Werbebanner zum Buch: Marc-Wilhelm Kohfink, Bienen halten in der Stadt

Lehrer und Vorgänger bestattet

16. September 2013

Heute haben wir meinen Imkerlehrer und Vorgänger im Amt in Spandau zu Grabe getragen. Eberhard Blaschke war 33 Jahre lang Vorsitzender des Imkerverbandes Berlin e.V. Bevor ich 1998 von Bonn nach Berlin umzog, hatte ich bereits Kontakt zu ihm aufgenommen und mich nach der Imkerei in Berlin erkundigt. Denn ich wollte in Berlin Bienen halten. Das Ehepaar Blaschke kam im Herbst 1998 von Spandau zu uns nach Köpenick gefahren, um sich die Ruine anzuschauen, die einmal unser Heim und unsere Imkerei werden sollte. Ich zeigte ihnen alles und wo ich beabsichtigte, meine Bienenwirtschaft unterzubringen. „Sie haben viel Arbeit vor sich“, meinte Ilse Blaschke. Ich antwortete, dazu gebe es ja Handwerker.

Doch Blaschkes dachten an etwas Anderes. Sie holten mich ganz schnell in den Vorstand des Imkerverbands Berlin. Zuvor besuchte ich noch den Imkerkurs am Blaschkes Lehrbienenstand in Gatow. Schon damals war das Fernsehen mit dabei. So habe ich als Erinnerung an Eberhard Blaschke eine Videokassette, die den ehemaligen Grundschullehrer bei seiner Lieblingsbeschäftigung zeigen: Hoffnungvollen jungen Menschen etwas beizubringen.

Imker werden zwar oft alt. Aber gehen müssen sie wie alle anderen.

Imker werden zwar oft alt. Aber gehen müssen sie wie alle anderen.

Druckmittel Honig

7. September 2013

So langsam wird die Arbeit an den Bienen weniger. Man kann sich nun wieder den anderen schönen, wahren und guten Dingen des Lebens widmen.

Bis zum 19. Oktober zeigt die Galerie Aanant&Zero die Ausstellung Material Cenceptualism. Was das ist? Dazu schreiben die Macher der Ausstellung, dass es einen Konflikt zwischen Material, Form und Inhalt in der Kunst gebe. Der Fels z. B. wird vom Künstler gebändigt und in die Form einer Skulptur gezwängt. Gemälde sind oft aus Öl. In der Ausstellung ist das aber alles ganz anders. Da gibt es z. B. ein Landschaftsbild aus Wattebällchen (die Wolken) und blauem Pulver (Himmel). Und es gibt auch einen Siebdruck aus Honig – meinem Honig! Normal wäre Siebdruckfarbe. Die hat eine Konsistenz wie Honig. „Also warum nicht gleich Honig nehmen?“, dachte sich der Künstler Klaus Weber. Damit passte er ins Konzept von Aanant&Zero.

In Conrad F. Meyers berühmtem Brunnengedicht fließt Wasser in der Schale rund. Bei Klaus Weber ist es Honig aus der Imkerei am Pflanzgarten.

In Conrad F. Meyers berühmtem Brunnengedicht fließt Wasser in das Rund der Marmorschalen. Bei Klaus Weber ist es Honig aus der Imkerei am Pflanzgarten.

Männer mit Hut

30. August 2013

Unten Schuhe, oben der Hut. Nur so war einst ein Mann komplett angezogen. Dann geriet der Hut aus der Mode. Doch gerade unter Imkern gibt es ganz viele Hutfreunde wie z.B. Michael Grolm, Dennis Schüler und Michael Gütt. Ohne Hut sind sie undenkbar und wahrscheinlich nehmen sie ihre Kopfbedeckung nur ab, wenn sie zu Bett gehen.

Heute bin ich einem Kameramann von Sky-TV begegnet, der auch ohne Hut nicht sein konnte. Mit Bienen hatte er es aber nicht so. Wir haben ihn daher mit Klebeband, Imkerhaube und Gummihandschuhen bienendicht verpackt, damit er sich unseren für ihre Friedfertigkeit ja so berühmten Stadtbienen gefahrlos nähern konnte. Oben auf der Bienenhaube thronte dann der Hut.

Mit Hut, Haube und Handschuhen ist der Sky-Kameramann bienensicher.

