30. August 2009
Während der Saison haben wir nie Zeit, einen schönen Ausflug ohne Bienen zu unternehmen. Doch inzwischen geht es in der Imkerei wieder etwas ruhiger zu und so unternahmen wir heute von Berlin aus einen Ausflug zur Bundesgartenschau nach Schwerin. Alle die schon da waren, hatten uns davon vorgeschwärmt: „Kein Vergleich zu Potsdam vor einigen Jahren.“
In der Tat: Die BUGA in Schwerin ist ein Traum von einer Gartenschau. Das Schloss, das viele Wasser und ein historischer Schlosspark. Das ist eben schon etwas ganz anderes als ein ehemaliger Schießplatz, der irgendwie umgenutzt werden soll.
Imkerliches gibt es zuhauf. Gleich am Anfang erwartet den Besucher ein gegehbares Luftbild Mecklenburg-Vorpommerns. Sinnigerweise ist es im Mai aufgenommen, wenn dieser Flächenstaat knallgelb vor lauter Rapsfelder leuchtet.
Der Pavillion des McPom-Imkerlandesverband ist etwas versteckt. Davor stehen mehrere Magazine und ein sehr dekoratives Haus für Bienen im „Schweriner Maß“ (=2/3 Langstroth). Als ich mich als 2. Vorsitzender des Imkerverbandes Berlin zu erkennen gebe, ist die Freude groß, weil mein Pendant in Mecklenburg-Vorpommern heute Standdienst hat. Er packt Kuchen aus und gießt Kaffee ein und so wird der Nachmittag sehr gemütlich, während draußen ein Regenguss niedergeht.

Ein Haus für Bienen aber kein Bienenhaus.

In Schwerin sind sogar die Grafitti schöner als in Berlin – zumindest aus imkerlicher Sicht.

In diesem Blog beschäftigen wir uns immer wieder mit Imkerei und Kultur. Von der BUGA in Schwerin kommt dieser sepulkralkulturelle Bildbeitrag: Ein Imkergrab.
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28. August 2009
Nun endet auch für die ersten Bienen die schönste Zeit des Jahres. Wenn sie morgens aus ihrem Flugloch schauten, dann hatten sie in den vergangenen Monaten alle 4 bis 6 Wochen eine andere Aussicht. Für 40 Bienenvölker und Ableger hieß es heute vom südlichen Spreewald Abschied zu nehmen. Adieu du schöner Baggersee! Auf Wiedersehn du rosa Buchweizen. Es geht zurück nach Berlin.

Den Hänger ist voll. Der Tank ist leer.
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22. August 2009
Die meisten Imker die ich kenne, haben noch irgendeine Art von weiterer Einkommensquelle. Die Imkerei ist eben immer mit viel Unsicherheit behaftet.
Auf der „Mächler“-Ausstellung in Pfronten treffe ich einen Imker, der aus hohlen Obstbäumen Didgeridoos baut. Das ist so eine Art Minialphorn der australischen Ureinwohner. „Mächler“ ist im Ällgäu jemand, der ein Hobby betreibt. Also sind die meisten Imker auch „Mächler“.

„Honig und Höschen“ kennen wir als Einkommenskombination schon. „Honig und Didgeridoos“ ist noch exotischer.
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19. August 2009
Eine gute Bezugsquelle für Gläser ist für uns Imker gar nicht so einfach zu finden. Gläser werden nämlich in der Regel nicht verschickt, sondern müssen abgeholt werden. Besonders schwer wird’s bei nicht so gebräuchlichen Gläsern.
Nachdem aus dem Handel immer häufiger der Wunsch zu hören war, dass wir unseren Honig doch bitte auch in 1.000 gr Gläsern anbieten sollten, haben wir heute einen Münchner Glashändler aufgesucht und 500 große Gläser gekauft. Mit einem Golddeckel mit aufgedrucktem Wabenmuster sehen sie recht hübsch aus und werden unseren Händlern sicher gut gefallen.
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18. August 2009
In Illerbeuren gibt’s ein Bauernhausmuseum, das neben einem schlichten Freiständer für Bienenkörbe auch einige imkerliche Überraschungen bereithält. So kann die Kutsche eines bekannten Imkers, nämlich die des Wasserdoktors Sebastian Kneipp bestaunt werden. Er war mit diesem Doktorwagen zu seinen Patienten unterwegs.

Bequem musste es schon sein, das Fahrzeug des Imkers Sebastian Kneipp.
An anderer Stelle steht in einer Wohnstube ein komisches, einer Orgel gleichendes Ding. Erklärt, was ist es ist, wird leider nicht. Aber der Imker erkennt darin sofort eine Gussform für Tafelkerzen.

