28. März 2010
Die sogenannte Wissenssendung Galileo hat sich in ihrer heutigen Ausgabe mit den beliebtesten Kuchen der Deutschen beschäftigt. Der Bienenstich landet auf Platz 5. Gefragt wurden studentische Cafégäste in München.
Das ist ein interessantes Votum, denn oft werden wir als Privatleute gebeten, einen Kuchen zu stiften. In den meisten Fällen bringen wir dann einen Bienenstich mit. Imkersein verpflichtet eben und wir weisen nebenbei auf unsere Profession hin.
Die Galileo-Konditoren füllen ihren Bienenstich mit einem Vanillepudding, der mit geschlagener Sahne aufgelockert wurde. Ihr Bienenstich ist aus Bisquit unserer hingegen aus Hefeteig und muss daher frisch zubereitet und verspeist werden. Hier geht’s zum Galileo-Bienenstich-Rezept.
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27. März 2010
Wo man hinhört, überall wird über Völkerverluste geklagt. Viele Kollegen hatten im vergangenen Jahr ihre Bienenhaltung ausgeweitet und nun kommen im besten Fall so viele Völker aus dem Winter wie im vergangenen Jahr.
Bei uns hat es fast ausschließlich die Völker aus der Spättracht erwischt. Die Völker bei denen nach der Linde schon der Winter begann, stehen hingegen gut da. Sie wurden rechtzeitig gegen die Milbe behandelt und früher eingefüttert.
Da hätten wir lieber mal auf Jens Radke vom Länderinstitut gehört. Der empfahl, erst die Milben zu zählen und nur bei geringem Befall in die Heide zu wandern.
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20. März 2010
In unserem Landesverband gibt es eine Langstroth-Arbeitsgruppe, die von dem Pädagogen Josef Meinhardt geleitet wird. Er ist ein umtriebiger Tüftler und sicherlich der beste Langstroth-Kenner nördlich der Alpen. In seinem Langstroth-Zentrum am Tegeler See hat er Langstroth-Beuten aus ganz Europa und Nordamerika gesammelt. Außerdem hat er zahlreiche Arbeitshilfen für Langstroth-Imker entwickelt.
Heute präsentierte er diese in einer Schreinerei der Öffentlichkeit. Dort werden auch auf Bestellung die allerschönsten Langstroth-Beuten hergestellt. Die sind so wunderbar gearbeitet, dass ich mir die am liebsten gar nicht in den Garten stellen würde, sondern ins Wohnzimmer. Doch da dies nicht artgerecht ist, müssen sie wohl doch in den Garten.
Doch mindestens genau so faszinierend wie all die schönen Ausstellungsstücke sind die Gespräche der Langstroth-Imker. Ein Thema lautete zum Beispiel: Was ist besser: 3/4-Langstroth-Rähmchen mit einer Höhe von 18,5 cm oder von 19,2 cm?

Josef Meinhardt demonstriert seine Langstroth-Rähmchenhalterung interessierten Imkern.

Genial: Der Halter ist so konstruiert, dass er im Volk aufbewahrt werden kann und keines der Bienchen in ihrer Bewegungsfreiheit stört.
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19. März 2010
Nicht nur Bücher und Menschen haben ihre Schicksale. Das gilt auch für Kiefern. Beim Schreinern von Beutenböden fällt mir aus einem Stapel Kiefernholzbrettern heute dieses Brett in die Hände. Ich hatte bei einem hiesigen Holzhändler heimisches Kiefernholz bestellt. Dieses Brett beweist, dass es sich tatsächlich um ein indigenes Brett handelt.
Deutlich sind die Reste einer überwachsenen Kiefernlachte zu erkennen. Zu DDR-Zeiten wurde in Kiefernwäldern die Leiterbahnen des Kiefernstammes angeritzt. Es trat Kiefernharz aus, das aufgefangen und zu Lacken oder auch zu Kolophonium weiterverarbeitet wurde. Dieses Schicksal hat auch die Kiefer erlitten, die nun zum Beutenboden wird und mit Bienen bevölkert in den Wald zurückkehrt.

