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Immer mehr Imker in Berlin

2. März 2012

Am Abend Jahreshauptversammlung beim Imkerverband Berlin. Wir haben Besuch vom Dachverband. Neben mir sitzt DIB-Vorstandsmitglied Cord-Henry Lankenau. Auch zu ihm hat sich der Auftritt der Lochdesignerin schon rumgesprochen. Ansonsten aber gibt es erfreuliche Daten aus dem Imkerverband Berlin. 2011 hatten wir hier einen Mitgliederzuwachs von 14,9 % (Bundesdurchschnitt 3,2 %) und bei den Völkerzahlen von 14,3 % (Bundesdurchschnitt 2,0 ).

Das gelang uns ohne Subventionen! Nur mal zum Vergleich: Wer in McPom Imker wird, bekommt bis zu 8.000 € Zuschuss. Die Völkerzahlen gingen dort 2011 um -1,9% zurück und die Zahl der Imker stagnierte bei + 0,8 %.

Überall nur Rätsel

24. Februar 2012

Mit imkerlichen Erlebnisberichten im Internet kann man ganz schön etwas anrichten, wie diese Zuschrift aus Stuttgart zeigt:

„Ihre heutige Veröffentlichung ist Wort für Wort eine Frechheit und rückt die gesamte Designwelt bei Ihren Leser in ein negatives Licht. Ich empfehle Ihnen diese schnellstmöglich zurückziehen und sich für Ihre diffamierenden Worte öffentlich zu entschuldigen. Diese Nachricht wird in Kopie an die Allianz Deutscher Designer weitergeleitet.“

Da ist jemand gekränkt. Aber warum denn gleich so sehr? Dabei habe ich doch gar nichts gegen Designer. Man muss sie eben nur eng führen, weil sonst die Kreativität mit ihnen durchgeht.

Leider passiert mir das immer wieder. So sagte ich kürzlich zum Abschied von Christian Wulff. „Jetzt muss er zurück in seine gelbe Klinkerhölle in Burgwedel.“ Und da kam es auch zu so einem rätselhaften Ausbruch. Diese Bemerkung sei ein pauschalen Angriff auf die niedersächsische Baukultur. Wobei mir dann außer Georg Ludwig Friedrich Laves kein Architekt dieser niedersächsischen Baukultur eingefallen ist. Das Bieneninstitut in Celle trägt seinen Namen. Aber warum eigentlich? Auch das verstehe ich nicht. Überall nur Rätsel.

Honig attraktiv verpacken

19. Februar 2012

Die Tagung wird durch ein Referat einer Werberin aus München abgeschlossen, die an der Designer-Krankheit leidet. Das herausstechende Symptom ist Selbstverliebtheit in die eigenen Idee. Alle Entwürfe, die ihrer Vorstellung von Verpackungsdesign entsprachen – nämlich solche mit einem ausgestanzten Loch in der Mitte, das einen Blick ins Innere der Verpackung erlaubt – fanden höchstes Lob. Alle anderen Designs überzog sie mit Häme und Gehässigkeit. Das ist nicht nett, wenn Tagungsteilnehmer diese Etiketten benutzen.

Der Vortrag bestand darin, Bilder von der Seite http://www.thedieline.com/ zu zeigen. Dort können sich Verpackungsdesigner delektieren (Bei search Honey eingeben!).  Leider sind die meisten dort gezeigten Entwürfe Studenten- und Wettbewerbsarbeiten, die schön anzusehen sind, aber Honig unverkäuflich machen. Wer bitte kauft Honig im Tiegel, der in einer Blechdose steckt, die in einer Schachtel verpackt ist?

Bio-Wachs gibt’s gar nicht

12. Februar 2012

Loheland findet dieses Jahr in Würzburg statt. Die Reise zur Bioland-Tagung beginnt damit, dass mich mein Imkerauto im Stich lässt. Um 4.30 Uhr will ich losfahren, was auch noch gelingt – aber nur 800 Meter weit. Dann bleibt das Imkerauto stehen. Es hat – 16°C, was deutlich über den -22°C ist, für das mir mein Tankwart gestern noch eine „Garantie“ gegeben hat, dass das Auto fahre. Lügner! 3 Stunden versuchen mein Imkerkollege und ich, den Wagen mittels eines unter demselben platzierten Ofens in Gang zu setzen. Vergebens! Mit einem Ersatzwagen kommen wir verspätet in Würzburg an.

Die Bioländler diskutieren gerade Richtlinien und bei dieser Gelegenheit erfahre ich, was ich falsch mache. Zum Beispiel verkaufe ich Wachs und schreibe auf die Rechung „Bioland-Wachs“. Dazu schicke ich mein Zertifikat mit. Alles falsch! Wachs kann nicht zertifiziert werden, weil es kein Lebensmittel ist. Bio-Wachs gibt es auch nicht, sondern nur „Wachs aus biologischen Einheiten“.

