21. August 2008
Im Hotel gibt’s als Nachtisch in Honigwasser gekochtes Blätterteiggebäck. Das ist sehr lecker. Also muss es doch irgendwo Honig geben! Also klappern wir einige Lebensmittelgeschäfte ab, die den drolligen Namen „Superette“ haben. Wir fragen nach Honig. Wir finden auch Honig, doch der kommt aus Jeddah in Saudi Arabien.
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20. August 2008
Wir fahren nach Tunis, dort soll es in den Souks alles geben, was das Herz des Tunesiers begehrt. Die Souks sind so eine Art Einkaufspassage nur viel, viel enger und vollgestopfter als das, was die ECE in Berlin an Einkaufspassagen baut. Sicher gibt es da auch echten tunesischen Honig!
Tatsächlich finden wir den Verkaufsstand einer Imkerei. Obwohl – Verkaufsstand kann man das nicht nennen, denn die Regale sind verglast und überwiegend leer. Nur einige traurige Honiggläser ohne Etikett und mit abgesetztem Inhalt sind ausgestellt. Was machen nur die tunesischen Imker mit ihrem Honig?
Ausführlichere Informationen zur tunesischen Imkerei gibt’s hier in französischer Sprache.

Viel Platz für Honig – wenn es denn welchen gäbe.
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17. August 2008
Auf dem Fußweg zum Bahnhof – wir wollen nach Karthago fahren – erkennt das geübte Imkerauge im Pinienwald lauter kleine Holzkästen. Das ist unverkennbar ein Bienenstand. Rund 200 Beuten stehen im Wald verteilt. Just in diesem Moment kommt auch der Imker mit einem Pritschenwagen angefahren. Darauf liegt das gleiche Smokermodell, das auch wir in unserer Imkerei benutzten und auch sonst sieht alles sehr zeitgemäß aus.
Für ein fachliches Gespräch bleibt leider keine Zeit, weil der Zug nicht auf uns wartet. Doch auf dem Heimweg, schauen wir uns den Stand genauer an. Der Kollege imkert im Langstroth-Format und arbeitet damit im Maß der „Weltimkerei“, wie ein Berliner Langstroth-Imker bei jeder Gelegenheit betont. Und bei uns geht immer noch die Sage um, dass in Nordafrika in konischen Tonröhren geimkert werde.

Von wegen Tonröhren! So modern wird in Tunesien geimkert.

Fluglochverkleinerung per Ziegelstein. Den schiebt keine Biene weg!
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16. August 2008
„Wir haben den Honig vergessen!“ Das Glas mit eigenem Honig gehört normalerweise zur Grundausstattung unseres Urlaubs, doch dieses Mal müssen wir eine Woche ohne unser Eigenerzeugnis aus Berlin auskommen. Vielleicht steht ja am Frühstücksbuffet des Hotels eine kleine Auswahl tunesischer Honige zur Verfügung.
Leider nein! Am Nachbartisch hat es jemand schlauer gemacht und ist mit Erdbeermarmelade angereist. Auch Honig hat die Familie dabei und zwar der Marke „Imkergold“ in der Quetschflasche. Brrr, da schüttelt’s mich – ich trinke ja auch keinen Wein der Marke „Winzerglück“. Dann streichen wir uns eben eine Woche lang Feigenmarmelade auf’s Brötchen.
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15. August 2008
Nun gibt es zwar nichts schöneres für den Imker als dort zu arbeiten, wo andere ihre Freizeit verbringen – in der Natur – doch ein Tapetenwechsel tut auch dem Bienen- und Familienvater gut. Heute Abend wollen wir mit dem Revisionsverband West (REWE) nach Tunesien fliegen. Als hätten es unsere Kunden gewusst, melden sich noch 2 Händler zwei Stunden vor der Abfahrt zum Flughafen, dass sie dringend Honig brauchen.
Das Geschäft geht stets vor! Daher rufen wir unseren Mitarbeiter, der eigentlich auch schon im Urlaub ist, aus demselben zurück. So können wir unseren Kunden doch noch aus ihrer Notlage helfen!
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14. August 2008
In nur 4 Stunden werden Sie zum Imker und ernten Ihren ersten eigenen Honig – und zwar in unserer Imkerei! Peter Jefferies, Angehöriger der US-Botschaft in Berlin, ist der 1. Absolvent unseres Schnupperkurses. An einem halben Tag hat er
- faszinierende Einblicke in das Leben eines Bienenvolkes erhalten,
- Völker für die Wanderung in die Heide vorbereitet,
- Bienen für den Winter eingefüttert,
- erfahren, wie Ameisensäure für gesunde Bienen sorgt,
- alles über Wachsverarbeitung erfahren
- Honig entnommen, geschleudert und gesiebt.
Und zum Schluss hat er seinen selbstgeschleuderten Honig mit einem personalisierten Etikett nach Hause genommen. Für wen der Honig ist? 1 Glas ist für seine Tochter und das andere will er am kommenden Sonntag mit seiner Freundin öffnen, die ihm den Imkerkurs zum Geburtstag geschenkt hat.
Mehr Infos zu dieser originellen Geschenkidee …

