24. Oktober 2009
Als das interessanteste Gerät auf der zum Berufs- und Erwerbsimkertag gehörenden Messe empfand ich einen Honigtrockner. Von so einem Apparat hatte ich schon viel gehört, aber weder Abbildungen noch eine solche Maschine mal in Realität gesehen.
Das Wirkprinzip ist ganz einfach. Es besteht aus einer Wanne, in der der Honig erwärmt wird, z. B. auf eine Stocktemperatur vom 35° C. In der Wanne drehen sich große Edelstahlscheiben ganz langsam auf einer Welle. Die Scheiben rotieren durch den Honig und werden mit Honig benetzt. Im Deckel eingebaut ist der Trockner. Er bläst trockene Luft auf die rotierenden Scheiben. Die feuchte Luft wird eingesammelt, erneut entfeuchtet und so fort. Das ganze System ist geschlossen, so dass keine feuchte Luft aus dem Raum, in dem der Trockner steht, angesaugt wird.
Kaufen werden wir einen solchen Trockner nicht für unsere Imkerei. Eine neue Entdeckelungsmaschine von Paradise Honey aus Finnland und eine Schneckenpresse für das anfallende Entdeckelungswachs ist hingegen schon eine Überlegung und einen Investitionsabzugsbetrag wert.

Rotierende Scheiben und trockene Luft sind das Geheimnis professioneller Honigtrocknung.
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17. Oktober 2009
Das kalte Wetter der vergangenen Wochen hat dazu geführt, dass die Heidevölker kaum Futter genommen haben. Heute wollten wir eigentlich die Futtergeschirre abnehmen. Teilweise sind sie aber nur zur Hälfte leergefuttert. Das sind also rund 8 bis 9 Kilo Futter und wird vielleicht gerade so durch den Winter reichen.
Offensichtlich ist es den Bienen schon zu weit, in die Eimer zu klettern und von dort Futter wegzutragen. Nun versuchen wir es so: Wir nehmen 5-Liter-Joghurt-Eimer, füllen sie mit Flüssigfutter und stechen Löcher in den Deckel. Dann drehen wir den Eimer um und stellen ihn über den Bienensitz. Mal schauen, ob das appetitanregend wirkt.
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12. Oktober 2009
Am vorletzten Wochenende ihrer Öffnung schaffen wir es auch noch auf die Landesgartenschau in Oranienburg. Sie gefällt uns ebenfalls sehr gut. Sie ist so schön bunt, was die Stimmung angesichts des trüben regnerischen Wetters aufhellt.
Der Brandenburger Imkerverband hat einen sehr schönen schönen Stand mit liebevoll bemalten EWKs und zwei geschnitzten Figurenbeuten aufgestellt. Im Pavillion verkaufen Frauen des Imkervereins Velten Honig allerbester Qualität. Der stammt schließlich auch von Jens Radke, Imkermeister an „unserem“ Institut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf. Der kann imkern!
Dass guter Honig nicht selbstverständlich ist, zeigt ein Produkt, das in einer Bude hinter der Blumenhalle verkauft wird: Das stimmt so gut wie nichts. Sorte, Konsitenz, die Angaben auf dem Etikett und die Aufmachung – alles falsch oder in schlechter Qualität. Richtig gruselig ist ein Blick auf das umgedrehte Glas: Da glitzert silbrig Metallspäne und es sind zahlreiche andere Unreinheiten zu erkennen. Es ist eine echte Schande, wie das edle Naturprodukt Honig durch mangelnde Hygiene versaut werden kann.

Diese schön bemalten EWK-Schutzhäuschen sind eine Zierde für jeden Garten.