Reste einer Lachte zur Gewinnung von Kiefernharz,
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18. März 2010
Heute geht alles ganz schnell. Es wird endlich über 12°c warm, die Krokusse gehen auf und die Bienen fliegen kräftig. Die letzten Tage waren wirklich depressiv. Mein Mitarbeiter und ich nagelten, schraubten und löteten zwar fleißig, doch in unserem Innersten fragten wir uns: Lohnt es sich überhaupt? Brauchen wir das dieses Jahr oder gehen noch mehr Völker ein?
Nun atmen wir erst mal auf und nageln, schrauben und löten weiter.
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12. März 2010
In der aktuellen Ausgabe der ADIZ sind wieder einmal ganz tolle Vorrichtungen zum Ösen, Drahten und Nageln von Rähmchen zu sehen. Besonders faszinierend finde ich eine Halterung für Ösen. Da werden die Ösen reingeschüttet, dann wird etwas gerüttelt und schon liegen sie in Reih und Glied mit der Öffnung nach oben in der Halterung. Nun kann sie der Imker mit einem aus einem Nagel gefertigten Stift entnehmen und in die vorgebohrten Löcher drücken. Dann gibt’s noch ein Rohr zu bestaunen, in dem exakt auf Länge geschnitten Wabendrähte aufbewahrt werden können.
Hinter solchen Erfindungen steckt viel Tüftlergeist und Grips. Leider hat uns die Natur damit etwas stiefmütterlich bedacht. Und daher müssen wir immer noch mit dicken Wurstfingern die Ösen einzeln anfassen und den Draht direkt von der Spule abrollen.

Rähmchenbau ist bei uns noch echte Handarbeit.
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7. März 2010
Immer wieder erhalte ich Anfragen, welches Rähmchenmaß nun eigentlich das richtige ist. Diese Frage muss anders gestellt werden und so lauten: „Welches Rähmchenmaß passt zu mir?“ In unserer Imkerei imkern wir mit Zander.
Die Entscheidung beruht auf dem St.-Florians-Prinzip. Als ich vor 11 Jahren mit dem Imkern begann, hörte ich viel von geklauten Bienenvölkern. Da hier in der Region Normalmaß am weitetsten verbreitet ist, entschied ich mich bewusst für ein anderes Maß. Ich dachte mir nämlich: Wenn Langfinger kommen und entdecken, dass ich nicht Normalmaß nutze, klauen sie lieber die Völker eines Normalmaß-Kollegen.
Auf Zander kam ich aus Heimweh. Stuttgart, die Heimat des Zandermaßes, ist mir von Kindesbeinen an vertraut. So passt das Zander-Maß zu mir wie kein anderes.
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28. Februar 2010
Noch ist die Zeit, Kollegenbetriebe zu besichtigen und zu schauen, was diese an guten Ideen haben. Eine Imkerei bei Ingolstadt hat Waldhonig im Programm und tolle Fotos von Bienen bei der Waldhonigtracht gemacht. Die sind das Ergebnis eines Tricks: Ein Zweiglein wurde in Honigwasser getaucht und gewartet, bis sich eine Biene zum Ablecken hinsetzt. Dann wurde ausgelöst.
Bei einem anderen Imker sehe ich eine niedliche, kleine Honigtrocknungsmaschine. Die funktioniert wie das große Exemplar von der Messe in Donaueschingen. In die Wanne passen 40 kg. Das Gerät wird in einen zum Wärmeschrank umgebauten Kühlschrank gestellt. In diesen ist eine bei 35 °C geregelte Heizung und ein Luftentfeuchter eingebaut. Die Metallscheiben drehen sich sehr langsam und durch die trockene Luft im Wärmeschrank wird der Honig ohne jeden Wärmeschaden um 1 bis 1,5 % pro Tag trockener. Das Maschinchen wird nicht mehr hergestellt, funktioniere aber ganz toll.
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26. Februar 2010
Noch immer ist die Temperatur erträglich. So ist ein Blick unter die Deckel möglich. Die Bienen sind dieses Jahr nicht so gut durch den Winter gekommen. Rund 20 % der Völker leben nicht mehr. Diese räumen wir ab. Dabei wird auch deutlich, warum sie eingegangen sind: in einem Fall Buckelbrut, in allen anderen Futterabriss. In einem Volk haben wir eine ganz ungewöhnliche Erscheinung: Eine Winterkugel mit einer Hülle aus abgestorbenen Bienen. Drinnen lebt es aber noch.
Offensichtlich kamen meine Völker mit der sehr kalten Witterung nicht gut zurecht. Sie machen einen geschwächten Eindruck.
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25. Februar 2010
Bei strahlendem Sonnenschein fliegen unsere Bienen heute zwischen 11 und 14 Uhr zum Reinigungsflug aus. Dabei bekleckern Sie wieder Leinwände, die dann an Freunde der modernden Kunst verkauft werden sollen. So wird aus dem Reinigungsflug ein Kunstflug.

