Werbebanner zum Buch: Marc-Wilhelm Kohfink, Bienen halten in der Stadt

Fans unserer Imkerei

12. Dezember 2007

„Machen Sie Ihre Kunden zu begeisterten Fans“, rufen uns die professionellen Management- und Verkaufstrainer zu. Ich glaube, das haben wir auch ohne deren Hilfe geschafft. Heute erreichten uns z. B. 2 Anrufe.

Eine Kundin bedauerte, dass wir bei der vergangenen Lieferung so rasch wieder weg waren. Sie hätte uns gar nicht das vorbereitete Weihnachtsgeschenk in die Hand drücken können. Das sei dafür, dass wir immer so nett seien. Wir hatten der Kundin vor ihrem Urlaub u. a. Tipps für Fahrradtouren rund um Marktoberdorf im Allgäu gegeben.

Die nächste Kundin will ihren Honigvorrat wieder aufstocken. Wir sollen ihr 6 Gläser zusammenstellen. Sie vertraue uns. Schließlich sei ja immer alles so gut.

Wir meinen, dass das wahrscheinlich die echten Fans sind, von denen die oben genannten Trainer immer reden.

Zeitdieb unterwegs

12. Dezember 2007

Ein Herr, der sich als möglicher Honigkäufer ausgibt, bombardiert uns und andere Imkereien mit Preisanfragen. Er gibt vor, größere Honigmengen kaufen zu wollen. Darunter versteht er allerdings Mengen zwischen 3 und 5 Kilo. Die füllen nicht einmal einen Karton.

Am Anfang, das war vor 2 Wochen, haben wir noch freundlich geantwortet und ihn angesichts exotischer Honigwünsche (z. B. Orangenblütenhonig) mit der Adresse von Honigimporteuren ausgestattet. Das machen wir angesichts immer neuer Anfragen nicht mehr in dieser Ausführlichkeit.

Gesehen: Kauwachs als Imkereiprodukt

2. Dezember 2007

Auf dem Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz fällt mir ein geschäftstüchtiger Imker auf. Er verkauft Brücken-, Alt- und Entdeckelungswachs als „Kauwachs“ gegen Heuschnupfen und Reisekrankheit. Das Wachs ist ganz trocken. Offensichtlich haben es die Bienen von allen Honigresten gesäubert.

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 Imkereiprodukte auf dem Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz

Wir helfen Unternehmen gründen

28. November 2007

Jedem Anfang wohnt bekanntlich ein Zauber inne und von dem haben wir heute wieder etwas gespürt. Das war im Gartenhaus von Christine Hoppe. Sie hat einen Markthandel für regionale Produkte gegründet und im Gartenhaus ist das Büro der jungen Firma untergebracht.

Wir freuen uns auf die Zukunft, denn es ist immer eine Freude mitzuerleben, wie so ein kleines Unternehmen heranwächst, wie der Gründer zur Unternehmerpersönlichkeit wird, wie seine Augen leuchten, wenn er von seiner Firma erzählt … und man  – ganz bescheiden – seinen kleinen Beitrag dazu geliefert hat.

Die Eröffnung des Hoppeschen Markthandels mit regionalen Spezialitäten ist am 1. Dezember in der Maheinekehalle in Kreuzberg.

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Noch steht die Erstausstattung mit Honig aus Berlin in der Küche eines Gartenhauses.

An Honig aus Berlin interessiert

21. November 2007

Der Imker übt für die meisten Menschen eine interessante und gefährliche Tätigkeit aus. Kein Wunder also, dass wir immer wieder um Vorträge gebeten werden. Heute war wieder ein solcher Termin. Beim Nachbarschaftstreff „1000Füßler“ lauschten rund 20 Zuhörer, überwiegend im Seniorenalter, sehr interessiert, was ich über die Bienenhaltung seit der neolithischen Revolution weiß. 1/65 dieser 7.500 Jahre wurden nachweislich von der Familie Kohfink mitgeprägt. Damit lässt sich folglich locker ein Nachmittag füllen.

Wir liefern frei Haus

20. November 2007

Auf der Gesundheitsmesse haben wir fleißig unsere Bestellkarten unters Volk gebracht. Vielen Besuchern ist es einfach zu mühsam, schwere Honiggläser durch Berlin zu schleppen. Unser Angebot lautet: Wir liefern Ihnen den Honig frei Haus. Alles was Sie tun müssen, ist die Karte auszufüllen und sie uns zu schicken oder zu faxen.

