27. Dezember 2014
Seit dem 2. Weihnachtsfeiertag liegt Köpenick unter einer 15 cm dicken Schneedecke und die Temperaturen sind dauerhaft unter null Grad. Mit dem Schlitten kommen nun die Kleinvölker mit ihren Reserveköniginnen in einen unbeheizten Keller. Hier sind die Temperaturen konstant um die 5°C über dem Gefrierpunkt. Das hat sich schon in den vergangenen Jahren gut bewährt. Dieses so genannte „warme Überwintern“ ist in den letzten Jahrzehnten völlig in Vergessenheit geraten. Ich habe mich aber wieder intensiv damit beschäftigt. So gibt es in meinem, Anfang des kommenden Jahres erscheinenden Buch „Bienen überwintern“, ein ganzes Kapitel zum Thema.

Auf Wiedersehen im März!
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13. Dezember 2014
Der Stand der Imkerei am Pflanzgarten ist seit 11 Jahren fester Bestandteil des Köpenicker Weihnachtsmarktes. Seit drei Jahren nennt sich der Markt „Weihnachtsinsel“. Schließlich findet der Markt im gediegenen Ambiente des Innenhofs unseres Schlosses statt. Für viele Besucher ist es Berlins schönster Weihnachtsmarkt. Daher ist es bestens besucht. Das ist für uns Händler wichtig, denn nichts ist öder, als bei kaltem Wetter im Stand zu stehen und auf Kundschaft zu warten.
Damit die reichlich strömt, bieten wir nun seit Jahren allen unseren Stammkunden, Absolventen unserer Imkerkurse und sonstigen Freunden des Hauses ein kostenloses imkerliches Teegetränk an. Und immer mehr nutzen dieses Angebot. Das ist unsere Art, am Jahresende „Danke“ zu sagen. Außerdem ist dann immer etwas am Stand los und das zieht auch andere an, die dann von unseren Kunden gesagt bekommen, welche Sorte die beste ist.
Besonder nett: dieses Jahr hat der Köpenicker Stadtmusikant Steve Horn bei uns am Stand ein kleines Trompetenkonzert gegeben. Danke!

