Werbebanner zum Buch: Marc-Wilhelm Kohfink, Bienen halten in der Stadt

Was Marktkunden alles wünschen

12. Mai 2008

3 Tage Bölschefest in Berlin-Friedrichshagen liegen hinter uns. Wir hatten einen tollen Standplatz zwischen 2 mächtigen Linden. Diese eigneten sich prima, um unser neues Werbetransparent aufzuhängen. Das zog auch viel Aufmerksamkeit auf sich.

Solche Stadtfeste sind zwar anstrengend, aber auch recht kurzweilig. Es kommen die seltsamsten Fragen:

3-mal wurden wir nach Thymianhonig und 1-mal nach Eukalyptushonig gefragt. Irgendwie ist noch nicht klar, dass wir keine Honighändler sondern selbstvermarktende Erzeuger sind.

Dann gab es noch eine Dame, die unbedingt Honig im 1-kg-Glas wollte und die nicht davon zu überzeugen war, dass 2 Pfundgläser viel besser sind. Der Dame war der Honig völlig egal. Sie wollte ja nur das Glas.
Erinnerungswürdig war auch die Frage einer anderen Dame, die nach kalt gepresstem Leinöl fragte. Schließlich sei ja auch Honig kalt geschleudert. …

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Das neue Werbetransparent wertet unseren bescheidenen 2-Meter-Verkaufsstand auf.

Und noch ein Faulbrutfall

10. Mai 2008

Heute früh erreicht mich ein Anruf, dass es noch einen Faulbrutfall in unserem Bezirk gibt. Diesen hat der Imker dieses Mal selbst bemerkt, weil die typischen Anzeichen schon sichtbar sind. Die Amtstierärztin weiß noch gar nichts von ihrer neuen Aufgabe. Sie ist in den Pfingstferien und keiner kennt ihre Handynummer.

Imker streiten über Faulbrut

9. Mai 2008

Nach einem Faulbrutfall im vergangenen Jahr haben wir in unserem weiteren Umfeld schon wieder einen Faulbrutalarm. Unsere Völker sind glücklicherweise wieder nicht betroffen. Dies ergab eine Untersuchung im Labor. Gleichwohl ist Faulbrut zu einem Dauerthema im hiesigen imkerlichen Diskurs geworden. Dabei lassen sich 2 Grundauffassungen unterscheiden:

Auffassung A: Sie wird „Methode der alten Imker“ genannt: Völker die Symptome zeigen, werden ausgesondert und vom Imker ohne viel Aufhebens selbst saniert. Mikrobiologisch wird generell nicht untersucht. Es reicht, wenn der Amtsveterinär (der sich oft nicht auskennt), sein o.k. zum Wandern gibt. Typisch ist die Bemerkung: „Starke Völker werden mit der Faulbrut selbst am besten fertig.“
Auffassung B: Ich nenne sie „Methode der verbandstreuen Imker“: Dieser Imker vertraut nicht auf das Gesundheitszeugnis vom Amtsveterinär, der ja nur guckt, sondern beteiligt sich an den vom Imkerverband organisierten kostenfreien Laboruntersuchungen. Er will ganz sicher zu sein, dass seine Bienen gesund sind und damit auch niemanden anstecken können.

So wird gestritten: A wirft B vor, schlicht blöd zu sein und nicht richtig imkern zu können. B wirft A vor, verantwortungslos und schuldig an der Ausbreitung der Faulbrut zu sein. Weil wir in unserer Imkerei verantwortungsbewusst sein möchten, gehören wir in die Kategorie der „Blöden und imkerlich Unfähigen“.

Warum Bienen sterben

8. Mai 2008

Gestern kam im ZDF ein sehr interessanter Film über das Bienensterben bei uns und in den USA. Die Autoren kamen bei ihren Recherchen zu dem Ergebnis, dass es hierzulande die Varroa-Milbe ist, die den Bienen zusetzt. In den USA sei es hingegen der ungeheure Stress von Langstreckenwanderungen mit offenen Fluglöchern. Es werde zu wenig Rücksicht auf die Bienen genommen. Tröstlich: Die Biene sei enorm anpassungfähig und es werde auch noch Bienen geben, wenn der Mensch vom Erdball wieder verschwunden sei.
Hier ist der Link zum Film.

