Werbebanner zum Buch: Marc-Wilhelm Kohfink, Bienen halten in der Stadt

Wir sind jetzt auch bei Twitter angekommen

9. Januar 2010

Im Sommer 2008 hörte ich zum ersten Mal von Twitter. Da war das hierzulande noch ganz jung und ich habe mir dagegen entscheiden. „Bloggen reicht“, sagte ich mir. Da musst Du nicht noch eine Baustelle aufmachen. Außerdem war ich der Auffassung, dass ich dann nur noch am Rechner sitze, weil ich dann jede Regung meiner Bienen und meiner Imkerei in die Welt hinausposaunen muss.

Wie ich mich inzwischen überzeugen konnte, ist dem doch nicht so.   Es gibt Twitterer, die nur wenige Kurzmeldungen pro Monat („Tweets“) verschicken. Es gibt auch nur ganz wenige twitternde Imker. Also mal wieder Neuland für unsere Branche. Mal schauen, wie das hier läuft. Bei Twitter bin ich jedenfalls der „Stadtimker“.

Honig bekommt neues Äußeres

9. Januar 2010

Nach 10 Jahren und der Umstellung auf Bio war es einfach an der Zeit, das Äußere unseres Honigglases neu zu gestalten. Damit soll auch unsere über 40jährige, gesundheitsbewusste LOHA-Zielgruppe besser angesprochen werden. Gestern lieferte die Druckerei die ersten Gewährverschlüsse aus. Die brauchen wir auch dringend, weil es inzwischen einen Rückstau bei Bestellungen gibt. Wir können sie nicht ausliefern, weil wir keine Etiketten mehr hatten.Vom Briefing des Grafikers bis heute sind 17 Monate vergangen. Dazwischen lag eine halbjährige Marktforschung, die schließlich zu diesem Ergebnis führte.

Hier sind noch mal Alt- und Neuetikett nebeneinander zu sehen.

Bio-Qualität mit Brief und Siegel, dafür steht unser neues Etikett (rechts). Es löst das linke Etikett ab.

Bio-Qualität mit Brief und Siegel - dafür steht unser neues Etikett (rechts). Es löst das linke Etikett ab.

Was Stadtimker über Landimker denken

8. Januar 2010

Der Brandenburger Imkerverband freit einmal mehr um die Hand der Berliner Braut. Doch die ziert sich: Ich bin noch nicht reif genug, sagt sie. Wahrscheinlicher ist aber, dass ihr der Brandenburger schlicht nicht reich genug ist.

Bei der heutigen erweiterten Vorstandssitzung des Imkerverbands Berlin wird in etwa folgendes Bild von der Verwandtschaft des Bräutigams gezeichnet. Der Landimker …

  • steht mit Klapptischchen am Straßenrand und hofft, dass ein reicher Berliner ihm ein Gläschen abkauft.
  • verschleudert seinen Honig für 2,50 €/Glas und träumt von einem Zielpreis von 3 €.
  • ist völlig verarmt und von öffentlichen Zuschüssen abhängig.
  • freut er sich, wenn er 25 Cent staatliche Subventionen pro Liter Ameisensäure bekommt.
  • benutzt seinen alten DDR-Krempel aus Weißblech und Aluminium weiter und kann eine Umstellung auf Edelstahl nicht ohne Stütze bewältigen.
  • hat oft keine andere Arbeit als seine paar Bienenvölker.
  • freut sich unbändig, dass ihm die Imkergenossenschaft Mecklenburg-Vorpommern 2,50 € fürs Kilo Honig bezahlt und damit 10 Cent mehr als die Aufkaufstelle in Meissen.
  • jammert über das Heute und trauert der Vergangenheit nach.

Der Stadtimker hingegen

  • verkauft seinen Honig an hippe, moderne Menschen aus seinem Kiez.
  • erzielt Preise von bis zu 7 € pro 250g-Glas.
  • braucht keine Subventionen,
  • steht voll hinter der Entscheidung des Senats, das Länderinstitut in Hohen Neuendorf zu unterstützen statt einzelne Imker.
  • hat neben der Imkerei einen tollen Beruf.
  • ist mit modernster Imkereitechnik ausgestattet.
  • hat immer zu wenig Honig.
  • freut sich an seinen Bienen und findet, dass Imkern nie schöner war als heute.

