Werbebanner zum Buch: Marc-Wilhelm Kohfink, Bienen halten in der Stadt

Robinie blüht auf

12. Mai 2009

Am Freitag blitzten die ersten weißen Blüten durch das zarte Grün der Robinien, von denen es in Berlin reichlich gibt. Das bedeutet, dass es rund 3 bis 5 Tage später auch in Brandenburg losgeht. Durch das etwas wärmere Stadtklima haben wir Imker hier immer einen prima Trachtanzeiger.

Ein Anruf bei der Försterin, die unseren langjährigen Wanderplatz verwaltet, bestätigt die Vorhersage. Wir sind guter Hoffnung, denn von späten Frösten blieben wir in diesem Jahr wieder verschont und die Robinie ist nicht erfroren.

Seltsame Gestalten im Bienengarten

10. Mai 2009

Gegen 20.30 Uhr laufen zwei fremde Männer im Garten herum und schauen nach den Bienen. Da sehe ich lieber mal nach dem Rechten! Angesprochen, ob man ihnen helfen könne, hält mir eine von mir geschriebene Postkarte unter die Nase und fragt, ob ich daran noch eine Erinnerung habe. Ja, die habe ich – aber keine gute!

Vor über 1 Jahr habe ich meine ausgedienten Styroporbeuten via Ebay verkaufen wollen. Der Herr hatte sie ersteigert und versprochen, sie in Berlin abzuholen. Er kam aber nicht. Mails und eine Postkarte blieben unbeantwortet. Nun würde er sie gerne mitnehmen. Zahlen könne er aber nicht. Dann fragt er noch, ob er mit seinem Kumpel bei uns im Bienenhaus nächtigen dürfe. Ein solches haben wir nicht. Wir imkern ja in Magazinen.

Das neue Imkerauto ist da

8. Mai 2009

Seit dem Totalschaden im Dezember waren wir ohne Imkerauto. Seit heute ist das anders. Wir haben wieder eines, nämlich einen brandneuen Fiat Doblo.

Auf unnötige Ausstattungsmerkmale wie z. B. einen Rundfunkempfänger (kostet nur GEZ-Gebühren!) haben wir bewusst verzichtet. (Imker sind ja sparsam!) Ebenso auf elektrische Fensterheber. Da Imker aufgrund der vielen Bienenstiche gut geschmierte Gelenke haben, können wir noch kurbeln.

Doch der Schreck ist groß, als ich vom Händler zurück in den Betrieb fahre. Es riecht nach neuem Auto und da wäre es doch gut, einmal kräftig durchzulüften. Doch es gibt keine Kurbel! Ein Anruf beim Autohaus bringt dann die Lösung. Fiat hat von sich aus elektrische Fensterheber eingebaut. Die Tasten finden sich auf der Mittelkonsole, nicht an den Türen, wo ich sie vermutet hätte.

Kein Ruhetag am Tag der Arbeit

1. Mai 2009

Der heutige Tag der Arbeit gilt ja nur für die abhängig Beschäftigten. Während also unser treuer Mitarbeiter Lars seinen Feiertag genießt, muss der selbständige Imker nach seinen Bienen in Berlin und auf den Außenbienenständen in Brandenburg schauen. Auch dort wird auf Hochtouren gearbeitet. Da stören wir nur ungern und ganz kurz zur Entnahme der Baurahmen mit der verdeckelten Drohnenbrut.

Eine Kontrolle ergibt, dass auch die Milben keine Ruhepause einlegen. Diese elenden Plagegeister sind schon wieder – trotz Ameisen- und Oxalsäurebehandlung im Herbst und Winter – am Werk.

RBB interessiert sich für Drohnen-Libido

27. April 2009

„Ab 18“ hat Radio Fritz, dem RBB-Jugendsender in Berlin und Brandenburg, eine doppelte Bedeutung. Die Sendung läuft ab 18 Uhr und die Moderatoren reißen Zoten. Nach Schweinkrams rund um die Schweinegrippe interessieren sich die Moderatoren für die Libido bei Drohnen.

Alles blüht gleichzeitig und die armen Insekten überarbeiten sich. „Haben die Drohnen da noch Lust auf Sex?“, werde ich in der Sendung gefragt. Da muss ich leider enttäuschen: Die Zeit der Drohnen ist noch nicht gekommen. Wenn’s aber soweit ist, sind die Jungs hinterher tot. Daran gemessen ist Bienensex sehr fordernd.

Imkerkurs startete

26. April 2009

Heute war der 1. Termin unseres Imkerkurses. Ursprünglich hatten wir mit 6 bis 8 Teilnehmer gerechnet. Gekommen sind 22! Daher haben wir den Kurs geteilt. Es findet nun um 10.30 Uhr und um 13.00 Uhr je einen Kurs statt. Es gibt also ein großes Interesse daran, Bienen zu halten. Aber offensichtlich hat es bisher an den Angeboten dafür gemangelt.