10 Minuten Reinigungsflug genügen für eine Leinwand voller Kleckse.
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25. Februar 2010
Ich bin kein Freund von Formularen. Doch heute habe ich mir ein Herz gefasst und mich dem Thema Agrardieselvergütung zugewandt. Denn, so schreibt das zuständige Ministerium: „Betriebe der Land- und Forstwirtschaft und Imkereibetriebe können auf Antrag von der Energiesteuer auf Gasöl entlastet werden. Die Steuerentlastung wird pro Kalenderjahr für voll versteuert bezogenen Dieselkraftstoff (Gasöl) gezahlt. Der Entlastungssatz für Gasöl beträgt 214,80 Euro je 1.000 Liter. „
Die Steuerrückerstattung gibt es für Imkereien allerdings nur für Sprit, der für die Produktion aufgewandt wurde. Also nicht für Vertriebskosten. Der Begeisterung folgt daher schon bald die Ernüchterung. Überschlägig bekommen wir 9,60 € zurückerstattet. Sprich: Die Mühe, alle Tankquittungen aus unserer Buchhaltung herauszusuchen, Fomulare auszufüllen und Bescheinigungen über unsere Bienenhaltung beizubringen, lohnt sich nicht. So bin ich noch mal ums Ausfüllen von Formularen herumgekommen.
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24. Februar 2010
Inzwischen ist eine Antwort da zum Thema EU-Bio-Siegel und die lautet wie folgt: „Es gibt von Seiten der EU noch keine Reproduktionsanweisungen (genaue Farben, Größe etc.) zu dem neuen Logo. Dazu muss von den Mitgliedstaaten zuerst noch eine Durchführungsbestimmung abgestimmt und verabschiedet werden. Nähere Informationen wird es voraussichtlich nach Veröffentlichung dieser Verordnung ab Mitte März 2010 geben.“
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23. Februar 2010
Seit 2 Wochen ist raus, wie das neue EU-Biosiegel aussehen soll. Aber die mindestens ebenso wichtigen Fragen bleiben unbeantwortet: Wo gibt’s die Druckvorlage?, Welcher HKS-Ton?, Welche Schrift für den Herkunftshinweis? Wie soll der überhaupt bei deutscher Ware aussehen? Mindestgrößen? Dazu habe ich auf den Seiten weder der EU noch des hiesigen Verbraucherministeriums irgendwelche Hinweise gefunden.
Also habe ich heute an Frau Aigners Minsterium geschrieben, sie möchten mir doch mal bitte Näheres mitteilen.
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20. Februar 2010
Nicht Marmelade, Schokocreme, Erdnussbutter und auch nicht Streichkäse hat den Goldenen Bären gewonnen – sondern „Honig“.
So heißt der Film des türkischen Regisseurs Semih Kaplanoglu, der heute in Berlin den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen hat. Er beschreibt die Kindheit eines Imkerkindes. Es gibt darin viele Bienen zu sehen und zu hören. Unbedingt anschauen!
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18. Februar 2010
Ein Berliner Imkerfreund hat mir dieses Foto aus Schöneiche geschickt. Schöneiche grenzt direkt an Berlin (-Friedrichshagen). Das ist Brandenburg. Dort sind die Landimker zuhause, über die hier in Berlin diverse Auffassungen kursieren, die ich jetzt nicht noch mal wiederholen möchte.
Aber das braucht hier auch gar nicht gemacht zu werden, weil dieses Bild schlimm genug ist. Hier zählt nur der Preis. Das ist schon daran zu erkennen, dass die Preisinformation ganz oben steht – noch vor der Information, dass es hier Honig aus eigener Imkerei gibt. Ein treffendes Bild für den nächsten Vortrag zum Thema Honigmarketing. Danke Andreas!

Natur egal, Qualität egal, Gesundheitswert egal, Aufmachung egal, Sortenvielfalt egal. Nur der Preis ist es nicht.
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