11. März 2009
Seit 3 Tagen blühen die Krokusse und einige Bienen lassen sich sehen. Da fragt auch schon der erste Kindergarten, ob er mal zum Bienen gucken vorbeikommen könnte. Tja, leider ist dazu noch um einige Monate zu früh. Mitte Mai sollte es schon sein, um die Honigsammler bei der Arbeit sehen zu können.
Das ist jedes Jahr so. Bestimmt dauert es nur noch wenige Tage bis der erste Kunde nach dem ersten neuen Honig fragt.
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2. März 2009
Nun sind wir mit unserer Imkerei schon 2 Jahre beim Bioland-Verband. Da sollten wir auch mal zum Bundestreffen der Bioland-Imker! Das meinten mein Mitarbeiter Lars und ich und so machten wir uns auf den Weg nach Loheland, einem winzigen Flecken bei Fulda.
120 Bioland-Imker gibt es und 70 waren da. Der Verband hatte für ein interessantes Programm gesorgt. Themen waren unter anderem Energiesparen, Honigqualität und Gefahren für Bienen durch Pflanzenschutzmittel. Vor allem aber dient so ein Treffen dem Austausch unter Praktikern. Nur manche Tipps funktionieren leider nicht überall.
So z. B. der Tipp eines Imkers aus Südwestdeutschland, im August an einem schönen Tag bei 25°C mit 60%iger Ameisensäure zu behandeln. Da meint der Kollege aus Niedersachsen: „Solche Temperaturen haben wir im August nicht mehr.“
Ein bayerischer Imker machten den Vorschlag zur Senkung der Luftfeuchtigkeit im Honiglager in den Sommernächten einfach die Tore zu öffnen und am frühen Morgen wieder zu schließen. Nachts sei die Luft ja viel trockener. Da antwortet ein hessischer Imker, bei ihm sei es nachts genauso feucht wie am Tage.
Wir haben trotzdem sehr viel gelernt. Hier ist eine kleine Liste:
- Raps wird von 9 bis 19.00 Uhr beflogen, Honigtau von 6.00 bis 10.00 und von 18.00 bis 20.00 Uhr.
- In der Regel können bis zu 100 Völker an einem Standort konzentriert werden. Bei einer gut durchmischten Vegetation reicht die Pollen- und Nektarversorgung aus.
- Kunstschwärme dürfen nicht mit Oxalsäure beträufelt, sondern müssen besprüht werden. Die Bienen kuscheln im Kunstschwarm zu wenig, so dass sich geträufelte Oxalsäure nicht verteilt.
- Ameisensäure rettet schwache Völker, Oxalsäure bringt sie um.
- Ameisensäure desinfiziert den Beuteninnenraum und verhindert so auch andere Erkrankungen.
- Knallt die Sonne auf den Blechdeckel des Honigraums explodiert darin der HMF-Wert. Der Honig wird aber schnell trocken.

Auch ein Thema unter Bioland-Imkern: Wer macht etwas ganz Besonderes? Der Imkerkollege Kreß (links) stellt z. B. Honigeis in den Geschmacksrichtungen Schlehe und Quitte her und alle dürfen kosten.
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28. Februar 2009
Reinigungsflug! Wenn das Thermometer nach 3 Monaten endlich mal wieder auf über 10 Grad klettert, dann freuen sich Imker und Bienen. Und dieses Jahr freuen wir uns besonders, weil unsere Bienen Kunst produzieren.
Die fröhlichen Kleckse, die Bienen bei ihrem Reinigungsflug hinterlassen, haben früher Hausfrauen geärgert, wenn sie auf zum Trocknen rausgehängter Wäsche landeten. Heute freuen sich hingegen Kunstliebhaber darüber, was Bienen so auf weiße Leinwände zaubern.
Die Bienen fliegen fleißig und so mehren sich auch recht schnell die Spritzer. – Und es sind wirklich schöne Kleckse, die darauf schließen lassen, dass unsere Bienen nicht nosematosekrank sind. Nosematose, das ist Diarrhoe bei Bienen.

Das Warten hat ein Ende. Endlich beginnt die Kunstproduktion an unserem Bienenstand.