Gleich ein Dutzend Kerzen konnten mit dieser Gussform hergestellt werden. Bei den labberigen Silikonformen heutzutage kann immer nur eine einzelne Kerze gegossen werden, was die Herstellung sehr mühsam macht.
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16. August 2009
Die Bienenvölker sind bis auf ein einziges allesamt im Urlaub und vergnügen sich in Feld und Heide. Nun packt auch die imkerliche Familie die Reiselust. Diesen Sommer geht’s nach Bayern und weil wir alle Gartenfreunde sind, besuchen wir gleich am 1. Urlaubstag die Ettaler Gartentage.
Da hat auch ein einheimischer Erwerbsimker seinen Stand. Die Betriebsgröße entspricht etwa meiner. Ich frage ihn, was er dieses Jahr so geerntet habe. 500 kg aus 60 Völkern vor allem vom Löwenzahn und Sommerblüte. Die Waldtracht falle dieses Jahr schon wieder aus.
Nun ist ja aus den Erhebungen des Deutschen Imkerbundes bekannt, dass nirgendswo so viel Honig wie in Berlin pro Volk geerntet wird, nämlich knapp 50 kg. Bayern liegt mit unter 30 kg ziemlich genau im Durchschnitt. Doch was dieser Imker geerntet hat, ist wirklich erschütternd. Wir wünschen ihm, dass er nur falsch gewogen hat.

In Kloster Ettal steht dieses schöne Bienenhaus, das mit 28 Völkern besetzt ist.
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14. August 2009
Die Zahl unserer vor 2 bis 4 Jahre gekauften Wandergurte reduziert sich von Wanderung zu Wanderung. Um es kurz zu machen: Die gelben Wandergurte der Marke „Apimax“ sind Schrott, weil sie beim Spannen reißen. Überhaupt haben wir keine guten Erfahrungen mit den Gurten gemacht, die im Imkereifachhandel vertrieben werden. Besser sind die Ratschengurte aus dem Baumarkt. Die sind auch 5 Meter statt nur 4 Meter lang.
In diesem Jahr sind wir daher auf Umreifungsband umgestiegen, das eigentlich zum Verschnüren von Paketen verkauft werden. Da ist uns noch kein einziger gerissen. Diese Ersatzgurte sind zugfest (aber nicht knickfest). Sie sind konkurrenzlos billig (1.000 m für 20 €), können im Prinzip auch mehrfach genutzt und immer passend zurechtgescnnitten werden. Einfach toll! Die gibt’s natürlich nicht im Imkereifachhandel sondern nur bei Händlern für Verpackungsmaterial.

Nie mehr reißende Apimax-Gurte!
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13. August 2009
Gestern hat uns der Anruf eines Imkerkollegen erreicht, der unseren Wanderstand in der Heide passiert hatte. Eines der Völker aus unserer Wandergemeinschaft sei umgestoßen worden. Es sei das Volk ohne Gurt gewesen.
Seltsam! Alle Völker waren von uns zugegurtet zurückgelassen worden. Also fuhren wir heute früh die über 200 km nach Wittstock und schauten nach dem Rechten. Der Imker hatte das Volk wieder aufgestellt. Doch der gelbe „Apimax“-Ratschengurt meines Wanderkameraden war weg. Offensichtlich hat ihn jemand geklaut und sich bei der Gelegenheit so ungeschickt angestellt, dass er den gesamten Bienenkasten umgeworfen hat. Hoffentlich ist er tüchtig zerstochen worden!
Wir machen noch eine weitere Entdeckung. Unser 40 Liter Eimer, der vor 5 Tagen noch randvoll mit Wasser war, ist leergetrunken! Auch hierfür gibt es eine Erklärung. Gleich in der Nähe stehen 2 anderere Wanderstände mit insgesamt 150 Bienenvölkern und ganz ohne Tränke. Da haben sich offensichtlich diese Bienen über den Wasservorrat unserer Bienen hergemacht.
Also fahren wir mit dem Eimer in den nächsten Ort und fragen eine Einheimische, ob sie unseren Eimer auffüllen könne. Dabei stellt sich heraus, dass ihr Mann schon eine alte, wassergefüllte Waschschüssel aufgestellt hat, weil ihm die wassersuchenden Bienen aufgefallen waren. „Wir sind Tierfreunde“, meint die Dame. Das ist sehr nett, aber eigentlich ist es die Pflicht des Imkers, an seinem Wanderstand eine Tränke aufzustellen, wenn keine natürlichen Wasserquellen in der Nähe sind.
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11. August 2009
Unser diesjähriger Jahreshonig ist Phaceliahonig. Trotz der feuchten Witterung hat er einen Wassergehalt von unter 17 %. Er hat eine schöne gelbe Farbe und schmeckt auch gut. Im Abgang hat er eine leichte sortentypische, ingwerartige Schärfe. Die Freude wird nur durch eine ganz leichte Lindennote getrübt. Obwohl nur wenige Meter zwischen Phacelia-Feld und Bienen waren, sind einige der Immen auch in die Linde geflogen. Das hätten sie mal lieber sein lassen.

