, dass sich eine einst gefährdete Vogelart in Deutschland massenhaft ausbreitet. Dieser Vogel ist mit den Eisvögeln, Bauracken und Wiedehopfen verwandt und ausgesprochen schön. (Hier geht’s zu weiteren Infos und 1 Bild). Wenig wohlklingend hört sich indes im Ohr des Imkers der Name dieses Neozoons an: „Bienenfresser“.

Der Artikel meldet aber Entwarnung für unsere Branche. Der Bienenfresser meidet bestellte Felder und menschliche Ansiedlungen – Orte also, wo sich unsere Bienen gewöhnlich aufhalten.

Anfängerkurs informiert sich über Wachs

6. Juli 2007

Aus aktuellem Anlass beschäftigte sich heute der Imkerkurs mi der Gewinnung von Wachs. Dafür hatte ich alles aufgebaut, was mit Wachs zu tun hat:

  • 2 Sonnenwachsschmelzer
  • 1 Dampfwachsschmelzer
  • 1 Entdeckelungswachsschmelzer
  • 2 Säckchen zum Schleudern von Entdeckelungswachs
  • 1 Mittelwandgussform
  • 2 Kerzengussform

Dazu 1 Edelstahl- und 1 Emailtopf und 1 Simmertopf zum Schmelzen und Kochen von Wachs sowie diverse Kleingeräte und Eimer.
Die Frage: „Braucht man das wirklich alles?“ Meine Antwort: „Das kommt darauf an. Wer einen eigenen Wachskreislauf will, muss sein Wachs aufarbeiten können. Und nur ein eigener Wachskreislauf schützt vor Paraffinpanschern und Chemierückständen im Wachs.“

Wer sich’s ganz einfach machen möchte, der wirft alles in einen Sonnenwachsschmelzer, schmilzt alles Wachs noch einmal ein und gießt einen Block, den er gegen Mittelwände eintauscht.

Sammelklage gegen Wachspanscher

5. Juli 2007

Drei Geschädigte des Berliner Wachsskandals haben sich kurzgeschlossen, lassen ihr Wachs untersuchen und werden gemeinsam gegen einen Versandhändler vorgehen, der ihnen mit Paraffin gestreckte Mittelwände als „reines“ Bienenwachs verkauft hat. Das berichtet mir heute einer der Geschädigten.

Vom kleinen Imkerlein

4. Juli 2007

Die Fahrt dauerte 1 Stunde. Dann bog ich mit meinem Bienenauto und 20 Völkern auf dem Hänger auf das Gelände einer Agrargenossenschaft im Oderbruch ein. Um 7.00 Uhr ist dort Arbeitsbeginn. Bei 2 Maschinenhallen flogen in dem Moment die Flügeltüren auf und mit lauten Geheul rollten langsam 3 Zetor- und 1 John Deer-Schlepper auf mich zu. Oh, wie klein fühlt sich da der Imker und wie winzig sind doch seine Tiere im Vergleich zum Großvieh in den Stallungen!

Doch keine Angst vor großen Maschinen! ‚“Wo geht’s hier zu dem 60 ha-Sonnenblumen-Schlag?“, frage ich. Der 1. Traktorist hat keine Ahnung. Die Landwirtschaften in Ostelbien sind eben so groß, da verlieren selbst die Beschäftigten den Überblick. Erst der 2. Traktorist wies mir dann den Weg.

Fred mit dem roten Ohr

3. Juli 2007

Das Bienen- und das Schuljahr gehen schon dem Ende zu. Heute war zum letzten Mal eine Kindergartengruppe der Kita „Kleine Strolche“ zu Besuch.

Fred, einem Dreijährigen, flog eine Biene hinters Ohr. Das wurde daraufhin rot und dick und Fred laut. Eine Imkergattin und 2 Erzieherinnen kümmerten sich um ihn. Die gute Erstversorgung und ein volles Glas mit frisch geschleuderten Honig machten den kleinen Fred schnell wieder froh.