Heute, 2 Tage nach der Messe, lag schon die erste Bestellung im Posteingang. 2 Kartons Honig bitte! Das sind knapp 18 kg Ware. Das wäre mir auch zu viel Schlepperei. Wie gut, dass es unseren Lieferservice gibt!

Bilanz nach 3 Tagen

18. November 2007

Die Gesundheitsmesse ist nach 3 Tagen rum. Der 1. Tag war enttäuschend. Der 2. Tag war durchschnittlich. Der 3. Tag war dazwischen. Für den letzten Tag, dem Sonntag, hatte ich mit einem starkem Andrang gerechnet und daher Mitarbeiter Lars mit auf die Messe genommen.

Das hat sich als nicht nötig herausgestellt. So bleibt Zeit, sich einmal selbst auf dem Gelände umzuschauen und geschäftliche Kontakte anzubahnen. Ein Hersteller von Honigmarzipan zeigt Interesse an unseren Haupterzeugnis. Ein russischstämmiger Arzt fragt wegen Propolis nach. Ein Hersteller von Badesalz gibt Tipps wegen des Bezugs von Gläsern.

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Welcher Honig ist besonders gesund? Die Besucher der Gesundheitsmesse fragen genau nach.

Was Messebesucher sich vom Imker wünschen

17. November 2007

Das kennen wir schon, dass wir am Verkaufsstand nach Honigen gefragt werden, die sich Passanten aus ihrem Urlaub mitgebracht haben. An diesem 2. Tag der Messe ist es extrem. 2 Mal werden wir nach Eukalyptushonig und 4 mal nach Thymianhonig gefragt. Warum? Weil beide Honig als besonders entzündungshemmend und daher gesund gelten. Das passt ja zu einer Gesundheitsmesse.
Eine Besucherin hält uns einen langen Vortrag wie einmalig Honig aus Bhutan schmecke und dass kein Honig so lecker wie der aus Buthan sein könne. Buthan? Nein, das ist nicht der große Bruder des Methans aus dem Chemieunterricht, sondern ein winziges Königreich im Himalaya. Und Himalya ist zur Zeit schwer in Mode: Himalaya-Wasser und Himalaya-Salz – warum nicht Himalaya-Honig?

Sex wird durch Honig noch gesünder

16. November 2007

Der 1. Tag der Gesundheitsmesse ist rum. Die originellste Frage heute: „Welchen Honig empfehlen Sie für’s Liebesspiel? Statt flüssiger Schokolade. Meine Freundin steht da total drauf.“ Auch diesem Kunden können wir eine Empfehlung geben: Akazienhonig. Er hat gute Fließeigenschaften, ist transparent, duftet blumig, schmeckt mild und gesund ist er auch.
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Was verrät uns dieser Blick? Honig ist etwas für Genießer!

16 qm Berlin

15. November 2007

Heute ist Aufbautag bei der Gesundheitsmesse Berlin-Brandenburg, Halle 22b. Von Seiten des Organisators hatte man uns einen Stand angetragen. Eigentlich wollten wir nicht, doch weil er uns im Preis für die Standgebühr entgegenkam, konnten wir irgendwann nicht mehr „nein“ sagen. Und eine beheizte Messehalle ist allemal besser als ein zugiger Weihnachtsmarkt.
Als wir den uns zugewiesenen Standplatz sehen, bekommen wir einen Schreck: ein hübscher Pavillon mit 16 qm und von 4 Seiten begehbar. Unser Stand ist aber nur 2,5 Meter lang. Wohin damit? Schließlich platzieren wir ihn mitten rein. Wenn wir noch 1 oder 2 Bienenkästen aufstellen, ist der Pavillon auch gefüllt.

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Nachtfein verpackt wartet unser Messestand auf die Besucher der Gesundheitsmesse Berlin-Brandenburg. 

Was Imker können

12. November 2007

Deutsche Imker sind bekannt für ihren Erfindungsreichtum. Wirklich gut sind sie z. B. beim Erfinden neuer Rähmchenmaße. Auch so ausgetüftelte Neuigkeiten wie den Smoker mit batteriebetriebener elektrischer Zündung (andere nehmen ein Streichholz), ist das Ergebnis deutschen Tüftlergeistes.