Bienen im Bambus

7. Mai 2008

Es häufen sich wieder diese Anrufe: „Aus einer Bambusmatte auf unserem Balkon fliegen Bienen raus.“ Heute war z. B. wieder so ein Anruf. Des Rätsels Lösung: Das sind stachellose Wildbienen. Sie haben in den Stängeln überwintert und fliegen nun zu ersten Mal aus. Sie sind keine Gefahr für Kinder, sondern ganz harmlos! Man kann ganz nah rangehen und sich diese kleine Bienenwunder genau anschauen.

Gute Idee: Sektkorken verschließt 2. Flugloch

6. Mai 2008

Ein 2. Flugloch am Bienenkasten soll zahlreiche Vorteile haben. Man kann darin z. B. Ableger großziehen. Als Honigraum genutzt, wird der Honig trockener. In unserer Imkerei nutzen wir bisher kein 2. Flugloch, weil immer die Frage war: Wie bekommen wir das zu? Nun hat mir ein Imkerkollege 2 Zargen gegeben, weil er sich Kunstschwärme von mir wünscht. Er nutzt das 2. Flugloch und verschließt es mit einem Sektkorken. Genial einfach!

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Hier gibt es kein Entweichen, wenn der Sektkorken das 2. Flugloch verschließt.

Der Imker war krank – jetzt schreibt er wieder

1. Mai 2008

Zwei Wochen war der Imker wegen einer schweren Erkältung außer Gefecht. Jetzt bloggt er wieder. Gestern ergab eine Durchsicht bei den Bienen, dass Schwarmstimmung noch nicht aufgekommen ist. Die Bienen befinden sich aber in einer kräftigen Aufwärtsentwicklung. Der Nektar fließt noch nicht reichlich genug. Manche Völker sitzen fast schon auf dem Trockenenen und brauchen noch zusätzliches Futter. Überhaupt unterscheidet der Futtermangel dieses Jahr von den vorangegangenen.

Tierärztin gibt grünes Licht für Wanderung

16. April 2008

Hier in der Stadt blüht schon das Steinobst. Brandenburg ist meistens 1 Woche hinterher. Daher wurde es heute höchste Zeit für den Besuch der Amtstierärztin, denn wir wollen wandern. Sie kontrollierte die Völker, ob sie auch wirklich frei von Faulbrut sind. Nach einem Faulbrutfall in ihrem Bezirk ist Sie jetzt besonders vorsichtig. Sie erkundigte sich eingehend nach allem, was wir für die Gesunderhaltung unserer Bienen unternehmen: Wann und wieviel Ameisensäure? Perizin? Oxalsäure? Unsere Antworten: Ja, Nein (in der Bioimkerei verboten), Ja.
Schließlich gab sie grünes Licht für die Wanderung.

Noch nie Bienen so gut ausgewintert

13. April 2008

Nachdem es tagelang nur geregnet hat, ist heute der erste Tag, an dem ich endlich einmal meine Bienen durchsehen und erweitern kann. Normal sind Verluste von 10 bis 15 %. Dieses Jahr gibt das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf die durchschnittlichen Verluste mit 30 % an. Wir haben 3 % Verluste. Ein so gutes Ergebnis hatten wir noch nie!

Die Bienenvölker sind auch ungewöhnlich stark. Daher gibt es für die allermeisten heute den 2. Brutraum. Der besteht bei uns aus 8 Mittelwänden (aus dem guten Biowachs), einer hellen und einer Drohenwabe. Da haben die Bienen gleich viel zu bauen und bleiben gesund.

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Das haben Ludwig II. von Bayern; Zar Peter der Große und Bienen gemeinsam: den Bautrieb. Hier ist genug Platz, um sich ihm hemmungslos hinzugeben.

Imkern das Verkaufen beigebracht

10. April 2008

Heute war ich beim Imkerverein Wuhletal eingeladen, um den Imkern dort Einblicke in die Geheimnisse des Honigverkaufs zu geben. Ca. 15 Besucher waren gekommen und hörten meinen Appell, ihren wertvollen Honig auch zu einem angemessenen Preis und in ansprechender Aufmachung zu verkaufen.