Wer durch den Boden eines Honigglases schaut, erkennt rasch, wie es um die Qualität des Inhalts bestellt ist.
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8. Oktober 2009
Zwei Bienenvölker aus unserer Imkerei dienen seit heute dem internationalen Kulturausstausch mit China. Sie sind Teil eines politischen Kunstwerks des chinesischen Künstlers Qiu Zhijie, das gegenwärtig im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen im Haus der Kulturen der Welt (auch „Schwangere Auster“ genannt) ausgestellt wird.
Künstler haben ja Ihre eigene, uns Laien oft unverständliche Ausdrucksweise (z. B. „Inszenierung des Raumes“). Ich versuche das Kunstwerk einmal in meiner ungelenken Ausdrucksweise als Imker zu beschreiben: Zu sehen ist ein massiver, aber umgeworfener Fahnenständer, an dem zerfetzte Fahnen aus rostigem Blech flattern. Diktatoren haben ja ihre Freude an vielen, besonders aber an roten Fahnen. Diese hat Qiu Zhijie umgestoßen. Dadurch werden die im Sockel des Ständers eingesperrten Bienenvölker sichtbar. Sie fliegen durch ein Eisengitter in die Freiheit.
Als freiheits- und kunstliebender Berliner Imker habe ich dem Haus der Kulturen der Welt – einer Einrichtung des Bundes – die aufgefütterten und entmilbten Bienenvölker gerne zur Verfügung gestellt.
Das Kunstwerk kann im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Rasende Heimat“ noch bis zum 10.01. im Haus der Kulturen der Welt in der John-Foster-Dulles-Allee 10 in Berlin besucht werden.

Umgestürzte Fahnen als Symbol für das Ende von Unterdrückung und Diktatur.

Unsere Bienen - sie fliegen für die Freiheit!
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6. Oktober 2009
Im Sommer haben uns viele Anfragen wegen der Beseitigung von Bienen und Hornissen erreicht. Tenor: Warum einen teuren Schädlingsbekämpfer holen – der Imker machts ja umsonst. Leider ist es nicht immer einfach, den Kunden beizubringen, dass der Imker ganz bestimmt nicht für umsonst arbeitet und auch nicht abseits der gesetzlichen Bestimmungen handeln darf. Wer illegal gewerbsmäßig Hornissennester beseitigt, riskiert theoretisch 5 Jahre Knast. In der Praxis sind es zwar nur einige tausend Euro, doch auf die müssen nicht sein, wenn man einen Fachkundenachweis für das Umsiedeln von Wepsen und Hornissen erwirbt.
Den habe ich heute nach einem Kurs, der Teil der Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer ist, erworben. Und zwar mit einem gar nicht so schlechten Ergebnis, nämlich mit 76 von 76 zu erreichenden Punkten. Der Umgang mit Wespen und Hornissen ist ja auch nur so etwas wie Imkern für Fortgeschrittene.
Jedenfalls steht vor dem ersten Umsiedlungsauftrag die Teilung unserer Imkerei an, nämlich die Gründung eines nicht-landwirtschaftlichen, gewerblichen Betriebsteils.
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2. Oktober 2009
Heute war unsere jährliche Bioland-Kontrolle. Die Frage: Haben wir alle Bestimmungen ordentlich eingehalten oder gibt es Abweichungen? Dazu schaute der Kontrolleur unsere Buchhaltung vom April 08 bis Januar 09 durch – Beleg für Beleg. Das war wie bei einer Betriebsprüfung vom Finanzamt. Besonders interessierte ihn der Warenfluss meines Rapshonigs aus den Zeiten der Umstellung. Wurde er auch gewiss nicht als Bioland-Honig vermarktet, sondern erst der Rapshonig der nach der völligen Umstellung geerntet wurde?
Dazu wurde jedes verkaufte Glas gezählt und dann die Gewichte zusammengerechnet und mit den bei der letzten Kontrolle erstellten Inventurdaten verglichen. Nun, am Ende war alles in Ordung und die Kontrolle auch bei allen anderen Prüfpunkten ohne Beanstandungen überstanden.
Kategorie Bio-Zertifizierung | 0 Kommentare »
1. Oktober 2009
Kommentarlos erreichen mich heute diese Bilder. Sie stammen aus einer ungarischen Imkerei. Mehr steht nicht dabei. Offensichtlich ist es etwas Neues, denn die abgebildeten Beuten sehen noch ganz nach frisch gesägtem Holz aus. Sie erinnern etwas an einen bestimmten Typ Blumenkübel, doch es wohnen Bienen im Stabilbau drin.
Zum Öffnen der Beuten muss ein Schraubenzieher verwendet werden.

Angesichts der großen Anzahl der genutzten 6-Eck-Beuten scheint es sich nicht um die Idee eines experimentierfreudigen Hobbyimkers zu handeln.

