Werbebanner zum Buch: Marc-Wilhelm Kohfink, Bienen halten in der Stadt

Das Winterfutter kommt

11. Juni 2008

Das Winterfutter ist mit Abstand der teuerste Buchungsposten im Jahr. In einer E-Mail vom zentralen Bioland-Einkauf wurde schon angekündigt, dass in dieser Woche das Geld weg sein wird. Heute kommt nun das bestellte Futter. Weil wir uns mit der Bestellung beeilt haben, müssen wir dieses Jahr nicht wieder Rohrzucker aus fernen Weltgegenden auflösen, sondern können den praktischen Sirup der Firma Südzucker verwenden.

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Hier wird die Füllung für hungrige Bienenmägen abgeladen: Zuckersirup für den Winter.

Wasserversorgung lahmgelegt

9. Juni 2008

Der Spargelbauer bewässert seine Kulturen mit riesigen Wasserkanonen. Daher liegen auf dem Feld Wasserleitungen. Beim Anwandern schaue ich mir die Leitungen an und frage mich, ob ich die wohl überfahren kann. Nachdem zahlreiche Reifenspuren die Leitung zu überqueren scheinen, wage ich es auch. Der volle Anhänger passiert die Rohre noch problemlos. Auf der Rückfahrt bleibe ich aber hängen und zerreiße eine Rohrleitung. Eine Fontäne schießt hinter meinem Gespann in die Luft. Gleichzeitig lässt der Strahl der Wasserkanone nach und versiegt.
Die Wasserleitung lässt sich reparieren, doch von der Pumpe, die sich selbst abgeschaltet hat, lasse ich lieber meine Finger. Dumm gelaufen!

Kita „Lausbuben“ besucht uns

6. Juni 2008

Wie stellen wir uns Kinder vor, deren Mütter bei der Bundesärztekammer in Berlin arbeiten? Wohlerzogen und brav! Da passt der Name ihrer Kita „Lausbuben“ nicht richtig, zumal bei der heutigen Kindergruppe jede Menge Mädchen mit dabei waren.

Die Kinder durften beim Honigernten und Schleudern helfen. Anschließend bekam jeder im mitgebrachten Glas etwas Honig mit. Bei einem Kind rochs gewaltig nach Zwiebeln aus dem Glas. Das Etikett „Perlzwiebeln“ klebte noch dran. Da halfen wir gern mit einem Glas aus, denn so würde nachher auch der Honig riechen.

Zum Abschluss der Imkerei-Besichtigung haben Sie uns ein Lied gesungen und zwar „Der Frühling hat sich eingestellt“ von Hoffmann v. Fallersleben. Bei der Kita „Lausbuben“ wird offensichtlich Wert auf klassische Bildung gelegt. Lobenswert!
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Hier fliegt der Honig aus den Waben und hinterher dürfen alle etwas davon mitnehmen.

Wir fahren noch einmal in den Spargel

5. Juni 2008

Bei dem Spargelbetrieb, den wir letztes Jahr anwanderten, hat man uns noch in guter Erinnerung. Wir können mit unseren Bienen wiederkommen. Letztes Jahr hatten wir versuchsweise 10 Völker hingestellt. Dieses Jahr planen wir mal 28 ein. So viel passen auf einen Autoanhänger.

Zu trocken: Phazelia fällt aus

4. Juni 2008

Ein Anruf bei unserem Phazelia-Landwirt im Kreis Teltow-Fläming endet mit einer schlechten Nachricht: Die geplante Phazelia-Wanderung fällt leider aus, weil es zu trocken ist. „Die Pflanzen hungern sich so durch und wenn es nicht bald regnet, ist alles verdorrt“, meint er.

Für uns heißt das: Kein Regen – kein Nektar – kein Honig. Also muss eine andere Tracht her. Wir denken da an Spargelhonig. Das ist nicht sonderlich originell, weil wir den erst im letzten Jahr als etwas Besonderes hatten, es lässt sich aber schnell organisieren.

Buchweizen braucht noch etwas Zeit

4. Juni 2008

Jedes Jahr haben wir ein oder 2 Honige im Programm, die etwas Besonderes sind. Dieses Jahr sollen es Buchweizenhonig und Phazelia sein. Heute stand die Suche nach einem geeigneten Standort für die Bienenvölker an. Schon sein Februar hatten wir den Kontakt zu einem Betrieb im Spreewald, der Buchweizen anbaut – und zwar Bio-Buchweizen, was ja gut zu unserem Bio-Honig passt.