Weihnachtsinsel Köpenick: Ihr Imker freut sich auf Sie!
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2. Dezember 2014
Den zugereisten Schwaben wird hier mitunter vorgeworfen, sie seien überheblich. Sie würden denken, dass in der Hauptstadt alles so sein müsse wie bei ihnen zuhause im Südwesten. Bisher habe ich das für Quatsch gehalten. Heute habe ich mich aber selbst dabei ertappt. Das kam so:
Wenn ich als Grundschulkind mit meinem Vater im Winter an bewohnten Gartenlauben vorbeikam, sagte er mit ernster Stimme: „Die wurden in Stuttgart ausgebombt und sind hier wohnen geblieben“. Dann kam der Bulling-Erlass und die Leute zogen in richtige Häuser um. Wohnen in der Gartenlaube – das ging nicht mehr.
Heute musste ich um 10.00 Uhr in Pankow in der Schönhauser Straße 24 etwas für meine Königinnenzucht-Station abholen. Doch da ist nur eine Kleingartenanlage. Im Winter vermutete ich hier niemanden. Also rufe ich noch mal an, ob die Adresse stimmt. Sie stimmt. Also rein in die KGA, wo richtig etwas los ist: Leute führen ihre Hunde spazieren, rüsten sich für’s Wegfahren mit dem Auto oder plaudern in Pantoffeln mit dem Nachbarn. Ich frage einen Herrn: „Wohnen Sie hier?“ „Ja!“ Später wird mir klar: Bulling war ja Regierungspräsident in Stuttgart und das hier ist das Tiny Houses Movement von Pankow. Baukünstlerisch betrachtet, muss allerdings angemerkt werden, dass aus Stuttgart wohl doch die besseren Architekten kommen. — Oops, schon wieder so eine Überheblichkeit.
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29. November 2014
Am Mittwoch war auch heuer Adventsmarkt in einer Begegnungsstätte für Senioren. Heute war die nämliche Veranstaltung in einer Schule. Beides Mal lagen die Verkäufe 20% über Vorjahr. In den letzten Jahren war der Honigabsatz bei den Weihnachtsmärkten kontinuierlich gesunken. Die Erklärung damals: Seit Premium-Honig immer mehr zum Ganzjahresprodukt wird, decken sich die Leute vor Weihnachten nicht mehr so sehr mit der süßen Ware ein. 2014 ist es anders: Weil viele Imker aufgrund der schlechten Ernte schon ausverkauft sind, dürfen sich jetzt diejenigen freuen, die noch liefern können.
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17. November 2014
Johannes Weber stellte heute in der Versammlung des Imkervereins Kreuzberg seine Bienenbox vor. Früher hieß die Lagerbeute mit Kuntsch-hoch-Rähmchen mal Balkonbeute. Er habe vor einigen Jahren mit der Bienenkiste und der „wesensgemäßen Imkerei“ angefangen, dann aber gemerkt, dass das auch besser gehen müsste. Daraufhin hat er eine eigene Beute konstruiert, die er nun in Serie bauen lässt und vertreibt. Wie das alles geht, hat er als Stipendiat irgendeines Kurses für ökologisches Management gelernt.
Weber schildert an diesem Abend auch, was seine ehemaligen Bienenkisten-Freunde alles unternommen hätten, um den Vertrieb seines Produktes zu erschweren. Denn Weber beherrscht die Klaviatur des Internet-Marketings so gut wie die Bienenkistler und die ärgern sich natürlich über den Wettbewerber. Aber es gab auch bei der heutigen Versammlung kritische Töne. Weber wird gefragt, ob die Bienenvölker in seiner Beute auch so schnell wie in der Bienenkiste eingehen. Daraufhin sagt er, dass das natürlich nicht passieren dürfe, denn tote Bienenvölker hätten keinen „ökologischen Impact“ mehr. Wir merken eines deutlich: Die Management-Kurse haben gewirkt.
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14. November 2014
Bioland-Imkertagung Ost in Müncheberg. Wir schauen uns erst die Imkerei Mohr & Müller an. Dann reden wir über Bioland und das Imkern. Kollegen teilen unsere Einschätzung, dass 2014 ein schlechtes Jahr war. Robinie und Kornblume fielen fast komplett aus und auch die Linde blieb deutlich hinter den Vorjahresergebnissen zurück. Eines ist ja beruhigend: Wenn es anderen genauso ihn ihrem wie uns in unserem Betrieb ging, liegt es nicht an unserer Unfähigkeit.
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7. November 2014
Am Abend Vertreterversammlung des Imkerverbandes Berlin. Der neue Vorstand hat sich seit dem März gut eingearbeitet. Ab Januar gibt es eine Geschäftsstelle. Dort wird der Kassenwart die laufenden Geschäfte erledigen. Das ist eine prima Idee, denn als technischer Angestellter der FU hat der jetzige Vorsitzende nicht die Möglichkeit, Mitarbeiter für den Verband arbeiten lassen. Nicht so ideal finde ich den Umstand, dass der gewählte Kassenwart dann auch Angestellter des Verbandes sein wird. Das ist rechtlich zwar möglich („geschäftsführendes Vorstandsmitglied“) aber es bedeutet auch, dass sich die beiden Ebenen Ehrenamtliche und Hauptamtliche vermischen. In Vereinen stellen die Ehrenamtliche die Hauptamtlichen ein und entlassen sie. Da ist es nicht gut, wenn sich beides vermischt.
Der Vorsitzende will das aber so, weil er der Meinung vertritt, dass sich ohnehin im Verband niemand fände, der die Kasse führen wolle. Komisches Argument, wenn nie einer gefragt wurde.
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6. November 2014
Am Länderinstitut in Hohen Neuendorf ist eine zweitätige Ausbildertagung. Das sind Imker, die eine klassische Imkerausbildung durchlaufen haben und daher auch selbst Imker ausbilden dürfen – also nicht solche Quereinsteiger wie ich. Es ist ihr Wunsch, einen Erwerbsimker kennen zu lernen, der auf Dächern Bienen hält. Ich suche den Bienenstand auf dem Steigenberger Hotel am Bundeskanzleramt heraus, weil er trotz Bahnstreiks gut zu erreichen ist. Es steht direkt am Hauptbahnhof. Außerdem ist das Dach von einer 2,50 m-hohen Mauer umgeben, so kann garantiert keiner herunterfallen.
Das Hotel lädt alle zu Kaffee und Kuchen ein, was sehr nett ist. Für mich ist es ein Wiedersehen mit einigen Imkern, die ich schon etliche Monate nicht mehr gesehen habe. Dann führe ich die Leute auf das Dach und erkläre das Geschäftsmodell, welches hinter der Dachimkerei steht. Im Anschluss reist die Gruppe weiter zu Annette Müller („Bärengold GmbH“) und informiert sich über deren Vertriebsmodell für Berliner und Brandenburger Honig.
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27. Oktober 2014
Zur Mittagszeit klingelt es an der Türe. Ein freundlicher Herr stellt sich vor, dass er von Breitsamer & Ulrich komme. Auf meine Frage, ob er beruflich oder privat komme, entgegnet er, dass er beruflich auf der Suche nach Honig sei. Über meine Imkerei ist er bestens informiert. Ich erkläre ihm von der schlechten Ernte in diesem Jahr und dass ich jedes Kilo Honig selbst brauche. Und so geht er ohne Honig und hat die ganze Fahrt von München hierher umsonst gemacht.
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21. Oktober 2014
Heute bin ich zu einer Demonstration der so genannten Bienensauna eingeladen. Sie fand auf dem Dach des Kraftwerkes Mitte statt, wo meine geschätzte Imkerkollegin Erika Mayr sechs ihrer Bienenvölker aufgestellt hat. Die Sauna funktioniert nach einem schon länger bekannten Prinzip. Milben werden bei Temperaturen von knapp unter 40°C abgetötet, während Bienen mit 42°C noch gut zurecht kommen. Wird also eine mit einem Volk besetzte Beute auf Temperatur gebracht, geht’s den Milben an den Kragen. Nun hat ein Schweizer aus Schweden ein neues Produkt auf der Basis dieses Prinzips entwickelt – die Bienensauna.
Das Gerät besteht aus einem Boden, in den zwei Heizelemente und zwei Ventilatoren sowie diverse Drähte, Fühler und allerlei anderer Elektronik-Kram eingebaut ist. Darauf stellen wir eines von Erikas Völker. Weil es kalt ist, dauert es zwei Stunden bis die Hartpor-Beute soweit aufgeheizt ist, dass die Milben abfallen. Sie sind gut auf dem feinen Gitterrahmen zu sehen, der über dem Heizboden und unter der untersten Zarge liegt. Die Milben sollen ja schließlich nicht in die Elektronik fallen und die Luft soll ungehindert in der Beute zirkulieren können. Der Apparat funktioniert. Ich bestelle so ein Ding. Charmant daran ist, dass die Bienen jederzeit behandelt werden können. Weil nur Wärme eingesetzt wird, können die Bienen ohne Wartezeit für die Tracht genutzt werden. Das unterscheidet die Methode von der Varroabehandlung mit organischen Säuren.