Ist die Imkerei etwas für mich? Peter Jefferies hat es ausprobiert und sagt „Ja“!
Kategorie Vermarktung | 0 Kommentare »
12. August 2008
Heute hat sich ein angehender Jungimker gemeldet. Jungimker sind nicht etwa Jugendliche, sondern meistens Herren im mittleren Alter, d.h. jenseits der 40 und für ihre Handlungen voll verantwortlich. Er möchte unbedingt Bienen kaufen. Ich habe ihm davon abgeraten, denn er trägt damit das volle Überwinterungsrisiko. Es kann sein, dass er im Frühjahr dann ohne Bienen dasteht, aber die Kosten für Volk und Winterfutter hatte. Kauft er dagegen im Frühjahr Bienen, dann kann er nicht viel falsch machen.
Ja, ja, ja – das wisse er alles und sei bereit, das Risiko einzugehen.
Wir meinen’s ja nur gut!
Kategorie Bienengesundheit | 0 Kommentare »
8. August 2008
Wie teuer ist Bioland für Imker? Diese Frage hören wir häufig. Hier ist nun die Antwort nach der neuen Beitragsordnung vom 1.1.2008.
Bioland will pro Bio Bienenvolk 2 Euro, mindestens jedoch 175,- Euro. Auf 20 % des Beitrags werden noch 19 % Umsatzsteuer fällig (= 181,65 Euro).
Dafür darf dann der Honig als Bioland-Honig verkauft werden, was als höherwertiger gilt als EU-Bio. Manche Kollegen nennen das mit dem sechseckigen „Künast“-Siegel versehene EU-Bio auch „Industrie“-Bio.
Kategorie Bio-Zertifizierung | 0 Kommentare »
7. August 2008
Fortuna trug heute eine weiße Latzhose. Wir haben richtig viele Menschen glücklich gemacht, nämlich die Hörer von „Star-FM“. Wir bestritten heute eine ganze Stunde Radioprogramm bei diesem Berliner Rockmusik-Radiosender. Auch für die passende Musikauswahl waren wir mitverantwortlich. Bei Karel Gotts „Biene Maya“ und Rimski-Kosakows „Hummelflug“ hätten vermutlich viele Hörer ans Umschalten gedacht. So aber dachten sie bei „Sweetest Thing“ von U2 an unseren Honig.
Kategorie Kunden | 0 Kommentare »
6. August 2008
Heute haben wir unsere Völker aus der Spargeltracht zurückgeholt. Die standen jetzt 8 Wochen am Rande mehrerer riesiger Spargelfelder. Beim Nachschauen stellen wir aber fest, dass die Honigräume nicht so voll sind wie erhofft. So richtig erklären können wir es uns nicht, denn das Wetter war in Ordnung und die Felder liegen zwischen Wassergräben und werden auch noch bewässert.
Gewissheit bringt erst das Schleudern. Letztes Jahr waren es 6 kg/Volk. Das ist bringen normalerweise schon 2 volle Honigwaben.

Schon der 1. Blick durch die Folie deutet auf ein mageres Ergebnis hin. Wären die Honigräume voll, müsste die Folie überall mit den Rähmchen verbaut sein. Hier sind es aber nur einige Zentimeter.

