18. Januar 2008
Die Grüne Woche setzt jedes Jahr Glückshormone frei. Das ist wie Klassen- und Familientreffen auf einmal und das auch noch bei bester Verköstigung. Unser Messerundgang bringt uns an den Stand des Deutschen Imkerbundes, zum Berliner Imkerverband und zu FU Berlin, Abt. Bienenkunde. Überall gilt es viele Hände zu schütteln. An vielen Länderständen gibt es Honig zu verkosten. Manches überzeugt uns mehr, manches eher weniger.
Mit einem finnischen Imker kommen wir ins Gespräch. Er hat einen „Kümmelhonig“ im Programm. Der schmeckt wie ein Waldhonig. Wir nehmen ein Glas mit.
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16. Januar 2008
Die Biozertifizierung heißt, dass wir unsere Imkerei am Markt neu aufstellen. Wir meinen, dass Bio heute nicht mehr Latzhose und Lagenlook ist. Biokäufer pflegen heute einen Lebensstil der Genuss und Ökologie vereint und von Marketingleuten mit „Lifestyle of Health and Sustainability“, kurz Loha, umschrieben wird.
Also gaben wir unserem Hausgrafiker den schönen Auftrag, unseren Markenauftritt in dieser Richtung zu überarbeiten. Wir sind gespannt.
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15. Januar 2008
Imker müssen selten zum Arzt. Schließlich halten Honig und Propolis bekanntlich gesund. Dass Ärzte offensichtlich selten Imker zu sehen gekommen, merkte ich heute bei einer Vorsorgeuntersuchung.
Ich lag auf der Liege und die Schwester fragte: „Haben Sie denn noch Honig?“ „10 Sorten!“
Um’s kurz zu machen: Ich musste heute ein 2. Mal zum Arzt – eine Sammelbestellung Honig fürs Praxisteam ausliefern.
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13. Januar 2008
Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund feiert dieses Jahr sein 80-jähriges Gründungsjubiläum. Viel Aufhebens wurde darum beim heutigen Berufsimkertag nicht gemacht. Dafür stellten die Verantwortlichen unser Produkt in den Vordergrund, den Honig.
Den Anfang einer ganzen Reihe wirklich interessanter und packender Vorträge machte Percy Schmeiser. Er erklärte als betroffener kanadischer Landwirt, was die Freisetzung von genverändertem Raps – eine Haupttrachtpflanze der Biene – für die Landwirtschaft und die Imkerei bedeutete: nämlich ein Superunkraut und unverkäuflicher Honig.
Dr. Erich Lüthje von der FH Kiel zeigte in Lichtbildern, wie der Nektar in der Pflanze entsteht und welch raffinierte Methoden Blätter und Blüten entwickelt haben, um ihn Käfern, Bienen und Faltern darzureichen.
Dr. Werner von der Ohe vom Celler Bieneninstitut erklärte die Inhaltsstoffe des Honigs und wie sie durch falsche Behandlung geschädigt werden. Ich lernte, dass Blatthonige Saccharosehonige sind und sie nur aus diesem Grund nicht kristallisieren.
J. Becker von einer auf den Im- und Export von Honig spezialisierten Firma brauchte frohe Kunde vom Welthonigmarkt. Er prognostizierte, dass die Chinesen und Inder bald nicht nur deutsche Butter und deutsche Milch sondern auch deutschen Honig nachfragen werden.
Der Berufsimker Christoph Koch plauderte aus dem Nähkästchen, wie er als Imker seinen Honig verkauft. Da konnte ich noch einiges lernen, wie man z. B. handelt, wenn mal kein Kunde am Marktstand steht und bedient werden will. Vieles machen wir aber in unserer Imkerei ebenso und da ist es ein gutes Gefühl zu erfahren, dass das wohl richtig so ist.
Die Ausstellung enttäuschte leider. Es fehlten eine ganze Reihe von Händlern. Schwere Hebegerät, das mich interessiert hätte, fehlte.

Der kanadische Landwirt Percy Schmeiser warnte als Betroffener vor den Folgen grüner Gentechnik.