Die Leisten dienen hier offensichtlich nur dazu, die einzelnen Zargen voneinander trennen zu können, denn innen herrscht fröhlichster Wildbau.
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27. September 2009
Die wichtigsten Menschen außerhalb unserer Imkerei sind unsere Kunden, denn sie sorgen dafür, dass sich unser Betrieb trägt. Am meisten Honig setzen wir nämlich gar nicht selbst sondern über unsere Einzelhändler ab. Alle verkaufen in ihren Geschäften viele andere Produkte neben unserem Honig. Damit sie Verbraucherfragen zu unserem Honig besser beantworten können, luden wir heute zu unserem 1. Händlertag inclusive Produktschulung ein.
Auf dem Programm stand die gründliche Besichtigung eines Außenbienenstandes. Dort demonstrierten wir ihnen an den frisch aus der Heide zurückgeholten Völkern die Honigernte. Dann gings in den Betrieb, wo alle Arbeitsschritte vom Entdeckeln bis zum Abfüllen des Honigs demonstriert wurden.
Anschließend gab’s einen Empfang mit Kaffee und Kuchen (Bienenstich und Honigkuchen) bei dem viele Fragen beantwortet wurden zu den Themen: Biohonig, (nicht vorhandene) Rückstände im Honig, Honigqualität und -analyse sowie zum Honigmarkt. Bei der Gelegenheit stellte ich auch unsere neuen Produkte für die Saison 2009/10 vor.
Kategorie Kunden | 0 Kommentare »
25. September 2009
Heute Nacht haben wir unsere Völker aus der Heide zurückgeholt. Sie sind brechend voll mit leckerem Heidehonig – obwohl neben unseren bescheidenen 30 Völkern die 150 Völker eines größeren Imkers abgestellt waren. Obwohl unsere Kästen jetzt nur noch 1 Brut- und 1 Honigraum haben, hatten 2 erwachsen Männer mitunter Mühe, die Beuten auf den Anhänger zu wuchten.
Das widerlegt wieder einmal die leider nicht ausrottbare Behauptung über die Futterkonkurrenz von Bienenvölkern. Wenn es Tracht gibt, ist genug für alle da!
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18. September 2009
Heute Nacht haben wir die Völker aus der Goldrute zurückgebracht. Sie waren deutlich schwerer als bei der Hinwanderung. Das spricht dafür, dass die Bienen etwas gefunden haben. Jetzt muss geerntet, geschleudert und sofort gerührt werden. Und dann heißt es wieder für die Fans unseres Goldrutenhonigs da draußen: „Le nouveau miel de verge d’or est arrivé!“
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15. September 2009
Vor einigen Tagen hatte ich vom Besuch bei einem „Guckimker“ in Berlin-Rahnsdorf berichtet, der sich eine russische Bienenkiste aus Ahornbohlen gebaut hat. Heute hat er mir Fotos seiner Gartenbewohner geschickt. Die sind so schön, dass ich Sie hier einfach veröffentlichen muss. Gut ist zu erkennen, wie es sich die Bienen in der Kiste gemütlich machen und eine Naturwabe neben die andere hängen. Das ist auch für mich als altgedienten Imker noch beeindruckend, denn bei mir bekommen die Bienen Mittelwände und Anfangsstreifen, damit sie später gut bearbeitet werden können.
Dem Guckimker ist das egal. Er erfreut sich einfach nur an den Bienen. Das hat auch etwas.

Volk ohne Raum – das war mal. Hier ist viel Platz zum Bauen und Leben.
Kategorie Standort Berlin, Zucht | 0 Kommentare »
10. September 2009
Nein, nein, das ist jetzt kein Beitrag über zweibeinige Bienen, sondern über richtige, echte Honigbienen, die in der Kosmetikabteilung des Kaufhauses Wertheim am Moritzplatz in Berlin-Kreuzberg fliegen – oder von dem, was der 2. Weltkrieg davon übrig gelassen hat.
Auf dem Trümmergrundstück betreibt eine Initiative mit dem schönen Namen „Prinzessinnengarten“ so genanntes „Urban Gardening“. Sie züchtet Mangold, Salat und Gemüse in transportablen Kisten. In so einen Garten gehören auch Bienen und die stellte die Kreuzberger Stadtimkerin Erika Mayr auch gerne zur Verfügung.
Frau Mayr hält auch Bienen auch dem Dach einer ehemaligen Fabrik. … Doch das macht ja heute fast jeder Stadtimker, der etwas auf sich hält. Aber Bienen in der Kosmetikabteilung – das ist neu.

