Warum Imkern im Verein noch schöner ist

Jean Marie Guyau (1854-1888) war ein Dichter und Philosoph. Er gilt heute als Vater der Kunstsoziologie. Soziologie ist die Wissenschaft vom menschlichen Verhalten in Gruppen. Wenn Menschen in ein Konzert gehen, spenden sie Beifall. Wenn Swifties in Wiesbaden vor dem Bild „Ophelia“ von FWT Heyser stehen und „Ist das schön!“ seufzen, dann sind sie ein Fall für die Kunstsoziologie. Dafür muss zunächst definiert werden, was schön ist. Nun gibt es dicke Wälzer über die „Philosophie des Schönen“. Die interessierten Guyau nicht. Er fragte vielmehr ganz empirisch: Was finden die Leute schön? Dabei kam er auch auf Bienen und Honig zu sprechen. Landschaften seien schöner, wenn man weiß, dass sie leckeren Honig liefern. Gutes Essen fänden die Leute schön und darum sei das Land, in dem Milch und Honig fließe, ein Sehnsuchtsort.

Daneben fand er noch viel weiteres Schönes. Allerdings erwähnte er die Bienen nicht mehr konkret, aber es lässt sich aufs Imkern übertragen. Schön ist:

  • Harmonie, wie im Bienenvolk
  • Anpassung von Bewegungen an die Umwelt, wie der Bienenflug
  • einem vernünftigen Zweck dienende Arbeit, wie das Imkern
  • sich die Natur voller Leben vorzustellen
  • zielgerichtete Bewegungen wie der Sammelflug
  • kreisförmige oder strahlenförmige Gebilde, wie der Hof aus Bienen um eine Königin
  • Anregende, nicht penetrante Gerüche wie der Duft aus dem offenen Bienenvolk
  • Laue Wärme, wie die Strahlung über dem Brutnest oder die Wärme im Frühjahr
  • Weiche, seidige Oberflächen wie Samt oder die Haare einer Biene
  • blumiger Geruch wie die Stadt zur Linden- oder der Wald zur Akazienblüte
  • Klänge als Ausdrucksmittel lebender Wesen wie das Summen von Bienen.

Wer verstehen will, warum Imkern schön und im Verein noch viel schöner ist, der folgt wie Guyau seinen Instinkten und seiner Intuition und besucht einen meiner Imkerkurse.

Bienen mit samtigen Haaren sind einfach schöner und daher perfekt als Titelbild geeignet.

Einen Kommentar schreiben

Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.