Interessanterweise hat das Verteilen von Werbeflyern auf der Grünen Woche überhaupt keinen Effekt erzielt. Die Kunden sind etwa je zur Hälfte über’s Intenet und über einen größeren Beitrag im hiesigen Anzeigenblatt gekommen. Das zeigt, wie sich die Werbewege verändert haben und welche noch funktionieren.
Heute steht vor allem Theorie auf dem Programm. Zum Abschluss erweitern die Teilnehmer ein überwintertes Bienenvolk. Dabei sind sie überrrascht, wie friedlich die Bienen auf den Waben sitzen. Trotzdem habe ich alle in Schutzkleidung gepackt. Gleich gestochen zu werden, muss ja nicht sein.

Der nächste Termin ist am 17. Mai. Das Thema dann: Zucht!

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Wie geht es im Bienenvolk zu? Die Teilnehmer unseres Imkerkurses erfahren es aus 1. Hand.

Ab jetzt wird Rapshonig produziert

25. April 2009

Unsere Bienenvölker dürfen nach 1 Jahr Pause wieder Rapshonig sammeln. Das ist auch dringend notwendig, weil wir so gut wie keinen mehr am Lager haben. Wir stehen im Kreis Barnim in der Nähe eines Badesees mit hohem Grundwasserspiegel. Das ist bei dieser ungewöhnlich trockenen Witterung ganz nützlich, weil die Rapspflanzen mit ihren Pfahlwurzeln so auch an Wasser kommen und der Nektar fließen kann.

Nach einem alten Imkerspruch macht „Raps den Stachel spitz“, doch die Bienen sind überraschend friedlich, d.h. sie fliegen keine Attacken. In früheren Jahren wurde schon der Wagen angegriffen, wenn man sich auf 30 Meter dem Wanderstand näherte.

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Da hinten blüht der Raps. Bioland möchte einen „Anstandsabstand“ zum Raps, den wir – wie deutlich zu erkennen, auch vorschriftsmäßig einhalten.

Am besten schmeckt Met aus Akazienhonig

24. April 2009

Ein  Berliner Kunde, der Honig zu Met umarbeitet, schreibt uns seine Erfahrungen mit verschiedenen Honigsorten. Hier ist ein Auszug aus seinem Brief:

„Ich habe im Oktober bei Ihnen vier Sorten Honig gekauft um daraus Honigwein herzustellen. Am Sonntag habe ich alle Sorten von der Hefe gezogen. Die ersten Verkösigungen liefen hervorragend.

Wir haben beschlossen, den Spargelmet mit Hopfen zu verbessern, er gewinnt extrem durch die Zugabe von Hopfen. Die Linde ist sehr charaktervoll aber gewöhnungsbedürftig. Blüte ist so wie Sie sagten – da kann man nichts falsch machen. Aber der Hammer ist der Akakazienmet. Der hat bis jetzt jedem geschmeckt!

So mein Angebot vom letzten Jahr steht noch, eine Verkostung bei und mit Ihnen.“

Berliner Lindenhonig jetzt bei Edeka

20. April 2009

Beim Edeka in der Nähe unserer Imkerei steht seit einigen Tagen „Berliner Lindenhonig“ der Firma Breitsamer im Regal. Er ist in Dosen mit Plastikdeckel verpackt – ein Verpackung, die sonst bei Knabber-Nüsschen verwendet wird. Beachtlich ist der Preis, für den diese Spazialität verkauft wird: 17,11 € je Kilo! Abfüller zahlen den Herstellern (= den Imkern) rund 2,10 bis 2,30 € fürs Kilo. Dies lehrt zweierlei:

  1. Die Wertschöpfung für Honig liegt bei den der Produktion nachgelagerten Stufen.
  2. Wir sind zu billig.

Buchweizenhonig wird zu Bier verbraut

19. April 2009

Wie vielseitig einsetzbar Honig doch ist, zeigte sich heute beim Einkauf eines amerikanischen Braumeister-Studenten. Er lernt an der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei (VLB) in Berlin-Wedding. Bier darf bekanntlich nach dem deutsch/bayerischen Reinheitsgebot von 1516 lediglich aus den Ursprungszutaten Hopfen, Malz, Hefe und Wasser bestehen, doch in wissenschaftlichen Instituten wird auch Abseitiges ausprobiert.