Neapel – das italienische Stuttgart

2. Februar 2012

In der deutschsprachigen Zeitung lesen wir, dass in Stuttgart mit dem Abriss des Südflügels des Bahnhofs begonnen wurde. Neapel hat, was Stuttgart nicht bekommt: einen modernisierten Kopfbahnhof. Unten durch fährt der Vorort-Verkehr. Das ist wiederum wie in in der schwäbischen Landeshauptstadt. Es gibt noch andere Gemeinsamkeiten, nämlich ganz viele Stäffele und nicht nur eine Standseilbahn, sondern derer sogar drei! Dafür gibt es keine Zacke. Auch ein Schloss hat Neapel, zwar ohne weißen Saal, dafür aber mit einem weißen Treppenhaus. Neapel und Stuttgart waren beide einst Residenzstädte von Königreichen.

Die Königstraße heißt in Neapel Via Toledo. Es gibt einige feine Geschäfte, darunter einen Silberladen, an dessen Auslage ich jedes Mal nicht ohne einen Halt vorbeikomme. Der Grund: Darin liegt eine betörend schöne Honigspirale aus Sterlingsilber. Er kostet so viel wie das Modell von Koch & Bergfeld. Nur viel schöner ist es.

Kaufen oder nicht?

Auf Kollegenbesuch am Fuße des Vesuvs

1. Februar 2012

Ich weiß nicht, ob das auch Versicherungsvertreter und Arzthelferinnen machen – aber wir können einen Urlaub gar nicht genießen, ohne einmal bei einem Imkerkollegen vorbeizuschauen. Im Internet haben wir uns eine Hand voll Imkereien im Großraum Neapel herausgesucht. Mit einem Mietwagen fahren wir nach Somma de Vesuvia und besuchen die Imkerei Fiorilandya.

Im Laden ist der Imker selbst und der freut sich riesig, dass er Besuch aus dem fernen Berlin bekommt. 1/2 Jahr Italienischkurs in der Volkshochschule Treptow-Köpenick befähigen nicht unbedingt dazu, tiefschürfende imkerliche Fachgespräche zu führen, doch so viel bekomme ich über die Imkerei in Süditalien heraus:

Die Bienen haben Tracht bis in den November hinein. Sie werden mit 700 g Zuckerteig eingefüttert, der aus 1 Teilen Honig und 3 Tl.  Puderzucker besteht. Mitte Februar bekommen die Bienen weniger als 1 kg Zuckerwasser zur Reizung und ab März geht’s schon wieder mit der Tracht los. Gegen die Milben werden Thymol- und Oxalsäureprodukte eingesetzt. Weil die Bienen durchbrüten, wird eine künstliche Brutpause – wohl eine Art Brutscheune – durchgeführt, um sie dann mit Oxalsäure behandeln zu können.

Geerntet werden zwischen 70 und 100 kg Honig/ Volk. Ein Glas mit 500 g Honig geht im Laden der Imkerei für rund 4 € über den Tisch. In Neapel im Feinkostladen kostet der Honig dann 6 €. Das sind Preise für konventionellen Honig, die mit Berlin vergleichbar sind.

Hier gibt's Edelkastanien-, Orangen-, Pinien- und andere Honige.

In Pompei fliegen die Bienen

31. Januar 2012

Nun sind wir ganz sicher nicht mit dem Vorort-Zug von Neapel nach Pompei gefahren, um dort Bienen anzuschauen – sondern weil unser Nachwuchs Latein in der Schule lernt. Es  dient der Bildung des Nachwuchses, wenn er mal Reste der römischen Kultur sieht. Altsprachler sind da ja benachteiligt gegenüber Schülern der modernen Sprachen.

Zwischen den Ruinen wachsen viele Blumen, die von Apis mellifica ligustica (so viel Latein muss an dieser Stelle sein) angeflogen werden. Zuhause in Berlin bibbern sie in Berlin bei – 10°C und hier fliegen die Bienen durch den blühenden Lavendel. Das würde unseren Bienen sicher auch Spaß machen.

Die Wüstung lebt.

Artemis im Bienenkleid

30. Januar 2012

Nach dem Anreisetag ist heute unser erster richtiger Urlaubstag. Wir besuchen das Archäologische Museum wegen der Ausgrabungsfunde aus dem nahe bei Neapel gelegenen Pompei. Das Museum hat eine römische Kopie der Göttin Artemis von Ephesos. Der Artemis-Tempel war eines der 7 Weltwunder der Antike, wie ich einmal in der Schule gelernt habe. Als Imker fallen mir natürlich sofort die vielen Bienen auf, die ihr Kleid zieren. Es gibt Bienen mit Blüten und solche ohne.

Die griechische Göttin Artemis verkörpert u. a. die Ernährerin aller Lebewesen.

Artemis ernährt auch die Bienen und damit uns Menschen.

Endlich können wir in den Urlaub

29. Januar 2012

Im Januar sperrt unser Berliner Imkereifachhändler immer seinen Laden zu. Das hat seinen Grund. Er geht in den Urlaub, weil er im Sommer nicht fahren kann. Unserer Imkerfamilie geht es da nicht anders. Wir fliegen eine Woche nach Neapel, von dem es mal hieß, dass es so schön sei, dass man hinterher nur noch sterben könne. Wir haben uns in einem alten Palais im Historischen Zentrum von Neapel eingemietet.