Viele Händler fehlten in der Ausstellung beim Berufsimkertag. Da hatten diejenigen, die gekommen waren, um so mehr Platz.
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11. Januar 2008
Heute erlebt: Wir stehen mit dem Lieferwagen an einer roten Ampel. Da bollert ein älterer Herr ans Fenster. Es sieht nicht nach Überfall aus, also kurble ich das Fenster runter. Da fängt er gleich an zu erzählen. „Das sind doch Ihre Bienen, die immer auf meinem Balkon zum Trinken kommen. Das ist ja so schön, den Tieren dabei zuzusehen. Vier Karton Würfelzucker habe im im letzten Sommer für Ihre Bienen verbraucht. Soll ich Ihnen eine Rechnung schicken?“ , fragt er scherzhaft. Da springt die Ampel auf Grün und seine Frau zieht ihn vom Auto weg. Manche Rentner füttern im Park Tauben, andere daheim Bienen.
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10. Januar 2008
Öfters möchten Presseleute unsere Einschätzung zu aktuellen Fragen der Bienenhaltung wissen. Heute meldete sich n-tv und fragte nach dem Bienensterben in diesem Winter. Sie haben den Beitrag auch gleich auf die n-tv Internetseite gestellt.
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4. Januar 2008
Heute lieferten wir wieder Honig aus, u.a. an die Unternehmensgründerin Christine Hoppe. Sie strahlt, das Geschäft – ein Marktstand in einer Marheineke-Halle in Kreuzberg – sei besser angelaufen als erwartet. Die Halle war im Dezember mit viel Landes- und Bundesprominenz eröffnet worden. Bundesminister Wolfgang Tiefensee und Wirtschaftssenator Harald Wolf hatten sich die Ehre gegeben.
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3. Januar 2008
Vor rund 1 Jahr begannen wir mit dem Imkerblog. Die ersten Einträge erfolgten im Dezember 2006. Richtig publik machten wir das neue Angebot im Internet zur Grünen Woche.
Wir haben uns in dem Jahr bemüht, die Arbeit eines Imkereibetriebs in seiner ganzen Breite darzustellen und zwar immer auch mit einer gehörigen Portion Humor. Damit unterscheiden wir uns von Blogs, die vor allem das Leben der Biene beschreiben. Das Imkerblog ist eben mehr als Bienenhaltung. Zur Imkerei – wie wir sie betreiben – gehört auch der Kontakt zur allgemeinen Landwirtschaft und zu den Kunden – seien es Verbraucher oder Einzelhändler.
Darauf haben wir viele Reaktionen bekommen. Nur ein Teil davon wurde hier im Blog veröffentlicht, denn viele Rückmeldungen wurden uns privat zugeschickt. Dabei zeigte sich, die meisten Leser des Blogs haben selbst Bienen oder wollen sich welche zulegen. 2 Imker haben sich nach meinen Erfahrungen mit dem Öko-Audit entschlossen, selbst „Bio“ zu werden.
So hat das Imkerblog sein Ziel erreicht. Er zeigte 2007, dass die Arbeit in (und vor allem an!) einem Imkereibetrieb spannend, abwechslungsreich und eine unternehmerische Herausforderung ist. So geht’s auch 2008 weiter.
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2. Januar 2008
Zur Zeit ist es in Imkerkreisen nicht möglich, Percy Schmeiser zu entkommen. Jedenfalls erreicht uns heute die 3. Einladung zu einem Vortrag des Trägers des alternativen Nobelpreises. Mein Imkerhändler, Bioland und der Erwerbsimkerbund – alle laden Sie ein. Hier ist der Tourneeplan des Gegners grüner Gentechnik.
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26. Dezember 2007
Winterzeit ist Fortbildungszeit. Gut, wenn man dazu nicht weit reisen muss, sondern der Wissenszuwachs auch im lokalen Kino erfolgen kann.
Bee Movie heißt der Film und er handelt von der Bedeutung der Bienen für die Bestäubung von Blumen, Obst und Gemüse. Außerdem zeigt er plastisch, dass die Imkerei nur dann den Bienen Spaß macht, wenn ihre Produkte vom Verbraucher wertgeschätzt und gekauft werden. Kein Honigabsatz heißt Überproduktion und Arbeitslosigkeit! So vermittelt der Zeichentrickfilm auch noch ökonomisches Grundwissen. Insgesamt also eine gelungene Fortbildung. Mal sehen, ob das Finanzamt das auch so sieht und die Kinokarte als Betriebsausgabe akzeptiert.