Die Buchweizenpflanzen sind noch etwas mickrig. Der Landwirt sagt, dass er noch weiteren drillen möchte, sobald es endlich einmal regnet. Das heißt, dass es für unsere Bienen eine sehr lange Trachtzeit wird, die parallel zur Sonnenblume verläuft.

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Das mit den runden Blättern will mal eine große Buchweizenpflanze werden. Das mit den schmalen Blättern macht den Buchweizen zum Bio-Buchweizen.

Weiselzellen sind gar nicht so empfindlich

2. Juni 2008

Weiselzellen, so heißt es in der Literatur, sind gegen Erschütterungen besonders empfindlich – nur frisch nach der Verdeckelung und 2 Tage vor dem Schlupf nicht. Dieses Mal kam ich nicht dazu, am 5. Tag die Weiselzellen aus dem Volk zu nehmen, sondern erst am Tag darauf. Die Fahrt ging vom Stand zu unserer Imkerei über holpriges Kopfsteinpflaster. Eine Weiselzelle ist mir dabei sogar noch auf den Betonboden gefallen, bevor ich sie im Brutkasten unterbringen konnte.

Das Schlupf-Ergebnis ist nun wie immer. Von 20 Zellen schlüpften 2 nicht. Die Gefallene schlüpfte übrigens.

Von Dr. Liebig stammt – glaube ich – die Bemerkung, dass die Empfindlichkeit von Weiselzellen nicht überschätzt werden sollte. Wären diese wirklich so empfindlich wie immer behauptet, reichte ein Tritt gegen den Bienenkasten, um die Schwärmerei zu unterbinden.

Keine Extra-Rundfunkbeiträge für Hobbyimker

28. Mai 2008

Ein Hobbyimker muss für das Radio in seinem Auto, das er auch für die Imkerei nutzt, keine Extra-Rund­funk­gebühr zahlen. Das ent­schied das Ober­ver­wal­tungs­gericht Rhein­landPfalz in Koblenz in einem am Montag ver­öffent­lich­ten Beschluss. Hier steht die ganze Meldung.

Imker von Milbe befallen

28. Mai 2008

Nicht nur Bienen – auch Imker werden regelmäßig von Milben befallen. Das bringt die Arbeit in Wald und Flur mit sich. Heute früh juckt’s am Ellenbogen. Eine winzige Zecke hat sich eingenistet. Zum Glück sind Berlin und Brandenburg keine FSME-gefährdeten Regionen. Daher ist mit der Entfernung des Holzbocks das Schlimmste bereits überstanden.

Die Schwarmzeit hat begonnen

25. Mai 2008

Anruf um 13.30 Uhr. Ein Schwarm hat sich soeben im Garten eines Grundstücks in Lichtenrade niedergelassen. Damit ist die Schwarmzeit eröffnet. Ich kann den Gartenbesitzer, der sich auf einen ruhigen Sonntagnachmittag in seinem Garten gefreut hatte, beruhigen.

  1. Schwärmende Bienen sind zwar laut und zahlreich aber ganz harmlos.
  2. Ein Kollege vom Imkerverein Lichtenrade ist schon unterwegs und holt sich das Bienenpaket.

Sicher gibt es in der kommenden Woche noch viel mehr Schwärme!

Imkern ohne Honig

24. Mai 2008

Imkern ohne Honig? Gibt’s nicht? Gibt’s doch und zwar in Rahnsdorf. Das ist dort, wo Berlin-Köpenick schon wie Brandenburg aussieht – nur etwas hügeliger. Von dort besuchten mich zwei Nachwuchsimker, die Kunst- oder Naturschwärme aus meiner Imkerei möchten. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches. Wunderlich jedoch ist, was sie damit vorhaben: Die Schwärme sollen jeweils in eine 1,50m-hohe Kiste aus dicken Ahornholzbohlen eingeschlagen werden. Die stehende Kiste hat eine seitliche Neigung von 30 Grad und auf zwei Seiten je 8 kleine Bohrlöcher. Sie sind so groß, dass immer nur eine Biene durchpasst.
Darin sollen die Bienen nur am Anfang etwas gefüttert, dann aber ganz sich selbst überlassen werden. Keine Rähmchen, keine Mittelwände und kein Honig – also ausgewilderte Guckbienen.