Homepage überarbeitet

25. Januar 2012

Im Winter, wenn auch das Weihnachtsgeschäft vorbei ist, komme  als Imker endlich einmal zu Aufgaben, die lange liegen geblieben sind. Dazu gehört es, endlich einmal meine Homepage zu überarbeiten. Bisher standen verschiedene Web-Aktivitäten isoliert im Netz nebeneinander. Nun ist alles unter dem Dach http://www.imkerei-kohfink.de/ versammelt. Viele Imker, auch Erwerbsimker, haben gar nichts im Internet stehen. Es geht also auch ohne .  Doch wenn Menschen nachschauen, wo es einen Imker in Berlin gibt, dann gehen sie nun mal ins Netz und schauen da nach.

Kunden brauchen mehr Frühjahrsblüte

12. Januar 2012

Immer im Winter steigt plötzlich die Nachfrage nach Frühjahrsblüte. „Aber sie muss von hier sein“, sagen die Kunden. Dahinter steckt der Wunsch, gegen Heuschnupfen gewappnet zu sein. Die Frühjahrsblüte 2011 ist wirklich aus Berlin, nämlich von unseren Bienenständen in Köpenick und Kaulsdorf. Sie enthält sehr viel Ahorn, was diesen Honig noch etwas würziger als sonst macht.

Zuckerpreis steigt um über 30 %

10. Januar 2012

An Vorankündigungen hat es nicht gefehlt, doch seit heute liegt das neue Angebot für den Zuckereinkauf 2012 auf dem Tisch. Der Preis steigt auf 1,80 €/kg plus MwSt. und zig Nebenkosten wie Anlieferung, telefonische Lieferankündigung etc. Nur der höhere Zuckerpreis verteuert den Honig schon um 15 Cent pro 500g-Glas.

Neues Jahr ohne Maja-Kalender

1. Januar 2012

Willkommen im Jahr 2012! Heuer soll bekanntlich die Welt untergehen, weil irgend so ein Kalender von längst ausgestorbenen Indianern endet. Da dachte ich mir, dass es eine nette Geste für einen befreundeten Imkerkollegen wäre, ihm einen Biene-Maja-Kalender zu schenken. Der endet erst am 31.12.2012. Das sind 10 geschenkte Tage! Es gibt unendlich viele Lokomotiven- und Leuchtturm-Kalender. Aber einen Maja-Kalender habe ich nicht gefunden.

Ich persönlich halte es so: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, dann würde ich heute noch einen Ableger bilden.“ In diesem Sinne wünsche ich allen Blog-Lesern ein gutes neues Jahr.

Weihnachtskarten mit Springerle verschickt

19. Dezember 2011

Nachdem wir den letzten Weihnachtsmarkt des Jahres hinter uns gebracht haben, komme ich endlich dazu, meine Weihnachtskarten zu verschicken. Dazu wähle ich jedes Jahr ein privates, weihnachtliches Motiv mit Imkereibezug aus. Dieses Jahr habe ich ein Foto von einer Gebäckschale ausgewählt. Wir backen jedes Jahr 12 bis 15 Sorten Weihnachtsgebäck, was in Berlin als ausgesprochen ungewöhnlich gilt. Eines der Gebäcke sind Springerle. Vor Jahren habe ich auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt ein Model mit einem Bienenmotiv erworben. Dem verdanken die Springerle ihr Bildchen.

Dazu schreibe ich immer einige persönliche Zeilen für den Adressaten, in denen ich z. B. an ein Erlebnis aus dem Vorjahr mit ihm erinnere. Das kommt gut an, weil die Adressaten merken, dass sich da jemand etwas Mühe gegeben hat.

Springerle und anderes Gebäck ziert unsere Weihnachtskarten dieses Jahr.

Bezirk pflanzt neue Linden für uns

6. Dezember 2011

Seit den letzten Wahlen zum Abgeordnetenhaus am 18.  September 2011 haben wir mit Oliver Igel (SPD) im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick einen neuen Bezirksbürgermeister. Igel war schon vor den Wahlen sehr an Bienen und der Imkerei interessiert und hat z. B. die Bezirksverwaltung angewiesen, Flächen für landlose Imker auszuweisen, die keinen eigenen Garten haben.

Seit dieser Woche werden die Straßenränder rund um unsere Imkerei mit neuen Bäumen bepflanzt. Es sind auch Linden dabei. Das mag nun aber nicht nur am neuen Bezirksbürgermeister liegen, sondern auch daran, dass das Siedlungsgebiet Uhlenhorst im nächsten Jahr 100 Jahre alt wird.  Jedenfalls freuen wir uns für unsere Bienen über die neuen Nektarspender.

Damit unsere Bienen auch in Zukunft satt werden, pflanzen diese Gärtner Lindenbäume rund um unsere Imkerei.