29. Oktober 2008
In wirtschaftlichen Krisenzeiten fahren Städter zum Bauern und tauschen ihre Habseligkeiten gegen Lebensmittel. So kamen in der Vergangenheit Orientteppiche in die Bauernstube. Wie gut, wenn man als Landwirt gleich in der Stadt wohnt, so wie wir!
Heute haben wir Berliner Honig gegen Berliner Wein getauscht. – Naja – Honig gegen Brennholz ist sicher der bessere Bartering Deal.

Süßes gegen Saures: Eingetauschter Preußischer Rotwein.
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28. Oktober 2008
Wir nehmen in unserer Imkerei gerne ehemals mit Honig gefüllte Gläser zurück. Bevor sie wieder in die Spülmaschine wandern, schnuppern wir kurz mal rein. Gelegentlich kommen wir dann einer Zwischennutzung auf die Spur. Kunden haben die Behälter z. B. schon zum Pinselreinigen gebraucht, was das Glas zu einem Fall für den Glascontainer im Güldenauer Weg machte.
Heute endet der Geruchstest mit einem ungeheuren Niesanfall. In dem Glas war gemahlener Pfeffer!
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27. Oktober 2008
Wer fleißig dieses Blog liest, der denkt vielleicht, in der Imkerei gebe es immer nur Aufgaben zu erledigen, die flott von der Hand gehen und Freude machen. Das ist mitnichten so. Futterzucker auflösen ist öde. Mittelwände gießen ist nervtötend. Getoppt im Ranking der Frustaufgaben wird das aber vom Rähmchen desinfizieren. Jahrelang habe ich mich darum gedrückt. Nachdem aber im Frühjahr in der Nachbarschaft die Faulbrut aufgetreten ist, steht die Rähmchenhygiene ganz oben auf der Agenda.
Das hatte ich mir für den Samstag vorgenommen: Waschkessel anheizen, Natronlauge anrühren, Rähmchen tauchen und abbürsten. Und das alles bei Hitze, mit Gummischürze angetan und mit säurebeständigen Handschuhen bis zu den Ellbogen.
Da bringt das Bienenjournal die Rettung: Dr. Aumeier schreibt von den Erfahrungen mit ihrer Rähmchenwaschmaschine. Das probiere ich gleich aus. Am Bahnhof Köpenick gibt’s einen Laden, der gebrauchte weiße Ware verkauft. So einen Geschirrspüler besorge ich mir, schließe ihn im Heizungskeller provisorisch an und kippe die aufgelöste Natronlauge hinein. Und: Tatsächlich es funktioniert! Die Rähmchen kommen ziemlich sauber aus der Maschine. Man muss nur noch ein- und nach 1 Stunde wieder ausräumen.

Wichtig ist, was hinten rauskommt! Hier gehen Propolis und Wachs aus der Rähmchenwaschmaschine in den Ausguss.
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25. Oktober 2008
Es war mal dringend nötig, den Online-Shop wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Es gibt ja neue Sorten: Edelkastanien-, Buchweizen- und Waldhonig. Den zwischenzeitlich ausverkauften Goldruten-Honig haben wir auch wieder im Programm.
Außerdem will der Paketdienst – der ab und zu mal Honiggläser zertrümmert – mehr Geld für seine Leistung. Also haben wir auch die Seite mit den Portokosten aktuallisiert.
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18. Oktober 2008
Auf meine Anregung hin wird der Imkerverband Berlin einen Flyer entwickeln, der die Angebote sämtlicher Vereine auflistet, die Imkerkurse für Anfänger anbieten. Darin sollen auch viele hübsche Bilder sein. Nun ist umstritten, ob darauf auch Imker mit Schleier zu sehen sein dürfen.
Die Mehrheit meint nein, weil das Interessenten abschrecke. Ist das wirklich so? Wer ist denn so naiv und meint, imkern gehe auch ohne Schleier? Man sollte vielleicht keine vermummten „Mondfahrer“ auf der 1. Seite abbilden. Aber innen? Könnte es nicht auch sein, dass ein Schleier beruhigend auf Interessenten wirkt?
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16. Oktober 2008
Friedrich Mühlbach schreibt mir. Ich solle meine Daten im „Expo Guide“ aktualisieren. Ich stünde da schon drin und nun könne mein Eintrag kostenlos korrigiert werden. Im winzig Kleingedruckten erfahre ich dann, dass der Eintrag in diesem Internetverzeichnis 1181 Euro im Jahr kostet, der Vertrag auf 3 Jahre abgeschlossen ist und ich auch in mexikanischen Pesos bezahlen kann.
Nix wie weg damit in den Papierkorb!
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15. Oktober 2008
Der Imkerverein Spandau lädt zu einem interessanten Vortrag ein.
Thema: „Zucht der Honigbiene und Gefahren der Inzucht“.
Referent: Professor Dr. agr. Kaspar Bienefeld (LIB Hohen Neuendorf)
Zeit: 24. Oktober 2008, 19.00 Uhr
Ort: Naturfreundehaus, Ringstr. 77 /Ecke Potsdamer Str., 12205 Berlin (Lichterfelde West).
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13. Oktober 2008
Nun ist es also doch geschafft. Das warme Wetter hat die erhoffte Wirkung gezeigt. Alle Bienenvölker haben ihr Winterfutter aufgefressen. Heute konnte ich die Futterkästen herunternehmen. Das sind bei uns einfach nur Leerzargen. Darin steht ein aufgeschnittener Folienkanister. Als Kletterhilfe nehmen wir Stroh. Das kommt anschließend auf den Kompost.