Innerstädtische Brachen sind ideale Standorte für Bienenvölker. An Moritzplatz in Kreuzberg hat Erika Mayr den Anfang gemacht.
Kategorie Standort Berlin, Verein&Verband | 0 Kommentare »
7. September 2009
Nicht jeder, der Bienen halten möchte, möchte auch Honig. So wie nicht jeder, der sich ein Kaninchen hält, den Stallhasen später auch verzehren möchte.
Für Imker mit diesem Interesse gibt es die sogenannte Bienenkiste und die Warré-Beute. Wem das alles zu kompliziert ist, der kann es mit dieser russischen Bienenkiste versuchen. Heute habe ich mir eine solche Konstruktion in Rahnsdorf angeschaut. Das ist im östliche Zipfelchen von Berlin.
Die Außenmaße sind 138 cm Länge, 58 cm Breite und 58 cm Höhe/Tiefe. Verwendet werden 7 cm dicke Ahornbohlen. Die quaderformige Kiste wird mit einem Neigungswinkel von 20 bis 25° aufgestellt. Als Fluglöcher dienen 16 Löcher an der Oberseite mit mit einem Durchmesser von 8 mm. Unten ist eine Revisionsklappe, in die Futter gestellt oder Ameisensäure verdunstet werden kann.

Eigentlich funktioniert sie nicht anderes als ein umgestürzter, ausgehöhlter Baum: Die russische Bienenkiste.
Kategorie Standort Berlin, Zucht | 1 Kommentar »
4. September 2009
Die Einladung klang interessant: Wie imkert die inzwischen 80jährige Berlinerin Anneliese Schönbeck-Sych auf der griechischen Insel Ithaka und wie nutzt sie die Mittagshitze, um ihre Bienen milbenfrei zu bekommen? Zu diesem Thema lud die Gäa heute nach Großbeeren südlich von Berlin ein. Gäa ist ein Bio-Anbauverband mit Mitgliedsbetrieben besonders in den neuen Bundesländern.
Nun kenne ich ja Bioland und dachte, Gäa wird wohl so ähnlich sein. Völlig falsch gedacht. Während bei Bioland die Erwerbsimker dominieren, sind es bei Gäa offensichtlich überwiegend Hobbyimker mit Ansichten, die aufhorchen lassen. Hier einige Beispiele:
- „Varroa ist eine Erkältungskrankheit der Bienen, die durch Zuckerfütterung verursacht wird. Zuckerrüben stecken in der Erde, wo es feucht und kalt ist. Das daraus hergestellte Futter ist für Bienen unnatürlich. Wenn sie gezwungen werden, Zucker zu fressen, erkälten sie sich und werden für Varroen anfällig.“
- „Zucker ist der größte Energiefresser überhaupt. Das ist ja wohl allgemein bekannt.“
- „Die Globalisierung und die Wissenschaft haben uns die Varroa gebracht.“
- „Zuckerfütterung passt nicht zum neuen Zeitalter.“
- „Die Energie von Kreuzottern verhindert, dass Bienenvölker an Varrose erkranken. In der Zukunft wird mit Energie geheilt.“
Während sonst in Imkerkreisen stundenlang über Vor- und Nachteile sowie die richtige Verabreichungsform von AS (Ameisensäure), OS (Oxalsäure) und MS (Milchsäure) gefachsimpelt wird, war das einmal ein ganz anderer Ansatz, nämlich mit Schamanismus und Reiki Bienen von Varroen zu befreien. Die armen Bienen.
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3. September 2009
Wenn im Fernsehen eine Gesundheitssendung Honig empfiehlt, merken wir das sofort im Verkauf. Im Frühjahr brachte der RBB einen Beitrag über Heuschnupfenhyposensibilisierung – da schossen die Verkaufszahlen für Frühjahrsblütenhonig in die Höhe.
Augenblicklich ist Propolistinktur extrem gefragt und zwar vor allem bei Ärzten, Heilpraktikern und Fußpflegern. Die nehmen dann gleich mehrere Fläschchen mit. Wahrscheinlich lief irgendwo eine Sendung zum Thema.
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