Jetzt über neues EU-Biologo abstimmen

7. Januar 2010

Bio-Produkte tragen viele Logos –  zu viele meint die EU-Kommission. Daher hält Sie uns seit zig Jahren damit hin, dass demnächst ein neues EU-Logo kommt. Ganz sparsam, wie die EU-Bürokraten nun mal sind (schließlich geht’s um Steuergelder), haben sie Studenten beauftragt, sich ein Biosiegel auszudenken.

Aus den sparsamen Entwürfen werden nun 3 im Internet zur Auswahl gestellt. Wer mitentscheiden will, klicke bitte hier.

Gemäldeaktion wird wiederholt

6. Januar 2010

Klaus Weber, der Künstler der Bienenkot-Bilder ruft an, um sich für die Weihnachtsgrüße zu bedanken. Offensichtlich ist die noch bis zum 17.01.2010 laufende Ausstellung in London ein großer Erfolg. Meine Bienen müssen nachliefern. Nach der langen Kälte dürfte das kein Problem sein.

Warum’s bei uns keine Rabatte gibt

5. Januar 2010

Listungsgespräch mit einem Lebensmittelfilialisten. Wie zu erwarten, kommt das Gespräch irgendwann auf das Thema Rabatte. Die sind im LEH leider üblich: Staffelrabatte, Jahresrabatte und Sonderrabatte für Jubiläen. Und dann gibt’s noch „Regalgebühren“ genannte Rabatte, um überhaupt als Hersteller gelistet zu werden.

Wir lehnen Rabatte ab. Hier sind die Gründe:

  • Rabatte sind Gift für die Rendite. Angenommen, wir verkaufen einem Händler ein Glas Honig für 4 Euro. Daran verdienen wir 2 Euro. Geben wir dem Händler nun einen Rabatt von 25 %. Dann bekommmen wir für’s Glas nur noch 3 Euro. Wir verdienen noch 1 Euro daran und müssen die doppelte Menge Honig verkaufen, um die gleiche Rendite zu erzielen. Um die 25 % Rabatt auszugleichen, müssten wir also 200 % mehr verkaufen!
  • Rabatte machen alles komplizierter. Wenn ich einen Listenpreis habe, dann gilt der für alle. Das ist einfach. Habe ich aber eine Liste und für jeden Kunden bei jeder Sorte einen eigenen Rabattbetrag wird das unglaublich kompliziert.
  • Rabatte stiften Unfrieden. Auch Händler reden untereinander und wehe sie stellen dabei fest, dass jeder andere Prozente bekommt! Dann feilschen die in Zukunft mit mir und ich muss erläutern, warum wer welche Rabatte bekommt. Und eine Erklärung brauche ich, denn ich kann ja keinem Händler sagen: Hättest Du eben mal besser verhandelt.

Darum ist es schon gut, wenn alle zum gleichen Einkaufspreis ihren Honig bei mir beziehen.

Aus Bienensch…. Gold machen

4. Januar 2010

Seit Silvester liege ich mit einer schweren Grippe im Bett. Endlich komme ich einmal dazu, alte Zeitungen durchzulesen und erfahre so, wie die Ausscheidungen meiner Bienen in Geld umgemünzt werden. Im Kunstmarkt der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 11. Dezember wird ausführlich über eine Ausstellung in der Londoner Galerie Herald St berichtet:

„Am anderen Ende der Stadt, im East End, wo viele jüngere Gale­rien angesiedelt sind, zeigt die He­rald St den 1967 geborenen, deut­schen Künstler Klaus Weber – und seine Bienenbilder: Es sind Ergeb­nisse eines bioästhetischen Experi­ments. Wenn Honigbienen im Frühjahr den Bienenstock zum ers­ten Mal wieder verlassen, entledi­gen sie sich bei ihrem Flug der an­gesammelten Verdauungsabfälle. Weber verteilte weiß grundierte Leinwände im Garten eines Berli­ner Bienenzüchters, auf Staffeleien und an Hecken gelehnt und ließ dem – unwissentlich – kreativen Prozess der Bienen seinen Lauf. Das Ergebnis sind spärlich braun­gelb besprenkelte Gemälde, die der Künstler auf hohen Staffeleien präsentiert. Und schon beim Betre­ten der Galerie fällt noch etwas ins Auge: In dem vollständig schwarz ausgemalten Raum von Herald St leuchten staubig weiße Fußspuren, die die Besucher auf dem Boden hinterlassen haben. Sie wurden, den Bienen gleich, von Weber für seine Spuren-Experimente – nun aber natürlich wissentlich – eingespannt. (Bis 17.  Januar 2010.)“

Wahrscheinlich bin ich der einzige Imker weit und breit, der aus Sch…. Gold macht.