Satt und glücklich.
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9. Oktober 2008
Vorstandssitzung beim Berliner Imkerverband. Jürgen Hans, unser Präsident, berichtet über die Ergebnisse der vom Imkerbund gezogenen Honigproben. In Berlin wurden 2008 sieben Proben von verschiedenen Imkern genommen und alle waren ohne Beanstandung. Wassergehalt, Sortenbezeichnung, Füllmenge, Sauberkeit – alles ist im grünen Bereich.
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8. Oktober 2008
Bei vielen Imkerkollegen ist der Notstand ausgebrochen. Unser Berliner Imkereifachhändler hat seinen Laden für 2 Wochen zugemacht. Wir merken das sofort. Seit Montag häufen sich die Anfragen, ob wir mal kurzfristig aushelfen können. Meistens können wir nicht. Wir haben z. B. kein Gelee Royal im Angebot und auch keine Mittelwände zum Kerzenbasteln. Wir haben nur Bio-Mittelwände und die sind doppelt so teuer wie die normalen. Wir sind kein Imkereifachhandel und wollen es auch nicht werden.
Meine Empfehlung: Nutzt den Imkereiversandhandel. Holtermann liefert z. B. innerhalb von 1 bis 2 Tagen, Weber hat Freitag seinen Versandtag. Meistens sind die Sachen dann am Wochenende schon da.
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6. Oktober 2008
Imker ohne späte Trachten können ihre Bienen schon im Juli oder August einfüttern. Das ist bei uns anders, weil wir mit den Bienen noch bis Mitte September auf Tour sind. Vor 8 Tagen hatten wir die letzten Völker abgeerntet und eingefüttert. Nun stellt sich heraus, dass die Futteraufnahme sehr schleppend ist. Etwa 1/3 der Völker hat an dem guten Zuckersirup allenfalls genippt.
Wir brauchen jetzt dringend das vom Wetterbericht in Aussicht gestellte warme Wetter, damit die Bienen wieder auseinanderlaufen und die Futtereimer leeren.
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2. Oktober 2008
Jetzt macht auch unser Honig Fotokarriere. Ein Kreuzberger Werbefotograf hat den Auftrag erhalten, für einen russischen Arzneimittelhersteller volle Honigwaben und zäh fließenden Honig zu fotografieren. Nun sind unsere Waben entweder ausgeschleudert oder noch verdeckelt. Beides ist nicht fotogen. Meine Idee: Mit einer Arztspritze wird einfach Honig in ausgebaute, unbebrütete Honigwaben gespritzt. Das funktioniert sehr gut und wirkt appetitlich.
Danach suchen wir noch einen Honig, der farblich ansprechend aussieht. Der Fotograf entscheidet sich für Edelkastanienhonig.
Diese Woche wird noch fotografiert. Denn mit unserem Honig und unseren Waben soll noch in diesem Winter auf Moskaus Omnibussen für ein Hustengetränk geworben werden.

Welcher Honig hat die schönste Farbe? Von links nach rechts: Linden-, Sonnenblumen-, Spargel-, Edelkastanienhonig.
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1. Oktober 2008
Nach einigen Jahren Erfahrung mit Pressefotografen weiß man, was ein gutes Bild ausmacht. Es muss authentisch wirken. Also packe ich zum Fototermin für den „sei Berlin“-Bildband meinen schönsten Schleier ein. Tatsächlich, der Fotograf ist sofort begeistert und lichtet mich mit der „sei Berlin“-Sprechblase in allen möglichen Posen ab.
Das Fotoshooting findet in einem Lichthof der Berliner IHK in der Fasanenstraße statt. Auf der Einladung stand „Gürteltier“. So soll das Gebäude wohl im Volksmund heißen. Angeblich benutzt der Berliner für alle außergewöhnlichen Bauwerke lustige Namen, z. B. „Telespargel“ für den Fernsehturm, „Waschmaschine“ fürs Bundeskanzleramt oder „UFO“ fürs Internationale Kongresszentrum an der Messe. Meine Vermutung: das denken sich so „Ach-was-sind-wir-kreativ“-Menschen aus, die statt „zum Beispiel“ – irre lustig – „zum Bleistift“ sagen.
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29. September 2008
Eigentlich war es nur ein Versuch – die Wanderung bei Rüdersdorf in die Goldrute. Wir waren wegen dieser seltenen Tracht schon mal in Sachsen, südlich von Leipzig. Dort wächst in aufgegebenen Braunkohle-Tagebaugruben massenhaft diese hübsche Staude. Sie honigt gut, wenn der Sommer nass war.
Aber in Zeiten explodierender Dieselpreise suchten wir nach einem großen Goldrute-Vorkommen möglichst in der Nähe. Am Samstag haben wir die Bienen zurückgeholt und heute abgeerntet. Das Ergebnis war überraschend gut. Das ist ein echter Lichtblick, nachdem die Sonnenblume ein Desaster war. Den Standort merken wir uns vor!
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27. September 2008
In Berlin haben die Läden lange auf. Samstags bis 20 Uhr einzukaufen ist eigentlich immer möglich. Um 22.00 gehen dann aber auch in den SB-Warenhäusern die Lichter aus.
Was also tun, wenn jemand um 22.30 Uhr siedend heiß einfällt, das Morgen die eigene Schwester 50 Jahre alt wird und kein Geschenk besorgt wurde? Beim Imker anrufen, dachte sich ein Kunde und fragte an, ob er mal vorbeikommen könne. Kein Problem! Wir helfen ja auch regelmäßig am 24. Dezember nachmittags noch mit Kerzen aus, damit das Fest ein gelungenes wird. Warum sollen wird dann nicht auch bei Geburtstagen aus der Klemme helfen?
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