So richtig überzeugt bin ich von der Sache nicht und schlage ihnen noch einige Änderungen an den Bienenkisten vor.

Es geht in die Robinie!

20. Mai 2008

Heute stand eine fröhliche Landpartie auf dem Programm. Der Revierförsterin in Neuhardenberg (früher: Marxwalde) kündigten wir erst am Vormittag unsere Wanderabsicht an. Der Kreisveterinär wurde schon vergangene Woche informiert. Er hat sich prompt bei uns gemeldet und sich noch mal eindringlich nach der Faulbrut in Berlin erkundigt. Der Informationsaustausch zwischen den Berliner und Brandenburger Veterinären klappt offensichtlich.
Doch bevor wir abladen, ist noch etwas Bürokratie nötig. Wir wollen ja mit dem Auto in den Wald. Das darf man normalerweise nicht. Daher holen wir uns bei der Försterin, die auch noch um 19.30 Uhr für uns im Dienst ist, eine „Gestattung“ ab. Sie erzählt, dass zur Robinie allein in ihr 3.000 ha großes Revier 1.500 Bienenvölker von auswärts anreisen. Die Imker kommen von weit her. Vorvergangenes Jahr rollte an uns z. B. der LKW einer Imkerei aus Cloppenburg (Niedersachsen) vorbei.

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Noch mehr Papierkrieg. Dieses Mal schreibt die Försterin. 

Bioland-Prüfer schaut genau hin

19. Mai 2008

Nachdem unser Bienenstand als faulbrutfrei entsperrt ist, können nun endlich auch wieder Fremde in den Bienengarten kommen. Den Anfang macht der Bioland-Prüfer. Er schaut nach, ob wir in unserem Imkerei-Betrieb auch alle Vorgaben der letzten Prüfung umgesetzt haben. Wir haben! Die Beuten sind nummeriert und es ist nachvollziehbar, welches Volk wohin wandert und aus welchen Völkern welche Ableger stammen.

Doch beim genauen Hinschauen entdeckt er doch noch einige Punkte, die verbessert werden können. Der fingernagelgroße Futterteigstopfen, mit dem der Zusetzkäfig für die Königin verschlossen wird, ist nicht aus Bio-Zuckerteig. Auch die Isolierung unter den Blechdeckeln muss biologischer werden. Das sind unsere nächsten Hausaufgaben. Der Anerkennung als Bio-Imkerei stehen diese aber nicht entgegen.

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So sieht die Bioimkerei in der Praxis aus: Viel, viel Papier und dicke Akten. Das meiste muss dabei der Prüfer ausfüllen.

Noch mehr Faulbrut

14. Mai 2008

Faulbrut war bis vor 2 Jahren etwas, das gab es nur weit im Westen, nämlich in Spandau und in Mitte. Gemessen am Flugradius von Bienen war das richtig weit weg. Seit letztem Jahr ist das anders. Da gab es den 1. Fall in Marzahn-Hellersdorf. Die Veterinärämter sind nun hellwach geworden. Es wird fleißig beprobt und die Ärzte werden auch fündig. Heute schon wieder. Das ist der 3. Seuchenherd innerhalb von 2 Wochen.
Unser letzte Woche nach Beprobung jedes einzelnen Volkes nachgewiesen kerngesunder Bienenstand ist inzwischen regelrecht von Faulbrut umzingelt. Das ist keine gute Aussicht für das diesjährige Wanderprogramm!

Sperrbezirk ausgewiesen

13. Mai 2008

Das Veterinäramt Treptow-Köpenick hat im 1. Faulbrutfall einen Sperrbezirk ausgerufen und zwar 1 km rund um den Bienenstand mit den erkrankten Bienen. Genau an der Bezirksgrenze zu Marzahn-Hellersdorf endet der Sperrbezirk.
Wie Prof. Jürgen Tautz von der Universität Würzburg immer betont, sind Bienen sind enorm intelligent. Die wissen, dass Sie nicht nach Marzahn-Hellersdorf fliegen dürfen.