Imkerei-Chef Kohfink und Mitarbeiter Huhmann (im Bild) haben ganz unterschiedliche Vorlieben beim Umgang mit nervösen Bienen. Der Mitarbeiter schätzt die Vorzüge der Baumwollsauna. Der Chef weiß hingegen um die gesundheitsfördernde Wirkung von Bienenstichen.
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31. Juli 2008
E.T.A. Hoffmann schrieb eine Kriminalgeschichte über den Juwelier Cardillac, der sich nicht von seinen Schmuckstücken trennen kann und deswegen verkauften Schmuck wieder raubt. So etwas Cardillac steckt wohl in jedem, der etwas verkaufen muss, das ihm ans Herzen gewachsen ist.
Heute verkauften wir die letzten beiden Gläser Goldrutenhonig. So richtig freuen konnten wir uns aber darüber nicht. Zu viele schöne Erinnerungen sind damit verbunden. Wir ernteten ihn 2004 nach unserer 1. Fernwanderung. Sie führte uns bis hinter Leipzig. In jener Woche nahm unser Mitarbeiter Lars seine Arbeit bei uns auf. Mit dem frisch geernteten Honig erregten wir einiges Aufsehen. Die Zeitschrift „Lebensmittelpraxis“ hat einen Artikel darüber geschrieben und eine überzeugte Nicht-Honigesserin haben wir nach einem Löffel Goldrutenhonig auf den Honig-Geschmack gebracht.
Doch wir müssen nicht zum Räuber werden, denn wir haben noch einige 125g-Gläser am Lager und wenn es jetzt ab und zu mal regnet, gibt es noch dieses Jahr Nachschub!

Ist leider ausverkauft: Goldrutenhonig
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27. Juli 2008
Wie hat man uns immer eingeredet, dass Hornissenstiche nicht schlimmer seien als Bienenstiche! Das stimmt nicht! Das musste ich gestern nach einer Hornissenattacke beim Entleeren des Sonnenwachsschmelzers feststellen. Noch nie hat meine Hand bei Arbeiten am Bienenvolk Form und Gestalt eines aufgeblasenen, roten Gummihandschuhs angenommen. Den ganzen Tag hat es geschmerzt. Die Alten sagten immer, 3 Hornissenstiche seien für Menschen tödlich. Jetzt glaub ich’s wieder. Wie war ich froh, dass ich heute nach dem Aufstehen noch meine Bienen summen und nicht Engel singen hörte.
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26. Juli 2008
Gut besucht war unser Tag der offenen Tür. Den letzten hatten wir vor 2 Jahren gemacht. Damals kamen rund 150 Interessierte. Das verkrafteten wir damals kaum. Wir schleusten die Leute nur so durch. Dieses Mal war es viel entspannter und wir konnten auch alle Fragen beantworten.
Auch das Publikum war viel, viel angenehmer. Letztes Mal hatten wir 2 Störer, die wir rauswerfen mussten. So etwas gab es dieses Jahr gar nicht. Alles nette Leute mit vielen, vielen Fragen. Besonders häufig wurden wir gefragt, ob Supermarkt-Honig irgendwie „gestreckt“ sei. Wir verneinten diese Frage und machten deutlich, worin wir uns vom Supermarkt-Honig unterscheiden: Wir haben die Vielfalt für den Honiggenießer und dort gibt’s die Ware für den Honigesser. Das sind ganz unterschiedliche Kundentypen. Wir wünschen uns natürlich, dass möglichst viele Honigesser entdecken, was für ein Genuss Honig sein kann und so zu Honiggenießern werden.
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23. Juli 2008
Wir haben es nun doch geschafft, unsere Bienen in die Sonnenblume zu bringen. Die blüht sehr schön und steht super. Wenn es nun so schwülwarm wie vom Wetterbericht versprochen wird, dann können wir mit einer guten Ernte rechnen. Im Augenblick sind unsere letzten 24 Gläser im Verkauf. Es wird also dringend Zeit, dass Nachschub kommt.
Die Bienen stehen jetzt in der Märkischen Schweiz, einer hügeligen Gegend nordöstlich von Berlin.
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22. Juli 2008
Im biblischen Buch Jesus Sirach steht zwar geschrieben, dass die Biene „ein klein Vögelein“ sei, doch tatsächlich gehören Bienen zu den Insekten. Das versuchte ich heute einer Kundin beizubringen, die eine „winzige Biene“ gefunden haben will, die erst noch das Fliegen lernen müsse und sicher aus dem Bienenstock gefallen sei.
Liebe Blog-Leser, das ist so: Bienen durchlaufen wie alle Insekten eine Metamorphose (was im Kafka-Jahr eigentlich bekannt sein müsste): Ei-Larve-Puppe-Imago. Als Imago ist die Biene erwachsen und kann alles, was eine erwachsene Biene können muss, z. B. fliegen. Wenn jetzt eine Biene auf dem Boden herumkrabbelt, „lernt“ sie das Fliegen auch nicht mehr. Wahrscheinlich ist sie durch die Viruserkrankung DWV behindert.
Die Kundin hat für das Sorgenkind eine durchsichtige Dose mit Blüten ausgelegt und festgestellt, dass dieses sich wohl darin fühlt. So tierlieb sind die Menschen hier!
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