Das ist nur der Prototyp. Wie die Bienensauna dann wirklich aussieht, das bleibt eine Überraschung.
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9. Oktober 2014
Vom 7. bis 12.10. ist Berlin Food Week. Dabei geht es um innovative gastronomische Konzepte. Heute ist „Food Night“, eine Abendveranstaltung im ehem. Kaufhaus Jandorf. Schon früher einmal sind mir die Kartuschen mit den Bienen an der Fassade positiv aufgefallen. Drinnen geht es zu wie im Bienenstock.
Die fleißigen Kellner bringen ständig Tabletts mit neuen kreativen Zubereitungen. Es gibt z. B. pikante Germknödel, die mit Ziegenkäse, Honig und Walnüssen gefüllt sind. Die Dampfnudeln hätten auch ohne die Pesto aus Rucola, Kranbeeren und Cashewnüssen bestens geschmeckt. Lecker war die japanische Variante von Kartoffelpuffern. Als nicht so geglückt empfanden wohl die meisten ein Getränk, dessen Hauptbestandteile aus Kokosmilch und roten Bohnen bestand.
Die Frage von Madamme Mallory: „Wieso ein Rezept ändern, das schon 200 Jahre alt ist?“ ist nicht grundfalsch gestellt.
Am Ausgang erhielten die Gäste ein TRYBerlin-Paket, das unverfälschte Berliner Lebensmittel wie z. B. Berliner Lindenhonig enthält.

