Werbebanner zum Buch: Marc-Wilhelm Kohfink, Bienen halten in der Stadt

Kreatives Berlin

31. März 2008

Hier in Berlin wimmelt es ja vor Kreativen. Und wenn diese erfahren, dass sie einen Imker vor sich haben, dann sprudeln sie richtig los. Vor einigen Jahren traf ich einmal einen Ladenbauer, der mir aus dem Stegreif die Inneneinrichtung eines tollen Honigladens entwarf, der so „heimelig wie ein Bienenkorb“ werden sollte.

Heute traf ich einen Texter und ich berichtete ihm von der Sei-Berlin-Kampagne und der Biozertifizierung. Da reichte er mir gleich einen Zettel über den Tisch mit seinem Vorschlag beides unter einen Hut zu bringen: Bee-o-Honig. Ganz schon pfiffig!

Was das Flugbrett verrät

29. März 2008

Heute war in unserer Ecke Berlins großer Inspektionstag. Ich schaue gerade nach meinen Völkern, da ruft mich ein Neuimker mit 6 Völkern an. Ich solle mal vorbeikommen und mir seine Völker ansehen.

Der geübte Imker sieht schon am Bienenflug, wo etwas nicht stimmt. 2 Völker fliegen gar nicht – die wurden viel zu schwach eingewintert. 1 Volk fliegt sehr nervös. Ein Blick unter die Folie zeigt hektische Bienen und zackig aufgerissene Futterwaben – hier werden gerade die Honigvorräte geräubert. Da ist auch nichts mehr zu retten. Bei einem Volk hat man den Eindruck, also wüssten die Bienen nicht, ob sie fliegen wollen. Sie krabbeln aus dem Flugloch raus und drehen wieder rum. Ein Blick unter die Folie zeigt, dass etliche Drohnen rumkrabbeln. Das wird auch nichts mehr.

Ganz anders das letzte Volk. Hier geht’s zu wie auf einem Flugzeugträger. Raus und rein, Start und Landung. So muss es sein, besonders jetzt, da gerade der Ahorn aufgeblüht ist.

Ein Imker hat viele Berufe

27. März 2008

Ein Imker hat viele Berufe. Tierpfleger, Tischler, Umzugsunternehmer, Händler. Heute konnte ich noch einen weiteren hinzufügen: Nachlassverwalter. Ein Kunde ruft an und bittet mich, den Hinterbliebenen eines Imkers bei der Auflösung von dessen Imkerei zu helfen.

Also fahre ich hin und finde einen Bienenstand im Dornröschenschlaf. 10 Jahren lang wurde er nicht bewirtschaftet. Damals hab der Onkel die Imkerei aus Altersgründen aufgegeben. Drinnen erwartet mich dann eine Überraschung. Alle Leerrähmchen sind sauber gestapelt, die Scheiben geputzt, sogar der Bienenbesen und die Wabenzange liegen am Platz. Es hat etwas Rührendes, wie hier ein Imkerkollege am Ende seines Lebens aufgeräumt hat, als wolle er am nächsten Tag wieder mit den Bienen anfangen.
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Bienenstand im Dornröschenschlaf. Wer erweckt ihn wieder zu neuem Leben?

Problembär als Honigdieb präpariert

26. März 2008

„Bruno“, der 2006 erlegte Problembär, bleibt der Nachwelt als Honigdieb erhalten. Heute wurde er der Öffentlichkeit in Schloss Nymphenburg bei München vorgestellt. Das Tier ist in einem gläsernen Schaukasten zu sehen, wie es gerade Magazine aufbricht und sich am Honig labt. Die Bienen lassen sich das nicht gefallen und stechen Bruno in Nase und Ohr. Eine Szene aus Brunos Leben habe man darstellen wollen, erklärt dazu das Museum Mensch und Natur. Hier gibts die Bilder und weitere Informationen zu diesem großen und glücklicherweise seltenen Bienenschädling.

Was die Bienen bei Kälte machen

25. März 2008

Viele besorgte Nachbarn und Kunden fragen mich, was die Bienen bei dieser Kälte mit täglichen Schneeschauern machen. Meine Antwort: Das ist nicht viel anders als bei uns. Sie bleiben in ihren kleinen Holzhäuschen drin, kuscheln zusammen und essen Honig. Sobald es aber wieder warm wird, kommen sie mit Urgewalt heraus und gehen erst mal was trinken. Das ist auch wie bei uns, wenn die Wirte wieder die Tische auf den Bürgersteig stellen.