Im Kino sind die Bienen los.
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20. Dezember 2007
Imker sind ein bastelfreudiges Völkchen. Das haben wir an dieser Stelle schon mehrfach beschrieben. Manche Kollegen nehmen sich ambitionierte Projekte vor, wie die beiden auf diesem Bild. Sie besuchten uns heute mit Zeichenblock, Schieblehre und Zollstock, um unsere 21-Wabenschleuder zu vermessen. So eine möchten sie sich unbedingt für sich selbst bauen. Wir wünschen gutes Gelingen.

Dem Imker ist nichts zu schwer. Für eine so schicke Schleuder im Eigenbau muss gründlich gemessen werden.
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19. Dezember 2007
Mit dem Beginn der kühlen Jahreszeit stieg die Nachfrage nach unserem Honig deutlich und bewegt sich auf konstant hohem Niveau. Das heißt konkret, dass sich unser Lager langsam leert und Platz frei wird für den ersten Honig, den wir dann offiziell als Bioware verkaufen dürfen. Hier ein Blick in unseren Warenausgang. In den gelben Kisten liefern wir Honig an den Handel und an Verbraucher aus. Die Kartons bringen Honig aus Berlin und Brandenburg in „alle Welt“, wie die Redewendung so schön lautet.

Bereit für den Weg zum Kunden: Honig aus unserer Imkerei.
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15. Dezember 2007
Heute behandelten wir unsere Bienen mit Oxalsäure gegen die Varroamilbe. Wir träufeln mit einer Schwanenhals-Laborflasche. Das geht ruck-zuck. Pro Volk brauchen wir dafür etwas über 1 Minute. Eingeschlossen ist ein Blick auf den Wintersitz der Bienen. Nachdem in Kollegenkreisen schon wieder Horrormeldungen kursieren, dass 80 % der Bienenvölker einfach „weg“ seien, sieht es bei uns gut aus. Kein Volk ist bisher zusammengebrochen. Alle sind sie noch da.
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14. Dezember 2007
Allgemein bekannt sind Hand- und Fußpflege, aber wer kennt außerhalb der Handelswelt die „Regalpflege“ (lat. cura loculamentum)? Das ist, wenn Lieferanten die Regale ihrer Händler befüllen oder die Etikette der Ware nach vorne drehen. Kurz, damit das Regal mit der Ware des Lieferanten einen guten Eindruck beim potenziellen Käufer macht.
Wie sinnvoll Regalpflege ist, wurde heute bei einem unserer Händler deutlich. Gegenüber von seinem Laden werden Häuser saniert. Staub fliegt durch die Luft und setzt sich auf den Deckeln von Honiggläsern ab. Das sieht nicht schön aus. Also haben wir heute unsere Ware abgestaubt. Eigentlich sollte man immer Feucht- und Staubtücher dabeihaben.
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13. Dezember 2007
Wir sind ständig auf der Suche nach dem einen oder anderen günstig gelegenen Standplatz für Bienenvölker – um flexibel bei möglichen Faulbrutsperrbezirken reagieren zu können und weil eine zu große Völkerdichte nicht gut ist. Die Bienen könnten in trachtärmeren Zeiten hungern.
Jetzt wurde uns ein Grundstück angeboten. Drauf steht ein stillgelegtes Betonwerk. Das passt zwar irgendwie, denn Bienen sind ja bauende Insekten. Doch 1,1 Hektar sind doch etwas zu überdimensioniert für eine Imkerei.
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