Honig ist erst der Anfang

29. August 2013

Ich mag die Zusammenarbeit mit Köchen. Für uns Imker ist der Honig schon perfekt, wie er von den Bienen kommt. Bei den Köchen geht’s da aber erst richtig los, wie diese Zuschrift von heute dokumentiert: „Ihr formidabler Edelkastanienhonig – den Sie mir mitgegeben haben – ist zur geschmacklichen Verfeinerung einiger Gerichte bereits erfolgreich zum Einsatz gekommen -( …im Chicorée-Walnuss-Apfel-Salat …bei der karamelisierten Maishähnchenbrust mit Pfifferlingen ….im Trauben-Birnen-Parfait )….Gerne würde ich ein paar Gläser bei Ihnen reservieren.“

Fliesenkünstler will Biobauer werden

27. August 2013

Wer unsere Imkerei betritt, dem fallen gleich die kunstvollen Muster auf dem Boden und den Wänden auf. Unsere Arbeitsräume sind schöner als viele normale Badezimmer. Für die Kunst am Bau ist ein Mosaikleger verantwortlich. Er ist unserer Imkerei immer noch verbunden. Inzwischen hat er aber von den kleinen bunten Steinchen genug und plant einen Berufswechsel zum Biobauern. Ein Grundstück mit Ackerflächen hat er auch schon – leider auch jede Menge Ärger mit diversen Behörden, die ihn dem Traum vom Leben mit Schafen und Ziegen nicht umsetzen lassen. Ein Bienenstand soll auch dazu gehören. Damit das jeder sehen kann, dass wir eine neue Betriebsstätte zu eröffnen gedenken, schrauben wir heute unser Firmenschild an den Zaun. Wann dahinter aber Bienen fliegen, ist noch völlig unklar.

Hier errichtet die Imkerei am Pflanzgarten demnächst einen Bienenstand.

Hier errichtet die Imkerei am Pflanzgarten demnächst einen Bienenstand.

Hühner – die ideale Ergänzung zu den Bienen

26. August 2013

Bienen sind bekanntlich recht klein. Daher gibt es unter Imkern eine gewisse Vorliebe für alles, was klein und nützlich ist. Das scheint erblich zu sein, denn auch unsere Imkerkinder denken so. Sie haben nämlich ein Jahr lang gequengelt, dass sie Hühner wollen und nicht etwa einen Hund oder gar einen Gaul.

Inzwischen laufen 4 Hühner auf dem Grundstück herum und legen am Tag 3 Eier. Wie gut, dass in der Imkerei immer mal wieder leckeres Hühnerfutter anfällt, wie z. B. Altwaben, in denen sich Wachsmotten breit machen oder Drohnenbrut. Raupen und Puppen werden zu Hühnereiern recycelt, was kann es besseres geben?

Pick, pick, pick.

Pick, pick, pick.

Hausmesse mit Macarons und Honigessig

23. August 2013

Aus Honig macht nicht nur Ernst Hinsken leckeres Gebäck. Auch die köstlichen Macarons von Art sucré gibt’s mit Honig aus unserer Imkerei. Der Küchenchef des Hotels Berlin, Berlin liebt unseren Honig nämlich so sehr, dass er damit nicht nur selbst experimentiert sondern ihn auch an andere Lieferanten weitergibt, die daraus Köstlichkeiten zubereiten. So entstanden die Macarons. Außerdem lässt er mich bei seiner heutigen Hausmesse einen Honigessig probieren. Er hat auch einer Essigmanufaktur meinen Honig gegeben, die diesen verarbeitete. Er lässt mich 2 Honigessige kosten und fragt, welcher aus meinem Honig gefertigt wurde. Ich kann es aber nicht sagen. Essig ist doch recht weit vom Ursprungsprodukt entfernt.

Ein Hauch von honigsüßem Nichts sind diese Macarons aus Berlin.

Ein Hauch von honigsüßem Nichts sind diese Macarons aus Berlin.

 

Hohen Neuendorf in neuem Glanz

21. August 2013

Dem Länderinstitut in Hohen Neuendorf fühle ich mich seit Beginn meiner Imkertätigkeit eng verbunden. Hier habe ich z. B. den Honiglehrgang absolviert. Hier werden meine Honige analysiert und hier war ich erst kürzlich für eine Rundfunksendung. Es ist wirklich ein Glück, dass wir Berliner Imker eine so hervorragende Einrichtung direkt an unserer Stadtgrenze haben.

Heute wird das Institut nach einer gründlichen Renovierung neu eröffnet. Alle sind freudig erregt und Institutschef Prof. Bienefeld berichtet, dass am Vormittag die letzten Handwerker noch da gewesen seien. Es ist alles ganz schick und neu, doch beim genauen Hinschauen fällt auf, dass hier und da noch ein Kabel aus der Wand schaut. Die Handwerker werden wohl noch mal anrücken müssen.

Was ist drin in meinem Honig? Die Mitarbeiter im Honiglabor bringen's raus.

Was ist drin in meinem Honig? Die Mitarbeiter im Honiglabor bringen’s raus.

Beekeepers überzeugt auf Anhieb

21. August 2013

Auf dem Weg zum Länderinstitut besuche ich den Imkereifachhandel „beekeepers“ in Spandau-Haselhorst. Den Inhaber, Mario Skala, kenne ich. Seine Partnerin hat bei mir das Imkern gelernt. Vor dem Geschäft stehen besetzte Beuten. Das ist schon ein freundliches Willkommen. Meine Bücher sind gut präsentiert. Mario Skala berichtet sehr anschaulich un unterhaltsam von seinem Start in der für ihn neuen Branche.