Daher rührt der Wunsch, einmal ein besonderes „Weizenbier“ – eben Buchweizenhonigbier – zu brauen. In unserer Imkerei schätzen wir ja besonders im Sommer nach getaner Arbeit den kühlen Trunk. Aber leider werden wir wohl dieses seltene Getränk nicht für Versuchszwecke bekommen. Versucht wird nämlich nur vom Versuchspersonal in der Versuchanstalt. Deshalb heißt sie ja so.

Unsere Bienen sind gesund

18. April 2009

Das Landeslabor Berlin-Brandenburg teilt heute per Brief mit, dass sich in allen am 6.4. genommenen Proben „kein Nachweis von Paenibacillus larvae spp. larvae“ finden lässt. Das heißt: Unsere Bienen sind kerngesund und fertig für die Wanderung in den Raps.

Rentner in Wut: Wo sind Ihre Bienen?

16. April 2009

Am Telefon ist ein ruppiger Rentner (so wie sich Auswärtige die hiesigen Ureinwohner Berlins immer vorstellen): „Wo sind Ihre Bienen? Haben Sie keine mehr? Lassen Sie die noch nicht raus?“

Dann stellt sich heraus, dass er eigentlich ganz nett ist (was Auswärtige meist nicht merken, weil sie schon wieder abgereist sind). Er stellt nämlich schon seit Jahren eine flache Untertasse mit einer Wasserpfütze und Würfelzucker drin auf den Balkon. Dann kommen ihn die Bienen aus unserer Imkerei besuchen und er schaut ihnen beim Trinken zu. Er berichtet, dass er gehbehindert sei und die Wohnung nicht mehr verlassen könne. Um so mehr freue er sich über Besuch, vor allem aber über den unserer Bienen.

Ich muss ihn vertrösten. Weil es zur Zeit überall nach Kräften blüht, nehmen die Bienen noch kein Zuckerwasser. Nektar schmeckt ihnen jetzt einfach besser. Das wird sich aber in den kommenden Monaten ändern.

Sind Bienen dieses Jahr größer?

15. April 2009

Die Boulevardzeitung mit den großen Überschriften möchte von mir wissen, ob die Bienen dieses Jahr größer sind als sonst. Gibt es also 2009 Monsterbienen?

Leider muss ich die Redakteurin enttäuschen. Wie groß Bienen werden, hängt von den Waben ab, aus denen sie schlüpfen. Und die sind bei unseren Rassen auf den zehntels Millimeter genau wie immer. Insekten wachsen auch nicht mehr, wenn sie aus der Puppe schlüpfen. Andere Tiere machen das. Eine Babyspinne sieht z. B. schon aus wie eine Omaspinne nur viel kleiner. Auf dem Weg zur Greisin häutet sie sich mehrfach. Insekten machen das nicht.

Wahrscheinlich sind die „Monsterbienen“ einfach nur irgendwelche Hummeln oder Wildbienen.

Aigner verbietet genveränderten Mais

14. April 2009

„Der Anbau von Mon810 ist in Deutschland verboten“, sagte die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner, heute auf einer Pressekonferenz in Berlin. Sie habe veranlasst, dass das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eine Schutzklausel nach § 20 Abs. 3 Gentechnikgesetz und Artikel 23 der Freisetzungsrichtlinie 2001/18/EG verhänge.

Nach einer fachlichen Prüfung sei sie zu dem Schluss gekommen, „dass der genetisch veränderte Mais der Linie Mon810 eine Gefahr für die Umwelt darstellt“, begründete die Ministerin ihre Entscheidung. Damit hat sich Frau Aigner der Einschätzung u.a. der organisierten Imkerschaft angeschlossen.

Bienen stehen für Fleiß

9. April 2009

Im Württembergischen Landesmuseum, Außenstelle Waldenbuch, stoßen wir heute auf ein Dokument, das wieder einmal zeigt, wie sehr Bienen die Tugend des Fleißes symbolisieren. Auf einem Lehrbrief aus dem Jahr 1886 ist ein Bienenkorb abgebildet.
An dieser Stelle sei eine Warnung ausgesprochen: Ein Besuch dieses „Museums für Volkskultur“ lohnt sich nicht. Die Ausstellungsmacher haben zusammengetragen, was sich auf jedem Flohmarkt finden lässt. „Volkskultur“ hat hier nichts mit Volkskunde zu tun, sondern zeigt den Plunder, mit denen sich unterbürgerliche Schichten ihre Wohnung oder ihr Haus dekoriert haben, z. B. geschmacklose Schlafzimmerbilder im Handtuchformat.

Das Personal ist aber nett und die Auswahl von Replikaten alter Springerlesmodel (auch mit Bienenkorb-Motiv!) beachtlich.

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Will aus dem Stift ein Meister werden, muss er fleißig wie die Bienen sein.