Wie viel verdient ein Imker?

19. März 2008

Immer wird mir diese Frage gestellt: „Kann man von den Bienen leben?“ Noch niemals hat jemand gefragt: „Machen Bienen reich?“ Das zeigt schon, dass die Erwartungen des Publikums an die Ertragskraft einer Imkerei nicht sehr hochgesteckt sind.
Das Magazin „Stern“ hat für die aktuelle Ausgabe die Frage gestellt, wie viel Selbständige verdienen. Christoph Koch, Berufsimker im Schwarzwald, verrät es für unseren Berufsstand: 3.000 € zu versteuerndes Einkommen im Monat. Wer nicht von Bienen gestochen werden will, aber auch so viel (oder wenig) verdienen möchte, kann sich mit einer Imbissbude, als Koch, Kfz-Gutachter, Friseur, Fitnesstrainer oder als Prostituierte selbständig machen. Wem das zu viel Geld ist, der kann z. B. Journalist werden oder auch Tierarzt. Dazu muss man aber studieren. Imker kann indes auch ein Hauptschüler werden.

Berliner Zeitung schreibt über uns

17. März 2008

Heute bringt die Berliner Zeitung einen Fünfspalter, über Berliner, die sich für die neue Kampagne beworben haben. Wir sind mit dabei – sogar mit einem Bild. Hier ist der Text als pdf: sei-berlin.pdf
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Zuckermuseum: Rübe heißt Freiheit

16. März 2008

Im Mittelalter waren Honig und eingedickte Obstsäfte die einzigen Süßungsmittel. Dann kam der Zucker. Die Wiege der deutschen Zuckerindustrie liegt nicht mal 5 km von unserer Imkerei entfernt. Das war vor 206 Jahren. Daher gibt es in Berlin ein kleines, sehenswertes Zuckermuseum. In einer Ecke steht da auch eine Schleuder und ein kleiner Schaukasten mit präparierten Bienen. Das ist ein wirklich netter Zug vom Museum.

Ganz anders ergeht es da dem Rohrzucker. 2 Stationen beschäftigen sich mit ihm. An der ersten Station erfährt der Besucher, wie viele Schädlinge vom Zuckerrohr leben, z. B. Heuschrecken. Auch 2 fette ausgestopfte Ratten fehlen nicht. Bei der nächsten Station wird’s noch schlimmer: Menschenhandel, Sklaverei und Folter. Erst die Zuckerrübe hat damit Schluss gemacht und die Schwarzen von ihrem Joch befreit.

Was sind wir doch froh, dass wir unsere Bienen mit Rübenzucker einfüttern können!

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Die Imker werden im Zuckermuseum nicht vergessen.

Wowereit ernennt uns zum „Botschafter“

15. März 2008

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, hat heute unsere Imkerei „zum Botschafter für Berlin“ ernannt. Wir hätten ihn mit unserer Geschichte überzeugt. Hier sind die Gründe, warum wir meinen, gute Berlin-Botschafter zu sein.

  1. Wir sind in einem Bereich tätig, von dem viele Nicht-Berliner glauben, dass es das in der Großstadt nicht geben kann: Landwirtschaft und dann auch noch als Biobetrieb.
  2. Wir zeigen, wie gut das geht, z. B. am 12. Juli einer aus Imkern bestehenden 100köpfigen Reisegruppe aus dem österreichischen Bundesland Vorarlberg.
  3. Wir schreiben dieses Blog und tragen die Botschaft damit in die Welt hinaus.
  4. Wir haben mit der Kleinpackung „Berliner Lindenhonig“ ein speziell auf Touristen zugeschnittenes Produkt.

Unser Motto für die Kampagne heißt: „Sei natürlich, sei gesund, sei Berlin“. Hier geht’s zur Kampagne.

Wie der BVG-Streik unsere Kunden betrifft

14. März 2008

In Berlin stehen Busse, Straßen- und U-Bahnen still, weil die Verkehrsbetriebe streiken. Wer als Händler einen unterirdischen Laden an einem Umsteigepunkt führt, ist wirklich gekniffen. Die Zugänge zu den Stationen sind mit Gittern ab- und die Kunden ausgesperrt. Doch es gibt auch andere Fälle.
Einer unserer Händler berichtet heute, dass der Streik ihn gar nicht störe. Im Gegenteil: weil mehr Leute zu Fuß gehen, kommen mehr an seinem Laden vorbei und viel mehr auch herein. Auch das gibt’s!