Heute stelle die Frankfurter Allgemeine einen Imker vor, der etwas wirklich Nützliches erfunden hat: Essknete. Das ist eine Art Teig, der wie Knete formbar ist. Wahlweise kann Essknete roh gegessen oder zu Keksen verbacken werden. Erfunden hat’s Stefan Kaczmarek aus Idstein im Taunus.

Wie Imker reden

9. November 2007

Imkerehen halten für gewöhnlich etwas länger als die anderer Berufsgruppen. Das sieht man schon daran, dass nach einem nun über 2 Jahre zurückliegenden Fall die zerbrochene Ehe eines Imkerkollegens immer noch Gesprächsstoff in der Branche ist. Nicht nur das ist bemerkenswert, sondern auch die Art wie darüber gesprochen wird. Er habe „umgeweiselt“, höre ich bei Plausch an der Theke des hiesigen Imkereifachhändlers. Umweiseln heißt, die bisherige Königin durch eine neue zu ersetzen.

Auch beim Berufsimkertag in Soltau erzählte mal ein Kollege von seinen 4 Ablegern. Gemeint waren seine Kinder.

Nicht nur unter Imkern gibt es welche, die Beruf und Privatleben begrifflich nicht mehr auseinanderhalten können. Ein Freund von mir wurde im Kreißsaal vor der Geburt seines 1. Kindes gefragt, ob er auch sicher nicht in Ohnmacht falle. Der Scheinezüchter meinte: „I wo, schon als Kind habe ich beim Abferkeln zugeschaut.“

Rettung am Frühstückstisch

3. November 2007

Zur besten Frühstückszeit ruft uns ein Kunde aus Hannover an. Er habe gerade ein Glas Rapshonig von uns geöffnet. Oben seien 5 mm flüssiger Honig und darunter Rapshonig, wie er ihn kenne. Ich vermute, dass der Honig einige Zeit im Warmen gestanden hat. Von wann denn der Honig sei, frage ich. Das wisse er nicht. Er gibt mir die Losnummer durch. Ein Blick in unsere Kladde mit den Aufzeichnungen über Ernte und Abfülldatum zeigt: Das ist Rapshonig aus dem Jahr 2004. Er wurde am 04.09.2004 abgefüllt und in den folgenden 2 Monaten verkauft.

Ich rate dazu, den Honig mal kräftig durchzurühren. Es klappert am anderen Ende der Leitung. Dann: „Ja, jetzt sieht er wieder ganz normal aus. Und er schmeckt auch so!“

Das Frühstück in Niedersachsen ist gerettet!

Einfach Kerzen gießen

2. November 2007

Hier ist ein Foto von einer Arbeit, die wir nicht so gerne machen. Daher soll sie wenigstens einfach sein. In der imkerlichen Fachpresse und in Lehrbüchern sieht man immer wieder Gestelle, die dazu dienen, den Docht schön in der Mitte einer gegossenen Kerze zu halten. Oder der Docht wird zwischen 2 Schaschlikspieße geklemmt, die von Gummiringen zusammengehalten werden.

Das ist uns alles viel zu kompliziert. Wir legen einfach eine Wäscheklammer über die Gussform und klemmen da den Doch ein. Die Form steht auf einem Brettchen mit Löchern drin. Dann steht die Form nicht auf dem Docht und falls Wachs ausläuft, sammelt es sich hier.

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Einfaches Kerzengießen mit Wäscheklammern

Honig im luftleeren Raum

31. Oktober 2007

Heute besuche ich den Kunden mit dem schaumigen Honig. Die Firma bekommt von uns den Honig lose geliefert und füllt ihn dann selbst in eigene Gebinde ab. Ich schaue mir ein Glas genau an. Tatsächlich am Rand ist ein klein bisschen weißer Schaum.
Mit dem Refraktometer messe ich den Wassergehalt. Knapp über 17 % Wasser! Bis 18 % ist es Qualitätshonig, bis 20 % ist es Speisehonig. Also daran kann es nicht liegen.

Ich frage nach, wie er den Honig behandelt. Dabei stellt sich heraus, dass er die Gläser vakumiert, damit sie ganz dicht schließen und das gute Honigaroma erhalten bleibt. Wir wiederholen den ganzen Vorgang und stellen ein volles Glas in die Vakuumkammer. Als es rauskommt, sieht der Inhalt wie Champagner aus. Auf der Glasinnenseite sind lauter winzige Luftperlen. Die steigen nach oben und bilden den Schaum.

Ich rate ihm, nur ganz wenig zu vakumieren oder ganz darauf zu verzichten.