Wir sind wieder da! Fröhlich drehen die lange Vermissten ihre Runden im Garten.
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27. Februar 2009
Berlin hat viele schöne Ecken und beim Ausliefern entdecken wir sie nach und nach. Heute war ich mal wieder mit Ausfahren dran und kam so nach Lichterfelde West. Selbst bei Regenwetter ist zu erkennen, dass es sich da sehr schön wohnt.
Nach einigen Jahren Honigauslieferungen haben wir in unserer Imkerei gelernt, wo und wie Honigesser leben. Der „typische“ Honigesser wohnt im 19. Jh.-Altbau im Südwesten Berlins (Steglitz, Zehlendorf), in Kreuzberg, Prenzlauer Berg oder Pankow. Es gibt aber auch Gegenden, in die wir in 10 Jahren noch kein einziges Glas verkauft haben: Moabit, Wedding und Reinickendorf. Sicher gibt’s da auch schöne Ecken. Wir freuen uns schon darauf, sie zu entdecken.

Eine schöne Ecke in Lichterfelde West.
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25. Februar 2009
Ein Teil der Abiturprüfung in Berlin ist offensichtlich das Abfassen einer schriftlichen oder mündlichen Facharbeit. Das gab’s zu meinen Abiturzeiten vor über 20 Jahren nur in Bayern.
Heute war ein Oberprimaner in unserer Imkerei und informierte sich eingehend über Bienengesundheit im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln und Varroen. Der junge Mann schrieb gar nichts mit. Ich hätte mir das alles in seiner Situation gar nicht merken können.
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24. Februar 2009
Als Unternehmer erwartet man ja jeden Tag, dass die Krise vor der Türe steht und sagt: „Hier bin ich. Ich bringe Dir einen Auftragseinbruch, mehr Schulden und Forderungsausfälle mit.“ Heute dachte ich: „Jetzt hat’s Dich auch erwischt“. Beim Durcharbeiten der Buchhaltung fiel nämlich ein Kunde auf, dessen zwei letzte Rechnungen eigentlich schon vor 2 Wochen fällig waren. Früher hatte der immer seine Kasse aufgemacht und gleich bezahlt. (So haben wir’s ja am liebsten).
Vor dem Schreiben einer Mahnung mit einem wirklich sehr freundlichen Text („Machen Sie uns eine Freude. Zahlen Sie Ihre Rechnung!“) rufe ich immer erst mal an. In diesem Fall war aber den ganzen Nachmittag über das Telefon belegt. Das ist kein gutes Zeichen. Am Abend komme ich doch noch durch und der Vorfall klärt sich auf. Die Rechnungen sollen noch heute Abend online bezahlt werden.
Meine Erfahrung ist, dass Imkerkunden in der Regel gute Zahler sind, jedenfalls im Vergleich zu den Kunden anderer Branchen.
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19. Februar 2009
Das wurde ich heute schon zum zweiten Mal gefragt. Hier ist die Antwort: Auch wenn die Fluglöcher verschneit sind bekommen die Bienen noch genug Luft, weil die Böden unten nur ein Gitter haben. Durch dieses bekommen die Tierchen Luft.
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18. Februar 2009
Weil die Honigernte nicht nur in unserer Imkerei im Jahr 2008 unterdurchschnittlich ausfiel, wird es immer schwieriger, an Honig zu kommen. Wir haben noch welchen, aber bei der Goldrute ist gerade der letzte Karton im Verkauf. Heide, Sonnenblume, Buchweizen – auch davon ist nicht mehr viel da.
Unter Bioland-Imkern gibt es eine „Börse“, an der Honig unter Imkerkollegen gehandelt wird. Heute früh waren 5 Kübel Sonnenblumenhonig im Angebot. Aber als ich um kurz vor 9 bei dem Imker anrief, waren die schon weg. Schade!
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16. Februar 2009
Vor Jahren hatten wir einmal mit der Akademie Handel in Dorfen bei München – dort werden Visual Mechandiser (Schaufensterdekorateure) ausgebildet – über einen Schaufensterwettbewerb zum Thema Imkerei nachgedacht. Gekommen ist es dazu aber leider nicht.
Trotzdem lassen sich mit den handlichen Imkerei-Requisiten ganz tolle Frühlingsschaufenster gestalten. Das hat sich auch einer unserer Händer gedacht und heute Smoker, Stockmeisel, Rähmchen, Besen abgeholt, um im März ein Schaufenster damit zu gestalten.
Wenn es soweit ist, ruft er an und dann darf ich fotografieren kommen.
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13. Februar 2009
Zur Zeit steht das Nageln von Rähmchen für die neue Saison ganz oben auf der Prioritätenliste. Aus einem Nachlass sind wir mit einem Karton voller kleiner Nägelchen beschenkt worden. Bisher nahmen wir Blaustifte, um den Wabendraht zu fixieren. Die Nachlassnägel stammen aus einer Schusterwerkstatt, aus Amerika und vermutlich sind sie 70 Jahre alt. Sie haben nicht mal Flugrost. Das ist eben noch (Vorkriegs-)Qualität!