Überraschungspaket TRYBerlin: Berlin bietet kulinarisch mehr als Eisbein, z. B. Weiße, Blutwurst, Grillsauce und köstlichen Lindenhonig .
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7. Oktober 2014
Heute besetzen wir den Bienenstand auf den Spandau-Arcaden mit vier kräftigen Ablegern. Es ist unser schönster Bienenstand in Berlin, denn die für die Center-Dekoration zuständige Schauwerbegestalterin hat sich auch unseres Bienenstandes angenommen. Sie hat die Beuten mit einer braunen Bio-Lasur versehen, die Paletten darunter gelb lackiert, bunte Blumen angebraucht und große Sechsecke als Zellen aufgestellt. Dazu kommt ein Plakat, das die Besucher des Parkhauses darüber informiert, warum die Bienen da stehen und warum das gut für Spandau ist.
Als wir ankommen, ist schon richtig viel Presse versammelt. Damit haben wir nicht gerechnet, sonst hätten wir unsere Schutzanzüge vorher gewaschen.

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5. Oktober 2014
In Berlin gibt es in Treptow eine „Insel der Jugend“. Die heißt so, weil dort ein Jugendheim steht. Daneben gibt es ein Ausflugslokal mit einem ambitionierten Jungwirt, der mich zu einem Erntedankfest eingeladen hat. Ich hatte heute nichts anderes vor und so sage ich zu. Die Atmosphäre ist sehr nett. Es sind viele Familien mit Kindern da. Besonders interessant sind aber die Begegnungen mit anderen Unternehmern aus der rasant sich entwickelnden Berliner Food-Szene.

Lerne Berlin kennen: Die schmale Abteibrücke ist als erste Stahlbetonbrücke ein technisches Denkmal. Sie führt auf die Insel der Jugend.
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9. September 2014
Bei der Vertriebszentrale von Mercedes-Benz arbeiten neben meinen Bienen auch über 1.000 Mitarbeiter. Für letztere werden regelmäßig After-Work-Parties veranstaltet. Heute stehen die Bienen und der Honig im Mittelpunkt. Kollegin Erika Mayr liest aus ihrem Buch über die Stadtbienen und auch ich darf etwas sagen. Es gibt viel Lob für den „Sternhonig“, der zwei Tage zuvor an alle Mitarbeiter verteilt wurde. „Sternhonig“ haben sich die Leute von Daimler-Benz sogar als Marke schützen lassen.

Der Honig mit dem Stern für die Firma mit dem Stern.
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28. August 2014
Seit 2007 sind wir bei Bioland mit unserer Imkerei. Heute ist wieder Kontrolle. Wir haben alle Unterlagen vorbereitet und so geht es zügig durch die ganzen Formulare. Trotzdem schaut der Kontrolleur ganz genau hin. Besonders der Mengenfluss interessiert ihn dieses Mal. Dabei wird geprüft, ob die verkaufte Menge seit der letzten Kontrolle mit den Büchern (Rechnungen und Verkaufslisten) übereinstimmt. Es stimmt haargenau. Mein Betrieb sei vorbildlich geführt, meint der Kontrolleur zum Abschied. Anschließend ist Kollege Oertel dran.
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