Imkerliche Grüße aus Südtirol

25. Dezember 2009

Während wir hier dafür sorgen, dass in Berlin nicht der Honignotstand ausbricht, können sich die lieben Kollegen in fernen Ländern im Schnee vergnügen. Dann schicken Sie uns, den Daheimgebliebenen, imkerliche Grüße aus der Ferne. z. B. dieses Bienenbild, das wir gleich als kubistisch erkannten, aus einem unbekannten Südtiroler Bergdorf.

Diese kubistische Bienen in Südtirol trotzen Eis und Schnee.

Diese kubistische Bienen in Südtirol trotzen Eis und Schnee.

Last Minute Geschenke? Der Imker hat sie!

24. Dezember 2009

In früheren Jahren kam immer am Nachmittag des Heilig Abends ein Junge und hat Baumkerzen aus Bienenwachs mitgenommen. Dieses Jahr war er nicht da. Stattdessen kaufte ein Kunde kurz vor 14.00 Uhr noch einige Glas Honig. Last Minute-Geschenke. Dann kehrte endlich Ruhe ein. Frohe Weihnachten!

Bienenkunst zwischen Buchdeckeln

22. Dezember 2009

Klaus Weber, der Künstler der im vergangenen Winter Leinwände an unserem Bienenstand aufgestellt hatte und dem die Kleckse, die beim Reinigungsflug entstande, so gut gefielen, hat uns einen Bildband geschickt. Er heißt Bee Works (ISBN 978-3-86560-701-0) und enthält Fotos der Bienenkunstwerke und unseres Bienenstandes in Berlin-Kaulsdorf im tiefsten Winter und während des Reinigungsflugs.

In dem Band findet sich noch ein weiteres Kunstwerk und zwar das lebensgroße Standbild des schottischen Moralphilosophen und Ökonomen Adam Smith. Er stützt sich auf einen Bienenkorb als Symbol für den Wohlstand, der eine Folge tugendhaften Fleißes ist. In einer Aktion wurde eine gekäfigte Königin dem großen Volkwirt um den Hals gehängt, und die abgefegten Bienen eines Bienenvolkes sammelten sich dann auf dem Denkmal. Sie überzogen es mit einem Pelz aus Bienen wie auf dieser in dem Buch abgebildeten Skizze zu erkennen ist.

Aktionskunst am Denkmal mit der Botschaft, dass Fleiß die Voraussetzung für Wohlstand ist.

Aktionskunst mit der Botschaft, dass Fleiß die Voraussetzung für Wohlstand ist.

Die letzte Weihnachtspost ist raus!

21. Dezember 2009

Vor Jahren sind wir einmal mit dem Umzugsunternehmen Walter Mosebach umgezogen. Seither schickte uns Herr Mosebach jedes Jahr einen netten Weihnachtsbrief mit einem Foto des Weihnachtsbaums aus seiner Wohnstube und einigen Neuigkeiten aus seiner Firma.

Die Idee hat uns so gut gefallen, dass wir nun auch jedes Jahr eine Karte mit einem privaten und imkerlichen Weihnachtsmotiv an unsere Kunden schicken. Dazu schreiben wir einige Zeilen, was uns im Umgang mit diesem Kunden am meisten im vergangenen Jahr in Erinnerung geblieben ist, z. B. ein Verkostungsaktion oder der Besuch in einem neuen Ladengeschäft.

Heuer haben wir ein Motiv von unserer Weihnachtskrippe verschickt. Die stammt von Prof. Karl Kuolt, einem in München ausgebildeten Holzbildhauer.

Händler aufgepasst: Weihnachtspost vom Imker liegt im Briefkasten.

Händler aufgepasst: Weihnachtspost vom Imker liegt im Briefkasten.

Pudding aus dem Bienenkorb

20. Dezember 2009

Auf der Eurotier, der großen Agrarmesse in Hannover, gibt es zahlreiche Stände, die vom Aschen- bis zum Zahnputzbecher alles anbieten, was der seinen Tieren zugeneigte Schweinemäster oder Milchbauer im privaten Haushalt benötigt. So eine Rundumversorgung mit Nützlichem im gestreiften Bienendesign gibt es in Donaueschingen und Soltau nicht. Da müssen sich Imker schon etwas mehr Mühe geben. Fündig werden aber auch sie. So wie ich bei einem Antiquitätenhändler in Hamburg im Fall dieser Puddingform.

Daran erfreut sich nicht nur der Imker, sondern auch die zahlreichen Imkerkinder im heimatlichen Berlin sind begeistert, wenn es Sahnepudding aus der Bienenkorb-Form gibt.