So schön waren Drahtstifte früher verpackt.
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10. Februar 2009
Heute beschwert sich ein Imkerkollege, dass ich im Gespräch mit einer Journalistin „verraten“ hatte, ein Wirtschaftsvolk liefere in unserer Gegend rund 40 Kilo Honig im Jahr. Sein Argument: Das erwecke beim Kunden den Eindruck, dass sich der Imker dumm und dämlich an seinem Honig verdiene, wenn er pro Volk so viel ernte.
Ich glaube eher, dahinter steht die Furcht vor dem Finanzamt. Der durchschnittliche Imker erfreut sich nämlich im Vergleich zu anderen Lebensmittelherstellern der völligen Missachtung durch die Behörden. Das Finanzamt geht davon aus, dass er mehr in sein Hobby steckt als er damit verdient. Auch die Lebensmittelüberwachung interessiert sich nicht für Imker, während Landwirte, die einen Metzger (d.h. Profi!) zur Hausschlachtung kommen lassen, trotz amtlicher Fleischbeschau die hausgemachte Wurst nicht mal verschenken dürfen. Als falle der Beschenkte nach dem Reinbeißen tot vom Hocker.
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6. Februar 2009
Lange haben wir mit uns gerungen. Soll das neue Imkerauto geländegängig sein oder nicht? Die Herausforderung lässt sich etwa so beschreiben: Geländeautos haben drinnen wenig Platz. Den Platz hätten Lieferautos, doch die gibt es in der Regel nicht mit 4×4 Ausstattung. Man müsste also stets mit Anhänger durch die Gegend fahren. Das ist aber beim Ausliefern von Honig nicht praktisch, weil da nur Anhänger mit Plane in Frage kommen. Ich kann ja nicht zu meinen Kunden sagen: Honig gibt’s nur bei gutem Wetter.
Ich bestellte heute einen Fiat Doblo Cargo Maxi 1,9. Rein passen 40 Zander-Zargen. Das ist prima für die Honigernte. Dazu zieht er noch 1,3 to. Ein Autoumrüster stattet das Modell für Jäger aus, z. B. mit grobstolligen Reifen. Das müsste also auch für einen Imker passen. Liefertermin ist Mai.
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5. Februar 2009
Der Maler war schon Anfang der Woche da. Heute klebt der Fliesenleger die Fliesen an eine Wand in der Imkerei. Damit sind die Schäden vom Wasserrohrbruch am 20.11. weitgehend behoben. Es ist wirklich so, wie es der Sachbearbeiter von der Allianz gesagt hatte, dass es nachher aussehen werde wie vorher.
Dazu hat sicher beigetragen, dass der Fliesenladen noch die Fliesen im Programm hatte, die ich vor vier Jahren dort gekauft hatte.

Ein kritischen Auge auf die eigene Arbeit. Das ist nicht nur beim Imker ein Erfolgsgeheimnis.
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27. Januar 2009
Beim Honig ist es wie früher beim Wein. Da kannten die meisten Leute nur die Unterscheidung rot/weiß und lieblich/trocken. Beim Honig kennen sie hell/dunkel und flüssig/kristallisiert. Heute hatten wir aber einen Kunden, bei dem das völlig anders war. Er lässt sich am besten als Honig-Connaisseur beschreiben. Er kannte sich besser mit Sortenhonigen aus als wir. Wie schmeckt Erdbeerbaumhonig (extrem bitter)? Worin unterscheidet sich Heidehonig aus Frankreich, Norwegen und Deutschland im Geschmack? Er wusste das alles!
Jedenfalls war es eine echte Freude, sich mit ihm auf hohem Niveau über Honig zu unterhalten.
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24. Januar 2009
Am Nachmittag hält der Leiter des bienenwissenschaftlichen Instits in Celle. Dr. Werner von der Ohe, einen Vortrag über Stressfaktoren bei Bienen. Aus aktuellem Anlass weist er auf die Finanzierung seines Instituts hin und betont die Unabhängigkeit seiner Forschung.
Am Ende steht Barbara Löwer, die Geschäftsführerin des DIB, auf und betont, wie wichtig dem DIB die Zusammenarbeit mit den Instituten sei. Präsident Maske tue es sehr leid, was passiert sei. Er habe bei dem Brief auf falsche Berater gehört. Wer ihn kenne, der wisse, dass er zwar temperamenvoll sei, aber es nicht so gemeint habe. Sie hoffe, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit wieder möglich sei.
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