Da lacht das Herz des Imkers: Schön gefärbter Phaceliahonig in trockener Qualität
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7. August 2009
Nach einer katastrophalen Sonnenblumenhonig-Ernte (die Sorte streichen wir aus unserem Programm!) sind unsere Bienen heute Nacht in Richtung Wittstocker Heide umgezogen. Dort sollen sie fleißig Heidehonig sammeln. Als wir um 23.00 Uhr dort ankommen, duftet es ganz herrlich nach dem Erika-Kraut und wir sind guter Hoffnung, dass die Ernte wie vor 2 Jahren – also super – wird.
Auf dem Nachhauseweg werden wir nach Mitternacht am Ortsausgang von Wittstock von der Polizei angehalten. Wir seien über eine durchgezogene Linie gefahren. Dann inspizieren die 4 Ordnungshüter unseren Wagen und den Anhänger ganz genau und werden tatsächlich fündig. Die Ladung – eine Kiste mit Schaumstoffstreifen (Fluglochkeile) und 2 leere Wasserkanister sei nicht gesichert. Bei einem Unfall könnten sich diese zu tödlichen Geschossen entwickeln. „Todesgefahr durch herumfliegende Schaumstoffstreifen“? Da meint der Beamte, dass die Ladung generell gesichert sein müsse. Das sei Vorschrift und koste anderfalls 25 € Busgeld. Das sind wir froh, dass wir mit den 10 € für das Überfahren des Streifens davonkommen.

Noch um 10 € reicher ist unsere kleine Hellerdorf-Köpenicker Wandergemeinschaft beim nächtlichen Abladen der Bienenvölker in der Heide.
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5. August 2009
Vor einigen Tagen habe ich zum ersten Mal in meinem langen Leben Slipeinlagen gekauft. Nicht für mich, den Imker, sondern für meine Bienen. Der Grund war einer dieser Super-Tipps, wie sie unter Imkern kursieren. Slipeinlagen seien ideal zur Varroa-Behandlung. Sie seien viel billiger und würden nachher von den Bienen kurz und klein gebissen. Sie müssten also nicht wie Schwammtücher entnommen werden. Das klang wirklich überzeugend.
Als gleich mal an 2 Völkern ausprobiert, doch nach 3 Tagen stellte sich heraus, dass die Königinnen die Bindenbehandlung nicht überlebt haben. Der Carnica-meets-Camelia-Tipp war nix.
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30. Juli 2009
Heute wanderten wir in die Goldrute. Goldrutenhonig hat sich bei uns in den vergangenen Jahren zu einem echten Renner entwickelt. Der leicht säuerliche, an frische Äpfel erinnernde Geschmack kommt bei unseren Kunden immer besser an. Und es gibt auch Kunden, denen Honig eigentlich gar nicht schmeckt, doch beim Goldrutenhonig machen sie eine Ausnahme.
Obwohl es auch Goldrute im Umland von Berlin gibt, haben wir uns doch zu einer Fernwanderung nach Sachsen entschieden. Südlich von Leipzig gibt es davon noch viel mehr als hier. Außerdem ist der Boden dort lehmiger und nicht so sandig, was sich auf die Nektarproduktion auswirkt. Es muss viel geregnet haben und auch während der Tracht immer wieder mal regnen, damit diese Staude auch schön honigt.
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24. Juli 2009
Schnittig parkt vor unserer Imkerei ein riesiger feuerwehrroter Kastenwagen älteren Baujahrs ein. Ich sehe nicht, wer am Steuer sitzt, aber es muss ein Imker sein. Denn an den Innenseiten der Seitenfenster sind solche verdächtigen gelbbraunen Streifen und Spritzer. Die hinterlassen mitreisende Bienen, die es ganz eilig haben, sich draußen zu erleichtern. Leider schaffen sie es nicht immer rechtzeitig.
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23. Juli 2009
Wenn wir draußen auf dem Feld, am Bienenstand oder bei der Wanderung sind, haben wir immer das Handy mit dabei. Und mit jedem neuen Modell wird der Ärger größer: Die bunten Displays sind bei Sonnenlicht nicht zu lesen und die Tasten sind viel zu winzig, um mit den Lederhandschuhen bedient zu werden. Der Ton ist so leise, dass zum Telefonieren der Schleier abgenommen werden muss. Wenn das Handy am Auto liegt und der Imker von tausenden von Bienen umsummt mit, hört er nicht, wenn das Ding losbimmelt.
In der Technik-Beilage der FAZ, die endlich wieder Dienstags erscheint, ist ein großer Beitrag über Seniorenhandys: alle mit großen Tasten, kontrastreichen Displays und Lautstellfunktion. Das sind doch die perfekten Imkerhandys. Es gibt dafür sogar einen Fachhändler.
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23. Juli 2009
Bei Imkereibesichtigungen weisen wir gerne darauf hin, dass wir die Kraft der Sonne nutzen, um aus Baurahmenwachs und Altwaben Wachs für Mittelwände und Kerzen zu gewinnen.
Heute haben wir zwar über 25 °C Außentemperatur und und schönsten Sonnenschein, doch die Sonne bringt nicht mehr genug Energie auf, um den Wachsschmelzer so aufzuheizen, dass er ordentlich arbeitet.
Kategorie Wachs, Wetter | 0 Kommentare »