Unser Motto „Bee Berlin“

13. März 2008

Heute hat uns unser „Regierender“ einen Brief geschrieben. Wir Berliner seien doch alle stolz auf unsere Stadt. Das soll nun auch die Welt erfahren. „Be Berlin“ heißt diese Kampagne und wir – also die Berliner – sind deren Botschafter. Was wir zu sagen hätten, seien die vielen Erfolgsgeschichten aus Berlin und die Vielfalt dieser Hauptstadt.

Dieses Blog ist doch geradezu ideal für die neue Kampagne: Er steht im weltweiten Netz, liefert Geschichten aus unserer Berliner Imkerei und eine Vielfalt von mindestens 10 Sortenhonigen haben wir auch noch zu bieten. Wir waren schon „Bee Berlin“, da suchten die Kreativen für die Senatskanzlei noch nach einem Motto. „Berlin – Hauptstadt der DDR“ geht ja nicht mehr.

Zu wenig oder zu viele Bienen?

12. März 2008

Auf der Brandenburg-Seite der Berliner Zeitung steht heute ein langer Artikel über die Lage der Bienen im Land. Tenor ist, dass es in Brandenburg zu wenig Bienen gibt. 2,7 Bienenvölker pro Quadratkilometer gebe es in Westdeutschland, in Brandenburg aber nur 0,9. Das haben 100 Wissenschaftler aus Deutschland in Liebenwalde den Journalisten in die Blöcke diktiert.
Als nach Brandenburg einwandernder Imker bekommt man von Kollegen aus der Region aber ständig das Gegenteil erzählt. Es gebe viel zu viele Bienen. Die Tracht reiche nicht mal für die Brandenburger Imker. Das habe ich schon zigmal gehört, zuletzt von der Sitzung der Brandenburger Wanderobleute am vergangenen Wochenende. Ja was stimmt denn nun eigentlich?

Engagierte Imker erfahren mehr

7. März 2008

Vorstandswahlen beim Imkerverband Berlin: Die Delegierten wählten mich zu ihrem 2. Vorsitzenden, wie schon 2002. Viele Menschen scheuen ja vor der Übernahme ehrenamtlicher Verpflichtungen zurück. Selbstverständlich ist es Arbeit, Grußworte bei Jubiläen zu sprechen, sich mit Behörden auseinander zu setzen und Interessen zu vertreten.

Ein Ehrenamt hat aber auch Vorteile. Man erhält viele Informationen viel früher als andere: Wo ist ein Faulbrutsperrbezirk? Wer erhält Fördergelder aus Lottomitteln? Wer braucht oder verkauft Bienenvölker? Und dann ist das Ehrenamt eine prima Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und viel zu lernen.

Selten wie Gold: Biozucker von hier

6. März 2008

Über den gemeinsamen Futtereinkauf der Bioland-Imker erreicht uns heute das Angebot, dass Zuckersirup aus Rüben in begrenzter Menge bestellt werden kann. Wenn man weiß, dass allein die Bionade-Brauerei mehr Biozucker verarbeitet als hierzulande angebaut wird, dann kann man ermessen, dass das ein Super-Angebot ist! Also ordern wir gleich unseren Bedarf für den Herbst.

Bio-Zucker ist der Engpass für alle Bio-Hersteller mit Hang zum Süßen. Den gibt es zwar, aber er kommt aus allen Ländern der Welt und man möchte lieber gar nicht so genau wissen, was da wuchs, bevor Zuckerrohrplantagen draus wurden.

Keine Schäden durch Orkan Emma

3. März 2008

„Berlin im Ausnahmezustand“, titelt die Berliner Morgenpost am Sonntag in Bezug auf den schlimmsten Orkan seit Kyrill. Hier draußen im Berliner Südosten pustet es zwar etwas, aber kein Wabenstapel fällt um und kein Deckel fliegt durch die Luft. Köpenick kann die Zeitung nicht gemeint haben. Das erklärt sich vielleicht dadurch, dass Köpenick erst seit 1920 zu Berlin gehört und hier noch manches anders zu sein scheint als in Alt-Berlin.

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Der Tag nach dem Sturm „Emma“ sieht nicht anders aus als der Tag vorher.