Beekeepers in Spandau: Gut sortiert, sehr freundlich und hilfsbereit.

Beekeepers in Spandau: Gut sortiert, sehr freundlich und hilfsbereit.

Die Ernte geht weiter

15. August 2013

Jetzt wird jeden Tag geerntet. Mit dem Ergebnis sind wir durchweg zufrieden. Zwar war die Frühtracht schlecht und die Robinie ist in der Stadt komplett wegen Kälte ausgefallen, doch der Sommer hat die Ernte gerettet. Es sind viele schöne voll verdeckelte Waben dabei, die sich gut als komplette Wabe verkaufen lassen.

Das ist der Lohn für ein Jahr Arbeit. Randvolle Honigwaben!

Das ist der Lohn für ein Jahr Arbeit. Randvolle Honigwaben!

Regenpausen nutzen

14. August 2013

Es schifft immer noch. Doch der Honig muss endlich von den Völkern runter. Also nutzen wir jede Regenpause, um die Bienen von ihrer drückenden Honiglast zu befreien. Einen Vorteil hat die Dachimkerei ohne Zweifel: Der Honig ist immer schön trocken. Da macht es nichts aus, wenn die Witterung bei der Ernte mal etwas feuchter ist.

Auch die urbane Landwirtschaft hängt vom Wetter ab.

Auch die urbane Landwirtschaft hängt vom Wetter ab.

Wespen mögen Wärmedämmung

13. August 2013

Voll wärmegedämmte Fassaden machen das Wohnen nicht nur für Menschen gemütlicher. Auch Wespen wissen die Vorzüge einer 15-cm-Polystyroldämmung zu schätzen. Sie höhlen sie einfach aus und schaffen so Platz für sich und ihre schwarz-gelben Schwestern.

Für mich als Wespenumsiedler heißt das: Fassade abklopfen und das Wespennest lokalisieren. Dann mit einem stabilen Messer die Fassade aufschneiden und das Nest entnehmen. Nachher muss der Maurer kommen, der die Fassade wieder neu dämmt und verputzt. Sonst gibt’s eine Kältebrücke und die ist ungemütlich.

Wespen vor dem Umzug. Raus aus der Fassade, rein in den Umsiedlungskarton.

Jetzt kann auch im Regen geimkert werden

10. August 2013

Nach einem langen trockenen Sommer ist nichts, wirklich nichts in den Völkern, die wir in den Buchweizen und die Sonnenblume gestellt haben. Die Sonnenblumen-Völker kommen so wie sie sind in die Goldrute. Die Buchweizen-Bienen lassen wir einfach noch einmal 4 Wochen stehen, denn nun regnet es endlich. So willkommen uns das Nass ja ist, so ungemütlich ist das Imkern. Da hatten es die Wanderwagen- und Bienenhaus-Imker schon besser. Doch mit einer Imkerhaube und einer Regenjacke lässt es sich auch im strömenden Regen an den Völkern hantieren. Zumindest kleinere Eingriffe lassen sich erledigen wie z. B. das Auflegen von Schwammtüchern. Größere Eingriffe verbieten sich, denn Bienen geht Regenwetter auch auf die Nerven und sie sind schnell stinkig.

Gut gerüstet gegen Regen und Stiche.

Gut gerüstet gegen Regen und Stiche.

 

Wie süß – Zuckerbienen!

26. Juli 2013

Mit dem Honig vom Dach lassen sich ganz tolle Sachen machen. Das wissen unsere Köche und nutzen das edle Bienenprodukt für ihre Kreationen. Und damit diese auch auf dem Teller des Gastes richtig zur Geltung kommen, müssen sie ansprechend dekoriert werden, z. B. mit selbstgemachten Zuckerbienchen.

Leider sehen wir heute nur die misslungenen Exemplare, die aussortiert wurden. Doch diese geben einen Eindruck, wie hübsch die wohlgeratenen aussehen mögen. Bemerkenswert ist besonders der große Stachel.

Auch misslungen eine Augenweide sind diese süßen Zuckerbienen.

Ans Füttern denken

20. Juli 2013

So gut die Stadt für unsere Bienen ist, sie hat manches Mal auch Nachteile. Es gibt zu wenig Bauern hier. Stroh ist in Berlin nur in homöopathischen Dosen zu bekommen, nämlich in Zoofachgeschäften in winzigen Paketen. Dafür ist es klein geschnitten und entstaubt, damit das Meerschweinchen keine Staublunge bekommt oder sich in den Strohhalmen verfängt.

Die Lösung: Wir haben heute die Bienen in die Sonnenblume gefahren und einen Rundballen mit nach Berlin zurückgenommen. Außerdem haben wir dem freundlichen Bauern noch frische Rohmilch abgekauft. Die schmeckt richtig kräftig nach Milch und ist auch schön fett.

Für die Einfütternung brauchen wir viel Stroh. Ein Rundballen dürfte reichen.