Der Antiquitätenhändler meint, die Form stamme aus England. Viel wichtiger ist doch, aus welcher Form der Pudding stammt.

Der Antiquitätenhändler meint, die Form stamme aus England. Viel wichtiger ist doch, aus welcher Form der Pudding stammt.

Unsere Bienen gehen zum Film

16. Dezember 2009

Eigentlich sollte unsere Imkerei nur einige Beuten als Ausstattungsgegenstände für einen Hollywoodfilm liefern, doch dann wurden gleich unsere Bienen gecastet. Heute war der 1. Drehtag. Ort war ein Gewächshaus im Botanischen Garten der Universität Potsdam. Gestern hatten wir 4 Völker aus dem Garten in unsere Imkerei transportiert, damit sie sich langsam wieder an wärmere Temperaturen gewöhnen. Heute früh um 6.30 Uhr wurde aufgeladen. Dann fuhren wir nach Potsdam.

Insgesamt drehte der Regisseur Jaume Collet-Serra für den Film „Unknown, White / Male“ 4 Szenen. Wir mit unseren Bienen waren zum Schluss dran. Ein Schreiner der Babelsberger Filmstudios hatte einen tollen gläsernen Bienenkasten gebaut. Dorthinein setzte ich eines der 4 Bienenvölker um. Der Requisiteur stand daneben und schaute sich jede Wabe genau an. Sie sollte nicht zu hell sein und schon etwas Propolis-Patina angesetzt haben.

Dann hieß es warten. Das zu können, scheint die Haupttugend der Filmschaffenden zu sein. Rund 70 bis 80 Leute waren für die 4 Szenen im Einsatz. Inzwischen wurden die Bienen immer munterer und fanden bald auch einen Ausgang am Deckel. Dann wurde es kurz etwas hektisch, weil ein Handwerker die Ritzen verstopfen musste.

Am Set waren die Bienen ganz brav. Sie standen auf einem alten Tisch mit allerlei entomologischen Geräten. Eines davon war eine große Doppellupe. Die gefiel dem Regisseur nicht. Nach dreimaligem Drehen der Szene brach er den Drehtag ab. Nun kommen meine Bienen in einigen Wochen oder Monaten noch einmal zum Einsatz.

Wespennest im Imkerheim

12. Dezember 2009

Wespennester zur Adventszeit kommen für gewöhnlich aus dem Backofen als leckeres Weihnachtsgebäck. Heute indes haben wir eines am Dachgebälk der Turmhaube unsererer Imkerei entdeckt. Freihängend, gemuschelt, hellbraun-ockerfarben? Das ist das Nest der Gewöhnlichen Wespe! Wespen sind keine mehr drin, weil die Gewöhnliche Wespe einen Lebenszyklus von April bis Oktober hat. Als frisch ausgebildeter Wespenumsiedler wissen wir das nun alles.

Sächsische Wespen fanden in unserer Imkerei Unterschlupf. Jetzt erst wurde das Nest entdeckt.

Gewöhnliche Wespen fanden in unserer Imkerei Unterschlupf. Jetzt erst wurde das Nest entdeckt.

Melitherm schädigt Honig nicht

8. Dezember 2009

Die Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim schickt uns heute das Ergebnis einer Honiganalyse für meinen Akazienhonig der Ernte 2009. Vorneweg: Der Honig ist ohne Beanstandungen und erfüllt die für Bioland-Honig notwendigen Qualitätskriterien.

Bei genauererer Betrachtung des Ergebnisses fallen doch Besonderheiten auf. Für die Analyse wurden auch Pollen ausgezählt. 62,8% der Pollen stammen vom Raps. Zu den seltenen Pollen zählt Robinie (15% bis 3% Anteil). Ist mein Robinienhonig doch eher ein Rapshonig? Anruf im Honiglabor. Dort heißt es, dass Robinienpollen immer stark unterrepräsentiert seien und mein Honig aufgrund der Sensorik (Geschmack) eindeutig als Robinienhonig identifiziert wurde. So heißt es in dem Gutachten: „Wir empfehlen die Bezeichnung ‚Robinienhonig‘ oder ‚Akazie'“

Noch etwas ist bemerkenswert: Obwohl der Honig durchs Melitherm-Gerät gelaufen ist, heißt es: „Wärmeschäden wurden nicht festgestellt“. Das bedeutet: die Verflüssigung im Melitherm schädigt den Honig wirklich nicht. Das Gerät ist daher auch von Bioland zugelassen.