11. August 2007
Als wir uns ein 2. Grundstück für unsere Bienen zulegten, freuten sich unsere neuen Nachbarn richtig. „Zu DDR-Zeiten gab es hier schon einmal einen Imker, doch der hat aufgehört.“ Wer in diesen Tagen durch die Staße fährt, dem fällt auf, was es bedeutet, einem Imker in der Nähe zu haben. Alte Bäume ächzen unter der saftigen Last, die sie durch den Fleiß unserer Bienen zu tragen haben.

Der Fleiß der Bienen füllt die Obstkisten der Nachbarn.
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10. August 2007
Weil unseren Bienen der Ruf vorausgeht, dass sie so friedlich sind, hat sich ein Imker aus dem Harz bei uns gemeldet. Ursprünglich wollte er nur einige Königinnen. Am Dienstag meinte er, er wolle doch lieber Ableger. Ich riet ihm ab. Ableger müsse er einfüttern. Wenn er sie nicht durch den Winter bringe, dann habe er Geld ausgegeben und nie ein Gramm Honig von den Ablegern geerntet. Doch er bleibt bei seinem Wunsch.
Um 21.00 Uhr kommt er. Aus dem Kauf wir dann eine ausführliche Betriebsbesichtigung mit einer Lehrstunde über moderne Magazinimkerei. Irgendwann gegen 22.30 Uhr macht er sich auf den Heimweg. Er will noch in der gleichen Nacht in den Harz zurück.
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9. August 2007
Während es über dem Rest von Deutschland regnet, fahren wir bei herrlichem Sonnenschein gegen Osten. Wir holen die Bienen aus der Sonnenblume zwischen Märkischer Schweiz und Oderbruch. In Reichenberg dudelt das Handy los. „Willkommen in Polen“ steht auf dem Display. So weit wollen wir gar nicht.
Im Abendrot laden wir die Völker auf. Bei der Fahrt zurück zur befestigten Straße sehen wir noch einige Fasane. Am Rand des Feldwegs stehen verwilderte Zwetschgen und Mirabellenbäume. Deren Früchte bereichern unser Abendbrot. So eine Wanderung hat neben all dem Arbeiten auch ihre naturrromantischen Seiten. Um 22.00 Uhr sind die Völker im Winterquartier.
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8. August 2007
Von den Japanern stammt die Technik der stetigen Verbesserung in kleinen Schritten, das sogenannte Kaizen. Wir haben in diesen Tagen mal wieder etwas gekaizt. Unser Etikett war dran. Wir haben nämlich die Erfahrung gemacht, dass die Stempelfarbe, die zum Einstempeln der Sortenbezeichnung genutzt wird, im Laden immer mehr verblasst.
Daher drucken wir die Sortenbezeichnung jetzt per Laserdrucker in schönstem Blau ein. Das sieht auch ordentlicher aus als der immer etwas schiefe Stempeldruck.

Kleine Veränderungen führen zu großen Fortschritten: Lasergedruckte Sortenbezeichnungen (rechts) verblassen nicht mehr.
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7. August 2007
Darauf sind Imkerkollegen und Kunden gleichermaßen neugierig: Auf unseren Spargelhonig. Vor 2 Wochen haben wir ja schon einmal in die Honigräume reingeschaut. Viel getan hat sich seither nicht. Es ist normal, das manche Völker mehr Honig bringen und andere weniger. Bei der Ernte fällt aber auf, dass manche Völker gar nichts gesammelt haben, während andere richtig voll sind.
Prächtig entwickelt haben sich die Ableger. Sie haben auch viel Honig gesammelt. Es gibt wohl 8 bis 10 Kilo pro Volk, was nichts im Vergleich zur Linde und zur Sonnenblume ist. Daher ist Spargelhonig ökonomisch nicht interessant.

Ein seltener Anblick: dunkler Spargelhonig in einer vollen Honigwabe.
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7. August 2007
Am Stadtrand von Berlin steht ein polnischer Laster und weiß nicht, wie er nach Köpenick kommt. Geladen hat er 50 Zargen. Das ist der Nachschub für das kommende Bienenjahr. Ich fahre ihm also entgegen und zeige ihm den Weg zu uns. Kurz darauf stapeln sich die Zargen auf dem Rasen. Sie kommen direkt aus einer Möbelfabrik. Gegenüber dem Preis, den wir beim Imkereifachhändler bezahlen würden, sparen wir so rund 40 %. Früher hieß das mal internationaler Einkauf, heute „Global Sourcing“.