Das Auge verkauft nämlich mit. Außerdem gab es jede Menge Hinweise, wie Honig ansprechend präsentiert wird.

EU bummelt – wir warten

8. April 2008

Jetzt haben wir so schöne Entwürfe für neue Etiketten und können sie nicht drucken lassen, weil wir darauf warten, dass die EU endlich mal mit ihrem neuen Biosiegel an Land kommt. Das soll nämlich verpflichtend auf alle Biowaren drauf und ursprünglich ab Januar 2009 Pflicht sein.

Heute erfahren wir, dass alles um 1 Jahr verschoben wird, weil sich der Entwurf der EU und das Biosiegel von Aldi zu ähnlich sehen.

Das ist ärgerlich, weil wir noch länger in der Luft hängen. Wir drucken ja keine zigtausend Etiketten, die wir dann im Januar 2010 wegwerfen dürfen. Es hat aber auch etwas Gutes: mit einem Artikel aus dem Aldi-Sortiment wollen wir unseren Honig doch nicht verwechselt wissen. Dann soll die EU eben noch mal etwas Neues gestalten.

Bienen treiben Marathon-Läufer an

6. April 2008

In Berlin war heute großer Halbmarathon. Auch im japanischen Saga waren Läufer im Rahmen einen Marathons unterwegs. Auf der Strecke wurden 32 Läufer mit Bienengift „gedopt“. Erschütterungen und Schweiß mögen Bienen nämlich nicht. Und für beides sorgen Langstreckenläufer ja reichlich. Hier ist die ganze Geschichte.

Imkern das Hobby für Brandenburger

3. April 2008

Nachdem wir gestern die Nachricht des Trendletters über einen Imkerboom in Berlin leider nicht bestätigen konnten, sind hier nun die brandneuen Zahlen vom Landwirtschaftsministerium in Potsdam für Brandenburg. Dort entwickelt sich die Imkerei erfreulicher. Die Zahlen stammen von den Amtsveterinären:

  • 2002 gab es 2.390 Imker, 2007 waren es 2.760 Imker.
  • Sie hatten 2002 25.809 Völker. 2007 waren es 31.317 Völker. Im Durchschnitt sind das 11 Völker/Imker. (In Berlin sind es nur 5 Völker).
  • Übrigens: 2002 gab es in Brandenburg 10 Imker mit mehr als 100 Völkern. 2007 waren es schon 16 Imker. (Diese Imker werden von der landwirtschaftlichen Sozialversicherung als Berufsimker gezählt, gelten als Landwirte und betreiben die Imkerei nicht als Hobby.)

Imkern – Das Hobby für hippe Großstädter?

2. April 2008

Der Trendletter, ein Nachrichtenbrief für Werbeleute in neuen Märkten, hat erkannt: Imkern ist das neue Hobby für hippe Großstädter. Hier ist ein Zitat aus der aktuellen April-Ausgabe:

Junge Großstädter entdecken ein altes Hobby wieder: das Imkern. Sie stellen auf ihren Dachterrassen Beuten auf. 500 Großstadtimker gibt es derzeit allein in Berlin. Tendenz: steigend.

Tja, liebe Trendforscher, schön war’s ja. Da hat Euch jemand einen (Honig-)bären aufgebunden. Das mit dem Dach war der Chef des Hotel Alsterhofs in der Nähe des Ku-Damms. Es war auch keine Dachterrasse, sondern nur das Dach einer Garage. Und dann war dieser Imker mal vor 40 Jahren jung und hipp. Heute ist er im Ruhestand und also ein eher alter Großstädter. Sonst ist uns beim Imkerverband Berlin kein weiterer Dachterrassenimker bekannt. Nur ein Halbsatz an dieser Meldung stimmt. Die Zahl der Imker in Berlin nimmt zu. Genau gesagt um 1% von 2006 auf 2007 – für einen echten Trend ist das aber auch ein bisschen wenig.

Seit heute sind wir „Bio“

1. April 2008

Die Urkunde fehlt zwar noch, aber den ab heute geernteten Honig können wir als Bioware verkaufen. Allerdings fehlt uns augenblicklich nicht nur das Zertifikat, sondern auch der Honig!

Letztes Jahr haben wir den ersten Honig am 24. Mai geschleudert. Dieses Jahr wird es auch nicht früher werden.