Der Imker denkt schon an das nächste Jahr. Die Bienenwohnungen für die heurigen Ableger sind da.
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6. August 2007
Die ersten Mitglieder der Wandergemeinschaft aus unserem Imkerverein Köpenick haben gestern ihre Bienen aus der Sonnenblume zurückgebracht. Eine erste Schätzung ergibt eine niedrigere Honigausbeute als im letzten Jahr. Die Ernte war in 2006 mit rund 10 kg/Volk mittel. Wir erinnern uns: Letztes Jahr hatten wir keine Niederschläge und die Sonnenblumen waren mickrig. Dieses Jahr ist es das genaue Gegenteil. Trotzdem weniger Honig? Das wird spannend!
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4. August 2007
Den Honig, den wir ab dem 2.04.2008 ernten, können wir als Ökoprodukt gemäß EG-Öko-Verordnung vermarkten. Das hat uns heute die Zertifizierungsstelle mitgeteilt.
Bei der Kontrolle wurde nochmals eine Wachsprobe gezogen. Wieder ergab die Analyse keine Hinweise auf Rückstände.
Wir haben also grünes Licht. Im 1. Quartal 2008 müssen wir dann die Neugestaltung unserer Etiketten angehen.
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3. August 2007
Es ist doch praktisch, dass die meisten Imker noch einen Beruf ausüben. Das führt mitunter zu überraschenden Lösungen. Einer der Jungimker, die bei uns gestern ihren Honig ausschleuderten, hat seine Waben zu lange gelagert. Sie zogen reichlich Wasser aus der Luft. Über 21 % Wasser maß das Refraktometer – höchste Vergärungsgefahr also! Betroffen sind 50 kg. Was tun?
Wir fanden schließlich diese Lösung: Honig portionieren und eingefrieren. Bei 100 Gläsern voller Honig im häuslichen Gefrierschrank endet in der Regel die Geduld der meisten Imkerfrauen. Wer jedoch Großtierpräparator ist und einen entsprechend dimensionierten Kühlraum hat, der braucht sich darüber keine Gedanken zu machen.
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2. August 2007
Am Ende des Bienenjahrs können sich unsere Jungimkern noch einmal über eine ordentliche Menge Honig freuen. Heute ist fröhliches Abschleudern bei uns. Dazu haben sie ihre vollen Honigwaben mitgebracht. Unsere kleine Schleuder ist mit jedem Format zufrieden. Sie nimmt nicht nur Normalmaß und Zander sondern auch so Exotisches wie 2/3 Langstroth.
Mit rund 15 kg geht jeder nach Hause. Damit hat jedes ihrer Völker rund 40 kg gebracht. Damit ist das Familienfrühstück 1 Jahr lang gesichert. Und für die Großeltern reicht’s auch noch ein Weihnachtsgeschenk.

Gemeinsam Honig zu schleudern, ist ein Ereignis für Väter und Kinder.
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31. Juli 2007
Zwei Wochen früher als in den vergangenen Jahren wandern wir heute in die Heide. Wir nehmen auch nur halb so viel Völker wie im vergangenen Jahr mit. Denn auch Heidehonig haben wir noch vom vergangenen Jahr. Und wenn dann das Biozeitalter im nächsten Jahr anfängt, dann soll auch keine Nicht-Bioware mehr im Lager sein.
Die Wanderung verläuft routiniert ohne Zwischenfälle sieht man einmal von dauernden Regenschauern ab. Aber das kennen wir ja schon.

Wenn der Imker die Fluglöcher am Wanderstand öffnet, ist es fast wie beim Schwärmen. Alle Bienen wollen ganz schnell raus.
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30. Juli 2007
Normalerweise liefern wir am Dienstag und Freitag Honig aus. Weil morgen aber gewandert werden soll, liefere ich schon am Montagabend aus. Im Naturkostladen „Ökotussi“ (heißt wirklich so!) in Kreuzberg kam ich keine Minute zu früh. Das ganze Regalbrett, in dem sich sonst unsere Honiggläser stapeln, ist leergekauft.
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29. Juli 2007
Die Behandlung mit Ameisensäure schlägt an. Ob gut oder nicht, ist nicht sagen, denn wie meint Dr. Liebig so richtig: „Nicht auf die fallenden Milben kommt es an, sondern auf die, die nicht fallen.“ Diese vermehren sich nämlich munter weiter. Daher haben wir es schon vor Jahren aufgegeben, fallende Milben zu zählen und statistisch zu erfassen.
Auch sonst machen wir uns die Arbeit einfach. Es soll ja Imkerkollegen geben, die schmieren eine Holzplatte mit Öl ein und schieben diese unter das Varroagitter. Wir legen nur ein Blatt weißes 80g-Schreibmaschinenpapier drunter. Das reicht und erfüllt den sadistischen Zweck, sich an toten Bienenschädlingen zu delektieren.
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28. Juli 2007
Nach eher schleppenden Honigverkäufen im vergangenen Monat zieht in diesen Wochen der Absatz merklich an. Das ist immer so bei kühler Witterung.
Auch Königinnen sind gefragt. So hat uns heute früh um 7.30 Uhr ein Imker aus dem Harz vom Frühstückstisch weggerufen. Wie er ausgerechnet auf uns kommt? Sein Bruder lebt in Köpenick und kennt unsere Bienen als besonders friedlich. Das nennt man wohl „Empfehlungsmarketing“.
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27. Juli 2007
Beim heutigen Jungimkerkurs gibt es um ein sehr ernstes Thema: die Bekämpfung der Varroa-Milbe. Diese duldet dieses Jahr keinen Aufschub. Schon bei der Ernte des Lindenhonigs vergangene Woche fielen geschädigte Bienen und teilweise auf den Waben herumkrabbelnde Milben auf. Trotz der Bedeutung des Themas kamen heute weniger Jungimker als bei den vergangenen Treffen. Vermutlich sind viele schon in den Urlaub gefahren. Hoffentlich haben sie ihre Bienen behandelt!

Der Lehrer spricht: „Vergesst die Milbe nicht!“
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